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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Nomanton  am  Golf  топ  Carpentaria  (Ausiralien).

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3*

eines  steifen  SB  «Windes  nicht  Wasser  genug  auf  der  Barre  hatten,  tun  sie
passive»  zu  können.
Trinkwasser  können  die  Schiffe  in  Karumba  aus  dem  Brunnen  der
Telegraphen  Station  erhalten.  Der  Transport,  desselben  an  Bord  läfst  sich  indefs
des  flachen  Strandes  wegen  nur  bei  Hochwasser  ausführen,  weil  nur  alsdann
die  Boote  nahe  genug  ans  Ufer  kommen  können;  aufserdem  ist  die  Menge  des
im  Brunnen  vorhandenen  Wassers  von  dem  Wasserstande  im  Flusse  abhängig
und  daher  bei  Hochwasser  am  gröfsten.  Ein  zweiter  kleinerer  Brunnen,  der  von
den  Mitgliedern  einer  Forschungsexpedition  gegraben  wurde,  bofindet  sich  bei
dem  Ballastgrunde,  enthält  aber  nur  wenig  Wasser,  welches  noch  dazu  oft
brackig  ist.  Auch  besitzt  es  einen  bedeutenden  Kalkgehalt.  Nach  meiner
Beobachtung  ist  Letzteres  aber  bei  allen  tiefer  gegrabenen  Brunnen  der  Fall.
Das  beste  Trinkwasser  liefern  die  Brunnen  von  Normanton,  welches  zum  Preise
von  5  sh.  pro  100  Gallonen  in  Tanks  von  400  Gallonen  Inhalt  mit  den
Leichtern  nach  dem  Schiffe  gebracht  wird.  Der  Hauptvorzug  desselben  besteht
darin,  dafs  es  sich  auf  die  Dauer  gut  erhält,  während  dasjenige  von  Karumba
schon  nach  einigen  Tagen  zu  riechen  anfängt.  Letzteres  ist  daher  nur  im
frischen  Zustande  zum  Kochen  oder  zum  Waschen  zu  gebrauchen,  eignet  sich
aber  nicht  für  den  Reisebedarf.  In  der  nassen  Jahreszeit  und  auch  noch  in
der  ersten  Hälfte  des  Südost-Mönsuns  ist  das  Flufswasser  hei  Normanton  bei
Niedrigwasser  frisch.
Unkosten.  Eigentliche  Hafenabgaben  giebt  es  nicht,  da  weder  Hafen-,
Tonnen-,  noch  Feuergeld  gehoben  werden.  Die  Unkosten  der  „Balcarry“  stellten
sich,  wie  folgt:

Lootsengeld,  6  d.  pro  Reg.-Tonne  einkommend  .  .  .
Lootsengeld,  3  d.  pro  Reg.-Tonne  ausgehend  ....
Schlopplobn,  einkommend  und  ausgehend
Arbeitslohn  beim  Ballastübernehmen
Auslagen  für  Telegramme,  Porto  u.  s.  w
Wasserrechnung  ..............
Ein-  und  Ausklarirung  .
Reisekosten  vom  Schiff  nach  der  Stadt
Rechnung  des  Schlächters,  Sehiffshändlers,  Gemüsehändlers ­
  u.  s.  w

12  Lstrl.
6  „
20  „
9  „
?  *
4  „
3  „
14  „

21

Summa  98  Lstrl.

5  sh.

2

»

18
3
5
3
6

»
»
«
»
»
35

4  sh.

6  d.
9  „

У)
3  d.

Oehsenfleisch  kostet  4  d.,  Hammelfleisch  6  d.  pro  l /t  kg,  Kartoffeln,  je
nach  dem  vorhandenen  Marktvorrath,  15  bis  25  sh.  für  50  kg,  Steinkohlen
(einheimische)  4  Lstrl.  die  Tonne,  Petroleum  25  sh.  die  Kiste.  Kost  und  Logis
in  einem  anständigen  Gasthofe  in  Normanton  beläuft  sieh  auf  10  sh.  den  Tag.
Arbeitslohn  ist  sehr  hoch;  er  beträgt  pro  Tag  6  bis  8  sh.,  nebst  Essen  und
Trinken.
Die  Eingeborenen.  Wie  schon  an  einer  Stelle  dieses  Berichtes  angegeben, ­
  sind  dieselben  mitunter  bereit,  sich  an  den  Arbeiten  an  Bord  zu  betheiligen, ­
  Allein  es  hat  keine  rechte  Art  damit;  sie  sind  meistens  faul  und
laufen  wieder  davon,  sobald  sie  sieh  ordentlich  satt  gegessen  haben.  Sie  stehen
noch  auf  der  allerniedrigsten  Stufe  der  Gesittung,  weit  unter  dem  afrikanischen
Neger,  gehen  vollständig  nackt,  sind  abschreckend  häßlich  und  geberden  sieh
wie  Affen.  Ihre  Hauptnahrung  besteht  in  Ratten,  die  hier  massenhaft  Vorkommen, ­
  Schlangen  und  Eidechsen.  Diese  Tiñere  werden  mit  Haut  und  Haaren
auf  ein  Feuer  geworfen,  geröstet  und  so  verspeist;  dazu  eine  hier  wachsende
Wurzel.  Die  Frauen  haben  für  die  Mahlzeiten  zu  sorgen,  während  die  Männer,
die  sich  zwei  bis  drei  oder  auch  noch  mehrere  von  ihnen  halten,  gar  nichts
tlsun.  Die  Eingeborenen  sind  stark  im  Aussterben  begriffen,  wohl  eine  Folge,
der  durch  die  Weißen  unter  ihnen  verbreiteten  Syphilis.  Es  sind  mir  ganz
schreckliche  Fälle  dieser  Krankheit  vor  die  Augen  gekommen,  da  viele  von
derselben  Befallene  zu  mir  um  Hülfe  und  Arzcnei  kamen.  Noch  stärker
als  hier  soll  das  Aussterben  der  Ureinwohner  im  Westen  sein,  vcranlafst  durch
den  schädlichen  Gennfs  des  von  den  Chinesen  eingoführten  Opiums.  Die  Anwohner ­
  des  iVomen-Fluases  sind  harmlose  Leute;  an  anderen  Stellen  dieser
            
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