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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Reisen im OstiiKlrsehen Archipel. 
Barometerstand von 755,5 mm beobachteten wir am 10. September um 4 Uhr 
Nachmittags. 
Am 11. September endlich sahen wir den Dampfer wieder zu uns heraus 
kommen, und bald erfuhren wir, zu meiner und auch des Waehtmanns, der 
während der ganzen Zeit seekrank gewesen war, nicht geringen Freude, dafs 
das Schiff dem. freien Verkehr mit dem Lande überwiesen sei. Ich benutzte 
daher gleich die erste Gelegenheit, um mit dem Dampfer nach der Stadt zu 
fahren. Hier erfuhr ich denn, dafs wir nahe daran gewesen waren, zur Ab 
haltung der Quarantäne nach Manila beordert zu werden. Nur einer geringen 
Majorität einer Versammlung cier mafsgebenden Herren, die in dieser Ange 
legenbeit abgehalten wurde, hatten wir es zu verdanken, dafs von dieser Ver 
fügung Abstand genommen worden war. Einige Tage später wurde thatsächlich 
ein hier mit Ladung von Singapore einkommender Dampfer nach Manila gesandt, 
um dort in einer Bucht seine Quarantäne abzuhalten. Nach Verlauf von zehn 
Tagen kam er zum Löschen der Ladung auf hier zurück. Ein Segelschiff würde 
für diese Reise bei dem jetzigen stürmischen SW-Winde mindestens vier 
Wochen benöthigt haben. 
Mit meinem Ablader war ich dahin übereingekommen, das Schiff im Flufs 
bis zu einem Tiefgänge von 3,9 m (13 Fufs) zu beladen, wogegen er die Vei’- 
pfiiehtung übernahm, Lootsgeld und SchJepplohn, ein- und ausgehend, zu be 
zahlen. Eine Gefahr, aufser derjenigen, mit einem der vielen Leichter (Gaffel 
schoner) in Kollision zu gerathen, ist mit dem Laden im Flusse nicht verknüpft. 
Der Boden ist weich, mit Ausnahme der Stelle, wo man versucht hat, eiu 
steinernes Bollwerk zu bauen, und wo ein auf Grund Gerathen nachtheilige Folgen 
haben könnte. Um das Schiff von dieser Stelle frei zu halten, hat man das 
selbe vom Bug und Heck aus nach der Mitte des Fahrwassers hin zu verankern. 
Aufserdem wird es am Ufer mit Landfesten, als welche Ketten und Stahltrossen 
dienen sollten, weil die Wagen über dieselben hiuwegfahren, an Pfählen fest- 
gemacht. Auf die Haltbarkeit der letzteren kann man sich übrigens nicht 
immer mit Sicherheit verlassen; nachdem einer derselben nachgegeben batte, 
versuchten wir den andern durch einen Anker zu stützen. 
Das Löschen des Ballastes und das Uebernehmen des Zuckers geht im 
Flusse, wenn nur an Bord alles bereit ist, rasch von statten. Dazu ist das 
Löschen des Ballastes hier nur etwa halb so theuer als auf der Rhede, woselbst 
gegenwärtig 40 Cents für die Tonne genommen wird. Bei der Uebernahme 
der Ladung findet indefs keine Ermäfsigung statt; man hat im Flusse ebenso wie 
auf der Rhede 9 Cents für die Tonne zu zahlen. Die Konkurrenz unter den 
Stauern ist sehr grofs; immerhin hängt es natürlich von der Anzahl der an 
wesenden Schiffe ab, ob sich ein mehr oder weniger günstiges Uebereinkommen 
mit demselben treffen läfst. 
Irgend welche Erleichterungen für die Schiffahrt sind im Flusse noch 
nicht getroffen; selbst das Geringste, was man wohl erwarten könnte, eine Boje 
zum Schwaien der Schiffe, ist nicht vorhanden. Ein deutscher Dampfer gerieth 
beim Schwaien am Ufer fest und mniste 10 Stunden warten, bevor er mit der 
nächsten Fluth wieder flott wurde. Wir kamen ohne allen Schaden wieder au3 
dem Flusse heraus, hätten aber bald beim Herumschwingen eine Anzahl Leichter 
mit fortgerissen, weil der uns schleppende Dampfer zu schwach war, um ein 
gröfseres Schiff mit dem Kopf gegon den Strom herumzubringen, und aufserhalb 
der Flufsmündung längsseits trieb und sein Heck zertrümmerte. Freilich war 
dieser Dampfer einer der kleinen Frachtdampfer, die den Zucker von der Insel 
Nogros nach llo-Ilo bringen; der eigentliche Schleppdampfer, der übrigens auch 
nur eine Maschine von 60 Pferdekräften hat, lag in Reparatur. Die unge 
nügende Leistungsfähigkeit des Dampfers war die Veranlassung, dafs wir auf 
der Rhede einen ungünstigen Ankerplatz für das Laden bekamen; da indefs das 
Wettter sich gut hielt, war diese Arbeit in wenigen Tagen beendigt. Der beste 
Ankerplatz mit Rücksicht auf Strömung und Seegang, ist: Bondula- und Fort- 
Spitze ungefähr in Linie, auf einer Wassertiefe von ‘22 m (12 Fad.). 
Der Schlepplohn beträgt 8 Cents für die Reg.-Tonne. llo-Ilo ist im 
Ganzen kein theurer Platz; die Beamten, mit denen man zu thun hat, sind zu 
vorkommende Leute, aber sehr geneigt, Geschenke in Form von Naturalien und 
Geld anzunehmen und selbst zu fordern. Aufser der beständigen Zollwache von
	        
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