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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Segcl-Ànweiswngen für Fahrten in den Chinesischen Gewässern. 
Segel-Anweisungen für Fahrten in den Chinesischen Gewässern. 
Unter diesem Titel hat Herr Kapi P. À. Polack, Hafenmeister zu 
Cuxhaven, seine während seiner früheren als Führer der Hamburger Barken 
„jNorma“, „Zanzibar“, „Esmeralda“ und „Madeira“ gemachten langjährigen 
Reisen in den Chinesischen Gewässern gesammelten Erfahrungen zusammen 
gestellt, namentlich die für Segelschiffe in jenen Gewässern zu wählenden 
geeignetsten Routen Torgeschlagen und besprochen und diese bereits 1868 als 
Manuskript gedruckte Arbeit in gütiger Weise dem Hydrographischen Amte 
zur Verfügung gestellt. Da dieselbe auch jetzt noch manches für die Schiffahrt 
in den dortigen Gewässern sehr schätzens- und wissenswerthe Material enthält, 
so glauben wir solches zur weiteren Kenntnifs billigen zu müssen und lassen 
zunächst eine Anzahl der verzcichnoten Segelrouten folgen. 
L Reise «ach China im SW-Monsuu. 
Von Mai bis September nach Singapore, Bangkok, Saigon und China 
bestimmt, hat man stets die Route durch die Sanda-Strafse zu wählen. Nach 
Hongkong, den nördlichen Häfen Chinas und Japan ist dagegen dieser Weg 
nach Mitte September nicht mehr zu empfehlen, vielmehr sollte man von 
dieser Zeit an bis Ende November durch die Lombock- oder -JKas-Strafse, dann 
durch die Afacassar-Strafse und Celebes-See gehen, um durch eine der Strafsen 
zwischen Nord-Celebes und der Söa^M'-Iusßl in den Stillen Ocean zu gelangen, 
von wo 5° Nord und 130° Ost leicht erreicht und bis Hongkong in den Bashee- 
Strafscn und nach den nördlichen Häfen von Formosa östlich sich keine weiteren 
Schwierigkeiten darbieten. 
In der iUacösMr-Strafse weht der Wind von Mitte September bis ca Ende 
November an der West-Seite von Celebes aus südlicher Richtung, am Tage 
etwa SSW, in der Nacht SB. Der Strom setzt in diesen Monaten mit einigen 
Ausnahmen von Süd nach Nord ca 10—20 Sm pro Tag. Von Kap Honda und 
in der Celebes Sec ist der Wind zwischen NE und SE von schönem Wetter 
begleitet. Während der Strom vom Kap Donda bis Kap Rivers nach NE läuft, 
setzt er von letzterem an nach EzN und von 122° O-Lg an nach SE und SSE 
mit einer Geschwindigkeit von 30—45 Sm pro Tag in der Menada-Bai, zwischen 
der San<7M'-Insel und Nord-Celebes jedoch mit 20 Sm pro Tag nach Ost und 
von der North Humberland-Xiciieio bis zu den P«faw-Inseln zwischen 20 und 
45 Sm nach NNE undOst. Sollte sich aber Jemand veranlafst finden, in diesen 
Monaten die Route durch die Sulu-Sm und westlich von Luzon der Pacific- 
Route vorzuziehen, so ist zu erwähnen, dafs man sich vielen Windstillen und 
auf 5° N-Er einem starken südlich von Mindanao laufenden Weststrom aussetzt. 
Nach November ist die Passage durch die J/acassar-Strafse nicht mehr 
zu empfohlen, weil alsdann hier ein starker Strom von Nordeu läuft. 
2. Reise nach China im NE-Monsun. 
Von Ende November bis Ende Februar sollte man ebenfalls durch die 
Lombock- oder Ml/as-Sträfse gehen, dann Ost und später NE nach der Insel 
Büro steuern, um von dort durch die Pitt- und Gi'Zokj-Passage den Stillen Ocean 
zu erreichen. Ist man auf diese Weise in den letzteren gelangt, so arbeite 
man nach Norden, um so schnell als möglich aus den Aequatorialwiadstillen 
zu gelangen. Im Anfang wird man einen ziemlich starken Strom nach W und 
NW haben (Abbiegung des Aequatorialstromes von Ost nach West), welcher 
jedoch später von ca 4° N-ßr und 128° O-Lg nach NE und von 5° bis 6° N-Br 
sogar nach Osten setzt. 
Auf keinen Fall mache man, wie die Segelanweisung von Horsburgh 
angiebt, Ost zwischen l 9 30' und 3° N-Br, da dies nur zeitraubend und durchaus 
nicht nöthig ist. Auch östlich von den Pd&m-Inseln zu gehen, ist selbst nach 
Shanghai bestimmt nur zeitraubend; denn, sollte man im schlimmsten Fall mit 
NE- oder NEzE-Wind nicht hiuliegen können (selbst ira Decomber und Januar 
ist zwischen 5° und 15 9 N-Br der Wind zwischen NNE und Ost), so kann man 
leicht nach Ost oder ESE wenden, so dafs man den Strom nach NE oder NW 
unter Lee hat. Sollte der Wind günstig, etwa NW oder West sein, nachdem 
man aus der (?$cffo-Passago gekommen, was in obigen Monaten zuweilen vor
	        
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