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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Dauer der Reisest eiserner und hölzerner Segelschiffe. 
direkt nach den Reishäfen gebenden, die andere die nacli Singapore durch die 
Malacca-Strafse gehenden Schiffe umfäfsi In die erster© Gruppe wurden ferner 
nur diejenigen Schiffe aufgenommen, deren Reiseziel Rangun — der am meisten 
besuchte Hafen — Bassein oder Moulmain war, nach welchen Plätzen die Reisen 
von nahezu gleicher Länge sind, während die nach dem entfernter liegenden 
Hafen Ahjab gehenden Schiffe ausgeschlossen wurden; ebenso wurden zwecks 
besserer Vergleichbarkeit für die Rückreise nur die той Rangun und Bassein 
kommenden Schiffe in Betracht gezogen. Als Anfang der Ausreise und Ende 
der Rückreise wurde der Tag angenommen, an welchem der Englische-, Bnstol- 
oder St. Georfs Kanal verlassen bezw. erreicht wurde. Die betrachteten Reisen 
fallen in die Jahre: bei der Gruppe 1 (Ausreisen nach den Reishäfen) 1876 
bis 1887, bei der Gruppe 2 (Ausreisen nach Singapore) 1871 bis 1887, bei der 
Gruppe 3 (Rückreisen) 1877 bis 1888. Es ergiebt sich das Folgende: 
1, Ausreisen vom Kanal nach Rangun, Bassein und Moulmain. 
77 Reisen eiserner Schiffe hatten eine mittlere Dauer топ 113,7 Tagen, 
31 r- hölzerner „ ,, ,, и и 118,3 ,, 
folglich die eisernen Schiffe durchschnittlich weniger 4,6 Tage. 
2. Ausreisen vom Kanal nach Singapore durch die Malacca-Strafse. 
50 Reisen eiserner Schiffe batten eine mittlere Dauer топ 118,4 Tagen, 
50 я hölzerner „ „ „ а „ „ 11(1,5 „ 
folglich die eisernen Schiffe durchschnittlich weniger 1,1 Tag. 
3. Rückreisen von Rangun und Bassein nach dem Kanal, 
106 Reisen eiserner Schiffe hatten eine mittlere Dauer von 132,9 Tage», 
94 ,, hölzerner „ „ „ „ а а 197,9 
folglich die eisernen Schiffe durchschnittlich mehr 5,0 Tage. 
Es geht hieraus hervor, dafs die in der Reisfahrt beschäftigten eisernen 
Schiffe an und für sieh durchschnittlich bessere Segler sind, als die hölzerneu, 
indem sie die Ausfahrt, die sie mit reinem Boden an treten, in 4,6 beziehungs 
weise 1,1 Tagen weniger als letztere machen. Würden sie auch auf der Rück 
fahrt dieselbe Fahrgeschwindigkeit besitzen, oder richtiger, würde sieh diese 
im Laufe der Zeit nicht mehr vermindern, als dies auch bei hölzernen Schiffen 
der Fall ist, so müfsten sie zurückkehrend ebenfalls durchschnittlich 3 Tage 
weniger als die, Holzschiffe gebrauchen. Sie haben dagegen eine um durch 
schnittlich 5 Tage länger© Reise, Der Verlust, den eiserne Schiffe in der Fahrt 
nach den Reishäfen durch Verminderung der Segelfähigkeit infolge Anwuchses 
am Boden auf der Rückreise erleiden, beziffert sich demnach zu durchschnittlich 
8 Tagen. 
Obschon das hier gefundene Resultat aus einer erheblichen Anzahl von 
Einzelreisen abgeleitet worden ist, die sich überdies über eine lange Reihe von 
Jahren vertheilen, ist doch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dafs seine 
Richtigkeit darunter leidet, dafs, vielleicht die Reisen der einen Schiffsklasse in 
überwiegender Zahl in einer günstigeren Jahreszeit gemacht wurden, als die 
der anderen, zumal es bei den Reisen sowohl nach als auch von den Reishäfen 
hinsichtlich ihrer mittleren Dauer schon einen, ziemlich bedeutenden Unterschied 
macht, ob dieselben nur 14 Tage früher oder später angetreten werden. Der 
artige Beeinflussungen vermeidet man, wenn man nur die Ressen von Schiffen, 
die zur selben Zeit in See gingen, ihre Reise also unter nahezu gleichen Wind- 
und Wetter umständen machten, mit einander vergleicht. Dies ist in der nach 
stehenden Tabelle geschehen. Es sind darin alle vorhandenen Schiffspaare von 
je einem eisernen und einem hölzernen Schiffe, die mit nicht mehr als 7 Tagen 
Zeitunterschied ihre Reis© antraten, oder auf der Ausreise den Meridian von 
80° Ost überschritten, nebst Datum des Reiseantritts, Dauer der Reise und 
dem aus der Vergleichung sieh ergebenden jedesmaligen Gewinn oder Verlust 
des Eisenschiffes aufgeführt. Auch von einer solchen Zusammenstellung ist 
natürlich nicht zu erwarten, dafs sie in jedem einzelnen Falle ein reines Bild des 
zwischen den beiden in Vergleich gezogenen Schiffen bestehenden Verhältnisses der 
Segelfähigkeit geben wird, denn, abgesehen von Zufälligkeiten, durch welche 
das eine Schiff mehr als das andere begünstigt oder behindert wird, sind der
	        
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