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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Dampfer-Routen zwischen Aden und Jfiedertändiseh Ostindien. 297 
Aus dom Vorhergehenden lassen .sich in vollständiger Ucbereinstimmung 
mit der Theorie folgende Kegeln ableiten: 
Die direkte Route ist für die Ausreise von März bis Ende Oktober, für 
die Heimreise nach Europa von Oktober bis Mitte Mai zu empfehlen. 
Yon November bis Ende Februar ist für die Ausreise die südliche Route 
vorzuziehen und der 75. Grad östlicher Länge in der Nähe des Aequators zu 
schneiden. Für die Rückreise ist von Mitte Mai bis Ende September die süd 
liche Route zu benutzen, dabei braucht man jedoch 75° O-Lg nicht südlicher 
als 5° S-ßr zu passiven. 
Die direkte Route giebt zu keinen besonderen Bemerkungen Veranlassung. 
Die Gruppirung der Inseln gegen den 73. Längengrad bewirkt, dafs zwischen 
diesem Meridian und Aden fast alle Routen dieselben sind, erst weiter nach 
Osten gehen die Wege nach Padang und der Äwwia-Strafse aus einander. 
Einige Schiffe, welche von der Swula-Strafse an der Küste von Sumatra ent 
lang nach Norden gehen, haben etwas längere Reisen als diejenigen, welche in 
demselben Monat gleich nach West steuern. 
Zur näheren Festlegung der südlichen Route ist für die verschiedenen 
Monate nicht nur der vorteilhafteste Schnittpunkt dos 75. Längengrades be 
stimmt, sondern auch untersucht worden, in welcher Breite 55° und 65° O-Lg 
passirt werden müssen. Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dafs im Januar 
und Februar diejenigen Schiffe, welche 55° O-Lg zwischen 11° und 9° N-Br 
und 65° O-Lg zwischen 6° und 2° N-Br schneiden, etwas schnellere Reisen 
machen, als diejenigen, welche von Anfang an mehr nach Süden gehen. In den 
übrigen Monaten ist keine merkbare Differenz vorhanden. 
Für den zweiten Theil der Reise sind diese Untersuchungen nicht in 
derselben Weise angestellt, weil alle Schiffe nach Passiren des 75. Längen 
grades sieh direkt ihrem Bestimmungsort zuwenden. Die nach Padang gehenden 
Schiffe bleiben auf der Breite, auf welcher sie sich befinden, und die nach der 
Sunda- Strafse bestimmten schneiden den 85. Längengrad zwischen 1° und 
3° S-Br und den 95. zwischen 2° und 5° S-Br. 
Für die Rückreise im West-Monsun sind die beiden Theile der Reise 
einzeln untersucht; für den östlichen Theil mufsten die Reisen von Padang von 
denjenigen, welche in der £?md«-Straise ihren Ausgangspunkt nahmen, getrennt 
werden, für den westlichen Theil konnten sie zusammen behandelt werden. Die 
Ergebnisse sind wenig entscheidender Natur, da auf der östlichen Strecke die 
Routen sehr wenig von einander divergiren, auf der westlichen Strecke wohl 
g-röfsere Abweichungen in den Routen Vorkommen, die Reisedauer aber ziemlich 
gleich ist, so dafs der Zeitverlust, welcher durch einen Umweg veranlafst ist, 
durch günstigere Witterungs Verhältnisse wieder aufgehoben zu sein scheint. Die 
von der Bwrada-Strafse aus direkten Kurs nehmenden Schiffe werden, um den 
75. Längengrad zwischen I 6 und 5° S-Br zu schneiden, den 95. und 85. Längen 
grad zwischen 4° und 6° resp. zwischen 2° und 6° S-Br passiren. Nach 
Norden ist kein Schiff von dieser Ronte abgewichen, ein südlicherer Weg ver 
längert die Reisedauer etwas. Die von Padang ausgehenden Schiffe schneiden 
bei derselben Route 95° O-Lg zwischen 1° und 3° S-Br, 85° Ö-Lg zwischen 
1° und 5° S-Br. 
Auf dem westlichen Theil der Reise von 75° O-Lg bis Aden schneiden 
die meisten Schiffe den 65. Längengrad zwischen 1° und 4° S-Br, den 55. 
zwischen 6° und 3° N-Br. 
Die nachfolgende tabellarische Uebersieht fafst die Haupt-Resultate der 
Untersuchungen kurz zusammen und giebt sowohl für die Aus- als Rückreise 
diejenigen Breiten an, auf welchen die Meridiane von 55°, 65°, 75°, 85° und 
95° O-Lg in den verschiedenen Jahreszeiten geschnitten werden müssen, um 
eine möglichst günstige Reise zu erzielen. Wo zwei Breiten über einander an 
gegeben sind, gilt die obere für Reisen nach und von Padang, die untere für 
Reisen nach und von der -Swncfe-Strafso,
	        
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