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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Reisen iai Ost indischen Archipel. 
aufzusuchen. Um 7 Uhr liefsen wir 3 Sm SW l /aS von der Vierten Spitze 
auf einer Wassertiefe von 25 ro (14 Fad.) den Anker fallen. Die unter Segel 
gebliebenen Schiffe waren am folgenden Morgen fast bis aus Sicht zurück- 
getrieben, was bei der flauen umlaufenden Briese, den Gewitterböen und der 
südwestlichen Strömung von 2 Kn nicht zu verwundern war. Um 5 Uhr 
Morgens den 22. Juli, als der Ström schwächer wurde, wurde der Anker wieder 
gelichtet und bei südlicher, wenn auch flauer Briese Kurs aus der Sunda- 
Straise hinausgesegelt. 
loh darf wohl annehmen, dafs die Wiedererrichtung der Signalstation 
auf der Vierten Spitze allgemein bekannt ist. Die Geschäfte sind auch 
wieder von Merak nach Anjer verlegt. Von der Vierten Spitze wird ein vorbei* 
passirendes Schiff, wenn es sein Unteracheidungssignal zeigt, rapportirt. 
Des Tages über hielt sich der leichte Wind zwischen SSW und W und 
das Wetter war beständig, des Nachts war der Wind flau und veränderlieh, bei 
bedecktem Himmel. Am Morgen des 23. Juli kam wieder leichte westsüdwest 
liche Briese bei klarem Wetter durch, die indefs nicht länge anhielt. Am Mittag 
ergaben unsere Beobachtungen, dafs uns der Strom in 16 Stunden 21 Sm nach 
SW'/sS versetzt hatte. Als um 4 Uhr Nachmittags der Wind, der zuletzt NE 
bis ENE gewesen war, flau wurde, ankerten wir, die Two Brothers 3 Sm ent 
fernt, in NzO. Während der folgenden Nacht setzte der Strom mit einer Ge 
schwindigkeit von l 1 /* Kn nach WNW, und der Wind war nordöstlich und 
flau. Um 9^ a. m, den 24. Juli schien der Strom etwas schwächer zu werden, 
was mich veranlafste, im Verein mit einer Flotte von acht Schiffen, die thoils 
»ach Singapore, theils nach der China-See bestimmt waren, bei mäfsigem KN 11- 
Windo unter Segel zu gehen. Wir standen zunächst mit B-B.-Halsen nach SO, 
später, als der Wind östlich holte, wurde nordwärts gewendet. Da die Strömung 
unbedeutend war, so konnten wir 2 Sm luvwärts der Tvioo Brothers und nahe 
der Westkante der #m«w«-Bank passiren. Darauf wurde während der Nacht, 
unter beständigem Lethen an der Stelle vorbei gesegelt, woselbst, auch in den 
neuesten Karten, das Comara-Riff als zweifelhaft nicdergclegt ist. 1 ) Hier trafen 
wir einige greisere vor Anker liegende Schiffe. Der Himmel war dicht bezogen, 
klarto aber am 25. Morgens bei auffrisehhender Briese aus OzN ab. Am Mittag 
fanden wir für das letzte Etmal eine Versetzung von 10 Sm nach NNW. Bald 
nach Mittag kam die Insel Lumpara in Sicht und peilte um 4 h p. m. NWzN, 
8 Sm entfernt. Von hier aus mufsten wir wegen des Stromes bedeutend aus 
dem Kurse steuern, und je weiter wir längs der Ostküste von Sumatra nord 
wärts gelangten, desto stärker wurde die nördliche Strömung. Letztere ist, 
wenn man zur Zeit des SE-Monsuns hierher kommt, wohl zu berücksichtige«, 
besonders zur Springzeit, weil man sonst leicht wählend der Nacht auf dio 
südöstlich von Lucipara gelegenen Bänke geräth. Bei Tage sind dieselben 
indefs zu erkennen. Jenseits Lucipara setzte der Strom mit einer ungefähren 
Geschwindigkeit von 2 Kn recht in die Banka-Strafse hinein. Eine halbe Stunde, 
nachdem um 6 1 /» p. m. das Feuerschiff passirt war, wurde etwa 6 Sm NzW von 
demselben geankert. Es wäre sehr wünschenswerth, wenn der seit lange be 
stehende Plan, ein Feuerschiff vor dem ¿Stanton-Kacal ausznlegou, endlieh zur 
Verwirklichung käme, denn, nach der Karte zu urtheilen, ist dieses Fahr 
wasser wegen seiner greiseren Breite und Tiefe dem L?<etp«ra-Kar.al vor 
zuziehen. 
Am 26. Juli gingen wir mit Tagesanbruch bei leichtem ESE-Winde und 
einlaufendem Strom wieder unter Segel und setzten den Kurs auf Mamelon- 
Hummock (Insel Banka), der «ach Peilungen des Feuerschiffes leicht auszu- 
machen ist, und den wir, um frei von der Untiefe Merapi zu bleiben, in die 
Peilung NzW brachten. Bei andauernder leichter ostsüdöstlieher Briese und 
schönem Wetter gelangten wir gegen Abend, zur Zeit des Sonnenunterganges 
in die Nähe der Dritten Spitze, woselbst wegen eintreteuder Windstille, um 
laufender Winde und böigen Wetters geankert wurde. Nennenswertber Strom 
wurde im Laufe des Tages nicht wahrgenommen. Mit dom in der Nacht durch 
gekommenen beständigen SW-Winde wurde am Morgen des 27. Juli dio Reise 
unter Kreuzen fortgesetzt, wobei es uns verbältnifsmäfsig leicht wurde, oberhalb 
l) la der englischen Adm.-Karte No. 2149 ist diese Untiefe nicht mehr verzeichnet.
	        
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