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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Zum Klima Japans, 
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Temperaturanderu ng mit der 
geographischen Breite, sowie der Wärmeunterschied an der West- und Ost 
küste des japanischen Insel-Archipels. Professor Hann leitet aus seinen 
Resultaten folgende Sätze ab. 
1. Die Temperaturabnahme mit wachsender Breite ist eine beschleunigte, 
d. h. sie erfolgt rascher im Norden als im Süden; nur die Westküste macht im 
Frühling eine Ausnahme hiervon. 
2. Die Temperaturänderung mit der Breite erfolgt im südlichen Theile 
der Inselreihe längs der Ostküste langsamer als längs der Westküste; im nörd 
lichen Theile ist dagegen umgekehrt dio Beschleunigung der Wärmeabnahme 
mit zunehmender Breite an der Ostküste gröfser als an der Westküste. 
Im Jahresmittel beträgt die Temperaturänderung pro 1° Breiten 
änderung: 
Auf 32° 36° 40° 44° N-Br | Im Mittel von 32°—36° 36°—44° 32°—44° N-Br 
An dor Westküste 0,56° ¡0/70° 0,83* 0,97° „ „ 0,62° 0,84° 0,77° 
, , Ostküste 0,41° 0,78° 1,15° 1,62° | „ „ „ 0,60° 1,14° 0,95° 
Diese rasche Temperaturänderung erreicht im Frühjahr und Sommer auf 
44° N-Br sogar den Betrag von fast 2° C. pro Breitengrad. 
3. Im Jahresmittel ist die Westküste bis über den 36. Breitengrad ein 
wenig kühler, nördlich von 38° Breite aber erheblich wärmer als die Ostküste, 
Dasselbe gilt für den Winter und das Frühjahr, mit dem Unterschiede, dafs 
im Frühjahre die Westküste bis über 39° N-Br erheblich kühler ist, als die 
Ostküste. 
4. Im Sommer und Herbst ist die ganze Westküste wärmer als die 
Ostküste; dieser Unterschied wird im Sommer nördlich von 38° N-Br ein 
erheblicher. 
Die Wärmeunterschiede zwischen der West- und Ostküste mögen durch 
folgende Zahlen illustrirt werden. 
Temperaturunterschied: Westküste—Ostküste. 
Auf 
32° 
34° 
36° 
38° 
40° 
42° 
44° N-Br 
Winter 
—0,3° 
—0,3° 
—0,2° 
0,0° 
0,3° 
0,5° 
0,8° 
Frühling 
-0,1 
-0,9 
-1,1 
—0,8 
0,2 
1,8 
(3,9) 
Sommer 
0,3 
0,1 
0,2 
0,7 
1,4 
2,5 
(3.9) 
Herbst 
0,1 
0,0 
0,0 
0,2 
0,4 
0,9 
(1.2) 
Jahr 
—0,1 
-0,3 
—0,2 
0,0 
1,6 
1,3 
2,1 
Der auf ungefähr 36° N-Br liegende Wendepunkt in dem Temperatur 
unterschiede zwischen der West- und Ostküste, von wo die eratere gegenüber 
der letzteren erheblich an Wärme zunimmt, wird durch die Umbiegung der 
Längsaxe der Insel Nippon aus west—östlicher in Süd—nördliche Richtung und 
die hier stattfindende Abschwenkung des längs der Südostküste fiiefsenden 
warmen Ärewoc-Stromes nach Osten erklärt. Durch den angegebenen Ver 
lauf von Nippon gewinnt das Japanische Meer an Breitenausdehuung und der 
erkältende Einfiufs Ostasiens auf Japan wird vermindert; nach der Abbiegung 
des Kuro&iwo steht der nördliche Theil der Ostküste nur unter dem Einfiufs der 
kalten kurilisehen Strömung, während die ganze Westküste von einem Zweige 
des ersteren warmen Stromes umspült wird. 
Der jährliche Temperatürgang zeichnet sich durch eine grofse Ver 
spätung des Wärmemaximums und eine hohe Herbsttemperatur aus. Der 
kälteste Monat ist überall, mit Ausnahme des äufsersten Nordostens von Yesso, 
der Januar, der wärmste Monat der August; der September ist noch erheblich 
wärmer, als der Juni, der Oktober kommt dem Mai nahe oder ganz gleich, ist 
sogar im äufsersten Nordosteu bedeutend wärmer, als der Mai, und ist dem 
Juni fast gleich. 
Die Regenmengen nehmen in Japan im Allgemeinen von Süden nach 
Norden ab. Am regenreichsten ist der Südosten, speeiell die Ostküste von 
Kimm und Sikctk, mit einem jährlichen Regenfall von 2300 bis 2600 mm, und 
der mittlere Theil der Westküste von Nippon. Nördlich vom 36° scheint an
	        
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