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S-egel-An we i s h ng e ti für Fahrten in den Chinesischen Gewässern.
mit 15—40 Sm pro Tag Geschwindigkeit das ganze Jahr, seine anfängliche
Nord-Richtung östlich von Formosa wird nacheinander NNE—NE und ENE;
da die Temperatur dieses Stromes 10—13° höher als die der Luft ist, so sollte
man nördlich der //o«-pm-«Vi-Griippe, insbesondere an seiner westlichen Seite
und wenn man nach Westen liegt, nicht verfehlen, recht fleifsig die Temperatur
des Wassers zu messen, da schon einige Seemeilen westlich dieses Stromes ein
anderer Kaltwasserstrom stark nach SW setzt. An der Grenze dieser Ströme
zeigt sich stets eine Stromkabbolung, auch ist bei etwas Briese dio See des
nach SW fliefsenden Stromes regelmäfsig und nicht so kurz und aufgeregt als
in dem nach Nord fliefsenden Warmwasser-Strom.
8. Von Bangkok nach China.
Für die Reise von Bangkok nach Hongkong oder Macao ist mit einem
einigermafsen gut kreuzenden Schiffe das ganze Jahr die China-See-Ronte zu
empfehlen. Man halte sich im NE-Monsun so nahe als möglich an der Kambodja-
Seite des Golfs und strebe danach, dicht bei Pulo Obi zu passiren, denn auf der
Breite von Pulo Obi hält es in der Mitte des Golfs infolge von ENE-Winden und
starker westlicher Strömung schwer, Ost zu machen. Von Pulo Obi liege man
dann mit dem herrschenden NE-Monsun über einem Bug nach 4—2° N-Br; ein
Wenden, bevor man 3° N-Br erreicht, ist nutzlos und zeitraubend, wenn nicht
besondere Umstände vorliegen. Hat man 4° N-Br erreicht, so arbeite man
zwischen dieser Breite und Borneo nach ca 111° O-Lg, woselbst der Gegenstrom
nicht erheblich und sogar oft ein Strom nach Osten setzt, von 111° O-Lg und
zwischen 7° und 5° N-Br richte man sich weiter nach den im folgenden
Abschnitt (9) gemachten Ausführungen.
Von Bangkok nach dem Norden China’s und seihst nach Amoy ist von
Anfang November bis Ende Februar jederzeit die östliche Route GPo/o-Passage
und Stiller Ocean der CAi««-See-Route vorzuziehen; auf keinen Fall ist zur
Benutzung der P«löwa«-Ba?afrac-Strafse und der Sv/a-See und Bernardino-
Strafse oder Sulu- und Celcbes-Sno zu rathen.
9. Von Saigon nach China.
Von Saigon nach Hongkong und dem Norden China’s bestimmt, empfiehlt
sich während des ganzen NE-Monsuns dio China-See-Rou te, mit einem schwachen
oder schlecht kreuzenden Schiffe, jedoch sollte man, wenn nördlicher als Amoy
bestimmt, von Anfang November bis Ende Januar die Ost-Routo „Jaua-See,
Gi/ohnPass&ge, Stiller Ocean“ einscklagen.
Da aber die Stärke des NE-Monsuns mit den Jahren verschieden ist, so
mufs das vorhergegangene und herrschende Wetter stets mafsgebend sein, ob
man nach Norden bestimmt, die ca 1800 Sm gröfsere östliche Route wählt
oder nicht.
Wenn man von Oktober bis März, ans dem SaigonWlnh kommend, das
Kap St, James erreicht und das Wetter, sowie die Luft über See nicht auf
stürmischen NE-Monsun deuten, so lasse man sich nicht durch die an der West-
Seite des Kaps über und zwischen den Bergen dnrchkonennenden, oft heftigen
Böen beirren, um, daselbst auf besseres Wetter wartend, zu ankern, sondern
gehe sogleich in See, um über einem Bug nach den Palavmn-Untiefen hinüber
zu liegen. Man wende auf keinen Fall, selbst wenn der Wind Ost sein sollte,
da hier ein Strom von 30—4ÖSm pro Tag nach SW läuft und der Wind sich
ca 60 Sm von der Küste nach ENE, NE und öfters sogar nach NNE zieht.
Auf diese Weise wird man in den ersten 24 Stunden zwischen 7° und 8° N-Br
und 109—109'A° O-Lg gelangen, und hier setzt der Strom 20 bis 50 Sm nach
Ost und Nordost, so dafs mau bei einigermafsen zum Kreuzen günstigem Wetter
am zweiten Tage schon bei den West-London-Riffeu angelangt sein wird. Von
8° 30' bis 9° 30' N-Br halte man sich zwischen 110° 40' und 111° 30' O-Lg
und von 9° 30' bis 10° 30'N-Br zwischen 111° 30' und 112° O-Lg. Auf diese
Weise wird man Nord-Da7iger in 7 bis 10 Tagen erreichen. Auf der eben
angegebenen Route setzt ein Strom nach NE und Nord, während man öatlieh
davon, also dicht an den Unticfon, keinen Strom bemerkt, ebenso findet man
östlich von 10° 30' N-Br und 112° O-Lg keinen Strom vor. An der West-Seite
der Palawan-Uatiöfen hält der NE-Monsun sich immer sehr nördlich und weht