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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Konkurrenz-Prüfung voa Marine-Chronometern im Winter 1888—89. 
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den Normaluhren der Sternwarte auf ehronographischem Wege verglichen; 
aufserdem wurde an jedem Dekadentage durch den Observator der Sternwarte 
— bis zum 1. Januar 1889 durch Herrn Dr. W. Luther, später durch Herrn 
Dr. C. Schräder — zwischen 10 und 11 Uhr Vormittags eine zweite Ver 
gleichung zur Herstellung einer Unabhängigen Kontrolle ausgeführt. Dio zur 
Ermittelung des Standes der Normaluhren nothwendigen Zeitbestimmungen wur 
den von Herrn Dr. 0. Stochert am Meridian-Kreise der Sternwarte angestellt. 
Das Verfahren bei der Prüfung, insbesondere die Anordnung der Tem 
peratur-Intervalle, war analog dem bei den früher auf der Abtheilung IV 
abgehaltenen Konkurrenz-Prüfungen beobachteten; doch wurden in Gemäfshoit 
der von Seiner Bxcellenz dem Herrn Chef der Kaiserlichen Admiralität be 
stätigten Beschlüsse der zweiten im Juli 1887 in Hamburg abgehaltenen 
Chronometer-Konferenz zur Ableitung der für die Güte der Instrumente charak 
teristischen Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1888 Dezember 1 
bis 1889 März 31 erhaltenen Gänge verwendet. Während der ersten beide» 
Dekaden der Prüfungszeit (188.8 November 11 bis Dezember 1) wurden die 
Instrumente allmählich bis auf' 30° C. erwärmt; während der beiden letzten 
Dekaden (1889 März 31 bis April 20) wurde die Temperatur langsam von 30° 
bis auf Zimmerwärme vermindert. Unter Fortfall dieser äufseratön hier nicht 
weiter berücksichtigten Dekaden ergab sieh das folgende vollständig symmetri 
sche Temperaturschema: 
Dekade 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 
Temperatur C. 30°, 25°, 20°, 15°, 10°, 5% 5°, 10°, 15% 20% 25°, 30° 
Da der Winter der Prüfung bei den niedrigen Temperaturen günstig war, 
so konnten letztere fast vollkommen innegehalten werden« Die niedrigste über 
haupt erreichte Temperatur betrug 3,5°, die höchste 30,7°. Die Schwankungen 
innerhalb der einzelnen Dekaden blieben aufserordentlieh gering, und es konnten, 
mit Ausnahme der beiden 5®-Dekaden, die beabsichtigten Mittoltemperaturen 
vollständig genau hergestellt werden. 
Die aus den Vergleichungen mit den Normaluhren resultirciulen Gänge 
der einzelnen Chronometer wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und 
die hieraus abgeleiteten mittleren täglichen Gänge in die Kolumne V ein 
getragen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurde ein Thermochronometer (nicht 
kompensirtes Chronometer) verglichen und die Dekadengänge desselben der 
Tabelle unten beigefügt. Unter der Rubrik, welche diese in Sekunden aus 
gedrückten Werthe enthält, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen 
der meteorologischen Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen, sowie die 
Extreme der während der betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tages 
temperaturen. In der letzten Reihe sind die Mittelwerthe der an den Koppe- 
schen Haarhygrometern abgelesenen relativen Feuchtigkeitsgrade im Innern des 
Prüfungsapparates angegeben. 
Dem Konkun-enz-Aussehreibon der Direktion der Seewarte gemäis, sowie 
den Beschlüssen der Chronometer-Konferenz entsprechend, sollten nach beendeter 
Prüfung die Chronometer ihrer Güte nach so geordnet werden, dafs dasjenige 
Instrument, bei welchem der Unterschied zwischen dem gröfsten und kleinsten 
auf die Mitte der Untersuclumgszeit reducirten eintägigen Gange (Betrag A) 
plus dem doppelten Betrage der gröfsten Schwankung im eintägigen Gange von 
einer Dekade zur folgenden (Betrag B), vermehrt nm den genäherten Mittelwerth 
der zehntägigen Acceleration des täglichen Ganges (Betrag C) ein Minimum ist, 
den ersten Rang in der Prüfungsliste einmmmt und die anderen Chronometer 
nach der Zunahme der Summe dieser drei numerischen Gröfsen nacbfolgen. 
Bei der Ableitung der Großen А, В und C wurde folgendes Verfahren 
innegehalten. Aus den symmetrisch zur Mitte der Untcrsuchungsze.it gelegenen 
Dekaden mit gleichen Temperaturen wurden die Gangmittel genommen und als 
die bei den betreffenden Temperaturen beobachteten mittleren täglichen Gänge 
in Kolumne VI eingetragen. Der gröfste Unterschied in diesen mittleren täg 
lichen Gängen ist der in Kolumue VII angegebene Betrag Ä. — Gröfse B, in 
Kolumne VIII enthalten, ist alsdann die gröfste Schwankung im mittleren täg 
lichen Gange von einer Dekade zur folgenden. 
ä»b. d. Hy*, ete., 1889, Heft YIU. 
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