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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Segel-Anweisungen für Fabxien in den. Chinesischen: Gewässern. 
Böen von SW nach SE und bis Nord vor; bei dem Einsetzen solchen Wetters 
fällt die Temperatur gewöhnlich plötzlich um 8°, während das Barometer erst 
nach Eintritt desselben bedeutend steigt. Im Golf läuft selten Strom mit mehr 
als */a Ko Geschwindigkeit. 
15. Vom nördlichen China nach dem Süden im SW-Monsno. 
Eine Reise von Netochivang nach- Tschi/u, Shanghai, Hongkong irn SW- 
Monsun bietet lange nicht die Schwierigkeit, wie die umgekehrte Fahrt im 
NE-Mousuu, da vou Newchwang bis zur Breite von Shanghai umlaufende Winde, 
meist von Süden bis Osten und von Nordosten bis Norden vorherrschen, weiter 
von Shanghai bis zur Breite vou Swatau und besonders im Formosa-Kanal Nord- 
und Nordost-Winde häufig sind und zwischen Swatau und Hongkong ebenfalls 
oft Nord- und Ost-Winde herrschen, während der Monsun selbst zwischen 
Shanghai und Swatau schwach ist und nur zeitweise, gewöhnlich zur Zeit des 
Mondwechsels, stärker auftritt, um dann wieder Stillen oder flauen östlichen und 
nordwestlichen Briosen Platz zu machen. Die anhaltendste (14 bis 21 Tage) 
Windstille hatte Kapt. Polack stets im August zwischen Amoy und Hongkong. 
16. Von Hongkong naelt Manila im SW-Monsnn. 
Man liege über einem Bug nach ESE oder SE und wende nicht eher, 
bis man aus dem an der chinesischen Küste bis zu einem Abstande von ca 60 Sm 
von derselben nach ENK setzenden Strom gelangt ist. Gewöhnlich kann man 
mit eiuem Schlag nach Bolina oder gar nach Manila liegen, so dafs die Reise 
keine Schwierigkeiten bietet und in 5 bis 8 Tagen gemacht werden kann. 
17. Vom nördlichen China nach Saigon im SW-Monsun. 
Nachdem die Breite von Swatau passirt, benutze man jede günstige 
Wind Veränderung, um Süd zu machen, gleichgültig ob man östlich oder westlich 
von den Pratas geht. Man strebe danach, möglichst schnell die Palawan- 
Untiefen zu passiren, womöglich natürlich im Westen derselben. Doch gelingt 
das letztere selten, und man wird eben westlich frei von der Scarborough- 
Untiefe kommen. Südlich von 15° N-Br und östlich von 115* O-Lg ist wenig 
Strom, so dafs man sich von letztgenannter Untiefe in kurzer Zeit nach Nord- 
Banger' arbeiten kann. Sollte sich bei Swaia« öder in der Nähe der Pratas 
ein SSE-Wind einstellen, was während des HE-.Monsuns häufig der Fall ist, so 
steuere man gut voll beim Winde nach SE, östlich oder westlich von den 
Paracels, um dann an der Östküste Cochinchinm nach Kap Varela zu kreuzen. 
18. Von Hongkong naeli Saigon im SW-Monsun. 
Man benutze, wie vorher, jede Gelegenheit, um nach Süden zu kommen 
und so schnell wie möglich Nord-Banger zu erreichen, mache lange Schläge 
nach SO, kurze nach West, besonders so lange mau nicht südlich von 15° N-Br 
steht. Ist der Wind jedoch Süd oder SSE, wie es häufig in dieser Jahreszeit 
vorkommt, so liege man gleich zwischen Hainau und den ParaceU nach der 
Ostküste von Cochinckina. Nachdem man Collaoray erreicht, halte man sich in 
einem Abstande bis zu 40 Soi von der Küste, richte es möglichst so ein, dafs 
man Mittags etwa 30 Sm vom Band steht, um mit dem dann einsetzenden 
SSE-Wind bis 7 oder 10 Uhr Abends nach der Küste und darauf mit dem 
eintretenden Süd-, mitunter auch SSW-Wind nach See zu liegen. Je näher 
man Abends vor Sonnenuntergang der Küste kommt, desto östlicher wird der 
Wind, so dafs man oft SSW liegen kann, Macht man das Land um 4 l oder 
5 h p, in., so mache man noch einen kleinen Schlag nach Osten, um dann wieder 
nach der Küste zu liegen. Wird der Wind flau, so wende man sofort, um 
nicht in die hier oft 6 bis 8 Stunden anhaltenden Windstillen zu gelangen. 
Nachdem man Kap Varela erreicht hat, kommt man in einen starken Nordstrom, 
so dafs ein ferneres Kreuzen hier nutzlos und zeitraubend wird. Man liege 
deshalb über einem Bug nach den Palawan-Untiefen und wende nicht eher, bis 
man wenigstens 11° N-Br und 113° O-Lg erreicht bat, weil bis hierhin der 
starke um Kap Padaran mit 40—70 Sm pro Tag setzende starke Strom sich 
erstreckt. Yon dieser Position oder den Palawan-Untiefen kreuze inan westlich 
nach Hob. Roy und Prince of Waies-Bank; auf dieser Strecke läuft der Strom
	        
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