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Kon k uv reu z-Prfi fn >ig von Marine-Chronometern im Winter 1888—89.
Die Mittelwerthe der mittleren täglichen Gänge aus den symmetrisch
geordneten Dekaden gleicher Temperatur sind von dem Betrage der Acceleration
oder dem Zeitgliede erster Ordnung befreit. Der zehnfache Werth der täglichen
Acceleration (oder die zehntägige Acceleration des täglichen Ganges) Gröfse C
ist aus den beiden äufsersten Dekadenpaaren abgeleitet und in die Kolumne IX
eingetragen worden. — Kolumne X enthält endlich die charakteristische Gröfse
A -j- 2B -}- C, nach deren zunehmendem Betrage die Reihenfolge der Chrono
meter festgestellt wurde.
Die Vergleichung der obigen Gang-Tabelle mit den früheren läfst er
kennen, dafs in der Gesumm tleistung der Chronometer-Fabrikation, gegenüber
den Resultaten der vorhergehenden Konkurrenz-Prüfungen, namentlich der 8ten
und 9ten, ein Rückschritt sich bemerkbar macht. Allerdings gebührt den
Chronometern No. 1 bis 3 mit den charakteristischen Zahlen A-f-2B-j-C
zwischen 2.21 s und 2,57* das Prädikat „ausgezeichnet“, und auch den Chrono
metern No. 4 bis 13 (A -f- 2B -f C variirt zwischen 2,98* bis 5,03 a ) darf das
Prädikat „recht gut“ resp. „gut“ zuerkannt werden. Dagegen treten bei den
folgenden Instrumenten, No. 14—22, die Mängel in der Kompensation, starke
Acceleration und das unregelmäfsige Wirken der Hülfskompensation immer mehr
hervor. Ein Fehler der ersten Art, welcher sich in den meisten Fällen durch
eine Revision leicht beseitigen läfst, findet sieb z. B. in den Gängen des
Chronometers Bröcking No. 1162 sehr deutlich ausgesprochen.
Der in dem Preisausschreiben für die Prämiirung festgesetzten Bedingung,
dafs die Summe A-j- 2B + C den Werth von 2,5 Sekunden nicht überschreiten
darf, entsprechen nur die beiden ersten Chronometer Ehrlich No. 496 und 503;
unter der Berücksichtigung jedoch, dafs bei dem dritten Chronometer, Bröcking
No. 1168, diese Fehlergrenze nur um einige Hundertstel von Sekunden über
schritten wird, während dio Gröfsen B und C kleiner sind, als bei dem ersten
Chronometer, wurde auch dieses zur Prämiirung zugelasseD. Es wurde dem
nach zuerkannt dem
Chronometer W. G. Ehrlich No. 496 der 1. Preis (700 Ji)
„ W. G. Ehrlich No. 503 „ 2. „ (600 Ji)
„ W. Bröcking No. 1168 „ 3. „ (500 Ji).
Unmittelbar nach Sehlufs der Prüfung wurden die Chronometer durch
eine Kommission in 11 a in hm -g-Altona etablirter Chronometer-Fabrikanten einer
Untersuchung auf ihren gegenwärtigen Zustand unterzogen. Diese Untersuchung
sollte insbesondere foststellen, ob die auf dem Institute angowendetc Herstellung
der höheren Temperaturen durch kleine Gasbrenner irgend welchen nachtheiligen
Einflufs auf die Instrumente, insbesondere auf die Spirale und Balance, aus
geübt habe und letztere Ansatzstellen von Rost zeigten. — Sämmtlioho Sach
verständigen sprachen ihre Ansicht dahin ans, dafs an den von ihnen unter
suchten Chronometern keinerlei Spuren von Oxydation zu bemerken seien, und
es wurde noch insbesondere hervorgehoben, dafs die Instrumente, welche von
den Sachverständigen selbst zur Prüfung eingeliefert worden waren, sich noch
in genau gleichem Zustande befänden, wie zur Zeit der Zustellung an die
Abtheilung.
Hamburg, den 18. Mai 1889.
Der Vorstand der Abtheilung IV der Seewarto.
George Rümker,
Direktor dor Sternwarte.