332
Segcl-Ànweiswngen für Fahrten in den Chinesischen Gewässern.
Segel-Anweisungen für Fahrten in den Chinesischen Gewässern.
Unter diesem Titel hat Herr Kapi P. À. Polack, Hafenmeister zu
Cuxhaven, seine während seiner früheren als Führer der Hamburger Barken
„jNorma“, „Zanzibar“, „Esmeralda“ und „Madeira“ gemachten langjährigen
Reisen in den Chinesischen Gewässern gesammelten Erfahrungen zusammen
gestellt, namentlich die für Segelschiffe in jenen Gewässern zu wählenden
geeignetsten Routen Torgeschlagen und besprochen und diese bereits 1868 als
Manuskript gedruckte Arbeit in gütiger Weise dem Hydrographischen Amte
zur Verfügung gestellt. Da dieselbe auch jetzt noch manches für die Schiffahrt
in den dortigen Gewässern sehr schätzens- und wissenswerthe Material enthält,
so glauben wir solches zur weiteren Kenntnifs billigen zu müssen und lassen
zunächst eine Anzahl der verzcichnoten Segelrouten folgen.
L Reise «ach China im SW-Monsuu.
Von Mai bis September nach Singapore, Bangkok, Saigon und China
bestimmt, hat man stets die Route durch die Sanda-Strafse zu wählen. Nach
Hongkong, den nördlichen Häfen Chinas und Japan ist dagegen dieser Weg
nach Mitte September nicht mehr zu empfehlen, vielmehr sollte man von
dieser Zeit an bis Ende November durch die Lombock- oder -JKas-Strafse, dann
durch die Afacassar-Strafse und Celebes-See gehen, um durch eine der Strafsen
zwischen Nord-Celebes und der Söa^M'-Iusßl in den Stillen Ocean zu gelangen,
von wo 5° Nord und 130° Ost leicht erreicht und bis Hongkong in den Bashee-
Strafscn und nach den nördlichen Häfen von Formosa östlich sich keine weiteren
Schwierigkeiten darbieten.
In der iUacösMr-Strafse weht der Wind von Mitte September bis ca Ende
November an der West-Seite von Celebes aus südlicher Richtung, am Tage
etwa SSW, in der Nacht SB. Der Strom setzt in diesen Monaten mit einigen
Ausnahmen von Süd nach Nord ca 10—20 Sm pro Tag. Von Kap Honda und
in der Celebes Sec ist der Wind zwischen NE und SE von schönem Wetter
begleitet. Während der Strom vom Kap Donda bis Kap Rivers nach NE läuft,
setzt er von letzterem an nach EzN und von 122° O-Lg an nach SE und SSE
mit einer Geschwindigkeit von 30—45 Sm pro Tag in der Menada-Bai, zwischen
der San<7M'-Insel und Nord-Celebes jedoch mit 20 Sm pro Tag nach Ost und
von der North Humberland-Xiciieio bis zu den P«faw-Inseln zwischen 20 und
45 Sm nach NNE undOst. Sollte sich aber Jemand veranlafst finden, in diesen
Monaten die Route durch die Sulu-Sm und westlich von Luzon der Pacific-
Route vorzuziehen, so ist zu erwähnen, dafs man sich vielen Windstillen und
auf 5° N-Er einem starken südlich von Mindanao laufenden Weststrom aussetzt.
Nach November ist die Passage durch die J/acassar-Strafse nicht mehr
zu empfohlen, weil alsdann hier ein starker Strom von Nordeu läuft.
2. Reise nach China im NE-Monsun.
Von Ende November bis Ende Februar sollte man ebenfalls durch die
Lombock- oder Ml/as-Sträfse gehen, dann Ost und später NE nach der Insel
Büro steuern, um von dort durch die Pitt- und Gi'Zokj-Passage den Stillen Ocean
zu erreichen. Ist man auf diese Weise in den letzteren gelangt, so arbeite
man nach Norden, um so schnell als möglich aus den Aequatorialwiadstillen
zu gelangen. Im Anfang wird man einen ziemlich starken Strom nach W und
NW haben (Abbiegung des Aequatorialstromes von Ost nach West), welcher
jedoch später von ca 4° N-ßr und 128° O-Lg nach NE und von 5° bis 6° N-Br
sogar nach Osten setzt.
Auf keinen Fall mache man, wie die Segelanweisung von Horsburgh
angiebt, Ost zwischen l 9 30' und 3° N-Br, da dies nur zeitraubend und durchaus
nicht nöthig ist. Auch östlich von den Pd&m-Inseln zu gehen, ist selbst nach
Shanghai bestimmt nur zeitraubend; denn, sollte man im schlimmsten Fall mit
NE- oder NEzE-Wind nicht hiuliegen können (selbst ira Decomber und Januar
ist zwischen 5° und 15 9 N-Br der Wind zwischen NNE und Ost), so kann man
leicht nach Ost oder ESE wenden, so dafs man den Strom nach NE oder NW
unter Lee hat. Sollte der Wind günstig, etwa NW oder West sein, nachdem
man aus der (?$cffo-Passago gekommen, was in obigen Monaten zuweilen vor