accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Normanton am Golf von Carpentaria (Australien). 
287 
wir den Wind zwischen SE und E und sehr veränderlich in Stärke, än einem 
Tage steif, am andern flau wehend. Von 16° S-Br und 120° O-Lg an war die 
Windrichtung nordöstlich. Am 1. August, in etwa 22° S-Br und 111,5° O-Lg 
setzte ein frischer Südost-Passat ein, der uns zum 4. August nach 29° S-Br 
und 105° O-Lg brachte. Nachdem hier einen Tag lang veränderlicher, umlaufender 
Wind geweht hatte, kamen westliche Winde durch, die aber anfangs noch viel 
Süd in ihrer Richtung hatten, während südlich von Australien nördliche Winde 
herrschten, die uns zwangen, südlich von Tasmanien zu Jassiren. Am 20. August 
befanden wir uns dwars von Storm-Bai, etwa 40 Sm von derselben entfernt, 
am 29. ungefähr 60 Sm dwars ab von Jams-Bai. Hier wurden wir von Wind 
stillen und veränderliehen Winden befallen, weshalb Newcastle erst am Abend 
des 27. August erreicht werden konnte. Hie Reise hatte demnach eine Hauer 
von 50 Tagen. 
Bericht des Kapt. L. A. Meyer vom Schiffe „Kriemhild“ über 
Reisen im Ostindischen Archipel. 
(Miuheilting von der Deutschen Scetcnrte.) 
Von der Suuda-Strafse nach Singapore. 
Von Cardiff nach Singapore bestimmt, sichteten wir am 19. Juli 1887 
um 2 Uhr Nachmittags, nach 82 Tagen Reise, Kap Sangina Sim (Westküste 
von Java) und passirten dasselbe um 6V2* p. m. in einem Abstande von 3 Sm, 
als der bis dahin bei klarer Luft frisch wehende ESE-Wiud abflaute und der 
Himmel wolkig und bedeckt wurde. Am Tage würde ich durch die Pnnzen- 
Passage gegangen sein, um kein Luv zu verlieren, doch für dio Nacht zog ich 
es vor, westwärts von der jPnwzew-Insel zu passiven. Unter Berücksichtigung 
des bisher beobachteten West-Stromes von 1 Kn Geschwindigkeit setzten wir 
unseren Kurs auf die Südwestspitze der Insel, uui diese so nahe als möglich zu 
umsteuern und das Land in Sicht zu behalten. Um 10 h p. m. jedoch, als wir 
gerade im Begriff' waren, nordwärts aufzuluven, kam ein Gewitter auf, das 
frischen NE-Wind brachte. Her Wind räumte zwar, als die Böe vorüber war, 
wieder etwas auf, zwang uns aber während der Nacht zu kreuzen, wobei wir 
fortwährend nur leichte Briese, begleitet von Gewittern, hatten, welche letzteren 
jedoch nicht heftig und ohne Regen auftraten. Als wir uns bei Tagworden 
orientiren konnten, fanden wir, dafs wir während der Nacht nicht nur nichts 
gewonnen, sondern infolge des auslaufenden Stromes noch bedeutend verloren 
hatten; es würde also wahrscheinlich vortheilhafter gewesen sein, wenn wir au 
der Steile, wo wir uns am vorhergehenden Abend befanden, das Schiff beigelegt 
hätten und am nächsten Morgen mit dem wieder auffrischenden Passat durch 
die PrtVmiM-Passage gesegelt wären. Während des Tages schien der Strom 
nur gering zu sein, so dafs wir bei mäfsiger, zwischen E und SB variireDder 
Briese etwas aufkreuzten und uns am Abend des 20. Juli um 10 Uhr Krakatoa 
bis auf eine Entfernung von 5 Sm nach NzW genähert hatten. Von 8 bis 
12 Uhr war das Wetter demjenigen der vergangenen Nacht ähnlich, der Wind 
schwankte in den Gewitterböen, die wiederum nicht von Regen begleitet waren, 
zwischen NE und SE. I)er Strom setzte in der Nähe von Krakatoa mit einer 
Geschwindigkeit von 2 Kn nach Westen. Am folgenden Morgen klarte das 
Wetter allmählich ab, aber der Wind, der zwar südlich von E war und 
den Kurs auf die Vierte Spitze zu setzen erlaubte, blieb flau. In unserer 
Gesellschaft befanden sich noch zwölf andere einsegelnde Schiffe. Gegen Mittag, 
den 21. Juli, lief der flaue Wind südlich und bald darauf westlich. Am Nach 
mittage schwankte er zwischen SW und NW, worauf er am Abend auffrischend 
nördlieh holte. Gleichzeitig drohten Gewitter, und da seit 6 h p. in. wieder ein 
auslaufender Strom bemerkt wurde, so hielt ich es für rathsara, wie auch einige 
andere Schiffe thaten, unter Land zu gehen und einen passenden Ankerplatz
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.