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Reisen im Ostindischen Archipel.
Die Durclisegelung der Rkio-Str&ke ist wegen der vorhandenen Feuer,
Bojen und sonstigen Marken leicht; aufserdem ist überall Ankergrund vorhanden.
Utn 7 Uhr Morgens den 30. Juli mufsten wir ankern, weil der bis dahin
leichte SSW-Wind durch eine heftige Gewitterböe mit Regen aus NW unter
brochen wurde. Erst am Abend dieses Tages gelangten wir, da der leichte
westliche Wind nur einen langsamen Fortschritt gestattete, in die Nähe Singa-
pores und mufsten hier auch noch aufserhalb der Rhede ankern, wodurch es
nöthig wurde, am folgenden Morgen (31. Juli) nochmals zu versegeln, um an
ungern richtigen Liegeplatz zu kommen. Um Zeit und Mühe zu ersparen, sollte
man, wenn man kann, gleich innerhalb der Hafengrenze, der Linie Obelisk—
Peak - Island, die mw. Nz0 3 /i0 — SzW 3 /iW verläuft, einen Ankerplatz auf
suchen. Der Obelisk stellt in der Nähe und eben westlich von Deepwater Point,
etwas unter den Bäumen versteckt. In der Nähe der rothen Boje, welcher
Platz für die Kriegsschiffe bestimmt ist, sollte man aber nicht ankern. Unsere
Reise von der ¿¡»«da-Strafse nach Singapore hatte eine Dauer von 12 Tagen.
Das Löschen der Kohlen geht an der Werft in Singapore, wenn man
nicht zu oft durch Dampfer, welche sich mit soloben versehen wollen, zum
Verlassen der Werft genöthigt wird, rasch vor sich. Von der Uebernahme
des Ballastes läfst sich dieses aber nur danu sagen, wenn wenige Schiffe an
wesend sind. Will man sich bei der Lieferung des Ballastes sicher stellen, so
mufs man denselben wiegen, sonst aber mit dem Lieferanten entsprechende Be
dingungen vereinbaren. Mit der Chinesischen Ballast-Gesellschaft — ich glaube
die einzigen Lieferanten hier — war ich dahin übereingekommen, die Menge
des eingenommenen Ballastes nach dem Tiefgange des Schiffes zu bestimmen, ein
Verfahren, welches ich bei früheren Gelegenheiten als ganz zuverlässig gefunden
hatte. Die Gesellschaft behauptete indessen, mir 100 Tonnen Ballast mehr, als
dieses nach meiner Berechnung der Fall sein mufste, geliefert zu haben. Ich
weigerte mich natürlich, die Mehrforderung zu bezahlen, und schliefslich gab
die Gesellschaft auch nach, aber unter der Androhung, dafs es mir nie wieder
gelingen würde, in Singapore Ballast zu erhalten. Dieses wäre nun freilich
recht schlimm, da ich die gröfstc Aussicht habe, wieder hierher zu kommen, und
Singapore aufgehört hat, ein Verschiffuügsplatz für Segelschiffe zu sein. Zur
Zeit freilich wurden Schiffe mit Holzpforten gesucht, die gegen gute Zahlung,
manchmal für mehrere Reisen, gechartert wurden, Holzladungen nach Hongkong
zu bringen, mit der Berechtigung, Rückladung, z. B. Salz, für eigene Rechnung
zurüekzunehmen.
Von Singapore nach Ilo-Ilo.
Nach Verlauf einer geraumen Zeit erhielt ich die Ordre, nach Ilo-Ilo zu
segeln. Es war meine Hauptsorge — wie dieses ja stets bei einer Bestimmung
nach einem spanischen Halen der Fall sein mufs — meine Papiere in möglichst
vollkommene und vorschriftsmäfsigc Ordnung zu bringen. Manifest, Proviant-
und Besatzungsliste, je in drei Exemplaren, und ein Gosundbeitspafs mufsten vom
spanischen Konsul unterzeichnet und untersiegelt werden. Bei der Durehlesung
des Gesundheitspasses fand ich zu meinem greisen Erstaunen, dafs Singapore als
Choleraplatz angesehen wurde, weil hier an mehreren Tagen während unseres
Aufenthalts, nach Ausweis dieses Passes, Todesfälle infolge dieser Krankheit
vorgekommen sein sollten. Nach langen Vorstellungen verstand sich endlich der
Konsul dazu, dem Pafs die Ergänzung einzufügen, dafs die Cholera nicht epide
misch aufgetreten sei. Mit schwerem Herzen und von bangen Ahnungen er
füllt, dafs ich vielleicht von Ilo-Ilo nach Manila zur Abhaltung der Quarantäne
beordert werden möchte, ging ich am 25. August von Singapore in See. Um
6 h p. m. dieses Tages pasgirten wir liorshurgh Feuerthurm, in dessen Nähe
wegen Reparaturen, die an demselben vorgenommen wurden, provisorisch ein
Feuerschiff ausgelegt war. Es wehte WSW-Wind, das Wetter war schön,
und der Strom lief aus, nach Peilungen von Repon Island, die wir am nächsten
Morgen um 8 Uhr erhielten, und späteren astronomischen Beobachtungen mit
einer Geschwindigkeit von l*/s Sm die Stunde nach NNO. In den folgenden
Tagen hatten wir flauen bis mäfsigen Wind, der von W durch S nach SE um
lief und von vielen Regenböen begleitet war. Eine nennenswerthe Stromver-
Setzung wurde nicht beobachtet; nur im Westen der Inselgruppe South