Dauer der Reisen eiserner and hölzerner Segelschiffe.
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23. Von Hongkong nnd China nach San Francisco.
Man gehe im NE-Monsun von Hongkong südlich von Formosa, an dessen
Ostseite nördlich nach Süd-Japan und weiter nach Norden und Osten, so dafs
man 150° O-Lg in 35° N-Br, 180° und 165° W-Lg in 40° N-Br, 150* W-Lg
in ca 39° N-Br nnd 135° W-Lg in 38° N-Br schneidet.
Dauer der Reisen eiserner und hölzerner Segelschiffe
in der Fahrt von Europa nach der Bai von Bengalen und zurück.
Von L. E. Diliklage, Vorsteher der Abtheihurg I.
(Mittheil.nng von der Deutschen Seewarte.)
Unter den deutschen Schiffen, an Bord welcher das meteorologische
Journal der Seewarte geführt wird, ist eine erhebliche Anzahl in der Fahrt
nach den Reishäfen an der Bai von Bengalen beschäftigt. Diese Flotte besteht
fast zu gleichen Thailen aus Eisen- und aus Holzschiffen, und in derselben sind
viele Schiffe, welche die Fahrt regelmäfsig jedes Jahr machen. Ihre Reisen
fallen aufserdom mit verhältnifsmäfsig wenigen Ausnahmen immer in dieselbe
Jahreszeit, die Ausreisen in die Zeit Mitte September bis Mitte März, die Rück
reisen in das Halbjahr Ende Februar bis Ende August; ein Theil der Flotte,
welcher nicht direkt »ach don Reishäfen geht, sondern vorher Singapore anläuft
und dabei, der Jahreszeit angemessen, den Weg nördlich um Sumatra herum
uud durch die Malacca-Straße nimmt, tritt die Ausreise etwa oinen Monat
früher au.
Alle diese Umstände lassen die von den in Rede stehenden Schiffen ein
gelieferten Journale besonders geeignet erscheinen zu einer Untersuchung über
das Verhältnifs der Dauer der Reisen eiserner zu der hölzerner Schiffe, auf der
Hin- und auf der Rückfahrt, woraus sich dann wieder ein Urtheil darüber
gewinnen läfst, in welchem Mafse die Fahrgeschwindigkeit eiserner Schiffe durch
das Schmutzigworden des Schiffsbodens vermindert wird. Dafs Letzteres der
BA11, ist bekannt; doch ist unseres Wissens die Wirkung, welche dieser Uebel-
stand auf die Dauer der Reise ausübt, und der Verlust, den eiserne Schiffe
dadurch erleiden, noeh nicht zahlenmäfsig festgcstellt worden. Natürlich gilt das,
was sieh aus der vorliegenden Untersuchung ergiebt, nur für die besondere,
hier in Rede stehende Reise, nicht allgemein für alle Fahrten, denn je nach
dcu Umständen der Reise, ob auf dem zurückzulegenden Wege mehr in warmem
oder in kaltem Wasser gefahren wird, ob ausgedehnte Windstillengebiete zu
passiron sind, wie z. B. auf der Fahrt nach China durch die Östlichen Passagen,
oder, wie auf der Reise nach Australien, fast immer mit frischer Briese gesegelt
werden kann, ob schliefslieh das Schiff in den zu besuchenden Häfen iu See
oder in Frischwasser liegt, wird der Anwuchs von Pflanzen, Schalthieren und
Korallen am Schiffsboden mehr oder weniger rasch vor sich gehen und die
Segelfähigkeit eiserner Schiffe im Laufe der Reise mehr oder weniger beein
trächtigt werde». Immerhin dürfte auch bei dieser beschränkten Gültigkeit das
Ergebnifs der Untersuchung von Interesse sein, zumal die Fahrt »ach den
Reishäfen, wie schon bemerkt, eine erhebliche Anzahl deutscher Segelschiffe
beschäftigt.
Es darf angenommen werden, dafs die eisernen Schiffe, welche in dieser
Fahrt verkehren, bei Antritt ihrer Rciso vom europäischen Hafen immer einen
reinen Boden haben und ihre volle Segelfähigkeit besitzen, während eine gründ
liche Reinigung des Bodens vor Antritt der Rückreise wohl nur sehr selten
vorgenommen werden wird. Eine Verminderung ihrer Fahrgeschwindigkeit
durch den im Laufe der Zeit sich bildenden Anwuchs mufs also dahin wirken,
dafs das auf der Ausreise zwischen ihnen und hölzernen Schiffen, die in dieser
Jfalirt natürlich alle mit Metallbeschlag vergehen und jenem Uebclstandc erheb
lich weniger ansgesetzt sind, hinsichtlich der Geschwindigkeit bestehende Ver-
hälfcnifs sich auf der Rückreise zu Ungunsten der eisernen Schiffe verändert zeigt.
Dies festzustellen, sind zunächst die durchschnittlichen Laugen der Reisen
der eisernen und der hölzernen Schiffe mit einander verglichen worden. Die
Ausreisen wurden dabei in zwei Gruppen getrennt, von denen die eine die