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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Prüfung der Poisson’schen Beviatlonstheorie für die ScWflskompasse, 
einwirkt, dafs schon hierdurch die Nadel in eine Richtung gebracht wird, welche 
die Wirkung der anderen Kräfte auf die so veränderte Richtung der Nudel 
gänzlich abändern würde, so wird folgende einfache Summirung gestattet sein: 
p e 4" q/S 
p'u + q','< 
p"n -f* °,"ß 
r y in der Richtung a 
r ‘y » 
r "y n 
Zu einer Kraftäufserung in der Richtung a trägt also nicht nur der 
Theil pß des indueirten Eisens bei, dessen Lage mit dieser Richtung überein- 
stimmt, sondern auch die beiden anderen dazu senkrechten Theile und ry, 
insofern sie vermöge ihrer Lage eine Polarität gewinnen, die auf die Richtung 
nach a einwirkt. Ebenso in Beziehung auf die anderen Richtungen nach ß und y. 
Söll nun gar keine Störung der Nadel im azimuthalen Sinne, also gar 
keine Deviation stattfinden, so müssen offenbar die bezüglichen störenden Kräfte 
sich gegenseitig auf hoben, d. h. diese Kräfte müssen sich zu einander verhalten 
wie a zu ß, wodurch von der Erde allein die Richtung der Nadel in diesem 
Sinne bestimmt ist. Es mufs in diesem Fall© also die Gleichung bestehen: 
pß 4- ijjS + r y 
p'« + q'rf 4- v'y 
oder ßfaa + ijß + if) == a (p'c 4* q',S 4- r'y). 
Die Division der letzten Gleichung durch aß giebt: 
p4-q. 
£ 
m 
p‘. 
- » | • ^ —j— , 
jp 
und da auch diese Gleichung für alle Werthe von a, ß, y richtig bleiben soll, 
so ist nur übrig, dafs p = q' und q = o, r = o, p' — o, r* = o seiu müsse, da 
her sich die nenn Koeflicienten in diesem Falle auf fünf rcduoiren, um der 
gestellten Bedingung allgemein zu genügen. In besonderen Fällen können 
natürlich andere Bedingungen dasselbe bewirken, wenn nur das Yerhältnifs der 
störenden Kräfte dem Yerhältnifs der Erdkräfte gleich bleibt. 
Vierzehn Jahre später, als schon durch die gemachten Erfahrungen auf 
den Polar-Reisen und durch die zunehmende Verwendung von Eisen zu Schiffen, 
die Berücksichtigung der Deviation der Schiffskompasse anfiog zu einer brennen 
den Frage zu werden, bearbeitete Poisson in dieser Beziehung den Gegenstand 
eingehender. 2 ) Er wählte das obige Koordinatensystem für a und ß jetzt nach 
dem Längsschnitte und Querschnitte des Schiffes, dessen Kompaisort sonach 
zum Gentrum eines mit den wechselnden Richtungen des Schiffes beweglichen 
Koordinatensystems gemacht worden ist. Aus den Grundgleichungon wurden 
Formeln hergeleitet zur Bestimmung der magnetischen Deklination und Inklination 
durch die Beobachtungen am Schiffe. Die Formel für die Deklination, welche 
auch zur Bestimmung der Deviation in Betracht kam, enthielt sowohl den 
Kompafskurs, als auch de» magnetischen Kurs, und fünf konstante Koeffizienten, 
welche aus den Beobachtungen nach der Methode der kleinsten Quadrate be 
stimmt werden sollten, wenn mehr als fünf Beobachtungen zur Verfügung waren. 
Um die Einführung und zweckmäfsige Entwickelung für den nautischen 
Gebrauch machten sich sodann in England Archibatd Smith von der Cam 
bridger Universität und Kapt. Evans von der Königlichen Marine verdient. 3 ) 
Bei der Aufstellung der Gleichungen wurde es vorgezogen, abweichend von 
Poisson, die östliche Deviation als positiv, ebenso die Richtung nach Steuer 
bord als die positive seitliche Richtung anzunehmen und gleichfalls die Kurse 
von Nord durch Ost als positiv zu rechne». Zur Berücksichtigung des festen 
Magnetismus im Schiffe, dessen schon Poisson (pag. 148) gedacht und mit 
a', ß\ f nach den drei Koordinaten bezeichnet hatte, wurden diese Gröfscn 
durch P, Q, R ausgedrückt und in den Gleichungen mit aufgenommön, so dafs 
2) Sur les déviations de ia boussole produites par le fer des vaisseaux, 1838. Cotm, des 
Temps pour l’an 1841. Paris 1838. Addit. pag. 113. 
») Philos. Trajisaet. London 1881. — Admiralty Manual for the Déviations oi tlie Compass. 
London 1862. 5. Edit, 1882. — Von À. Smith sind auch schon frühere Bearbeitungen de® Gegen 
standes veröffentlicht (tt. n. Phil. Tr. 1816, pag. 346—355), die sich aber mit der Wahl der Vor 
zeichen noch ganz an Poisson ansehliefseit.
	        
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