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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Js'ovmUnion am Golf von Carpejitaria (Australien). 
Agenten der Dampfer-Gesellschaft sied, so steht ihnen das alleinige Ver- 
fügungsrecht über sämmtliche Leichter zn, und sie begünstigen bei der Ent 
löschung natürlich am meisten diejenigen Schiffe, die an sie konsignirt oder 
deren Ladung ihr Eigenthum ist. Obgleich Letzteres bei uns der Fall war, 
dauerte unser hiesiger Aufenthalt doch über zwei Monate. Leider waren in 
meiner Charterpartie keine Liegetage festgesetzt, was für eine Reise nach hier 
niemals unterlassen werden sollte. Die Leichter benöthigen durchschnittlich 
fünf Tage, um mit den aus dem Schiffe bei dem Ballastgründe geladenen Gütern 
an die Stadt und von dort zurückzukommen, wobei sie durch einen Dampfer 
geschleppt werden. Bei tauber Gezeit und südöstlichem Winde dauert eine 
solche Reise natürlich noch länger. Wenn ein Postdampfor anwesend ist, 
ein Fall, der alle 14 Tage eintritt, wird die Entlöschung der Segelschiffe gänzlich 
unterbrochen, indem sämmtliche drei Leichter verwendet werden, um die aus 
600 bis 1000 Tonnen bestehende Ladung des Dampfers zu löschen. Dazu 
kommt, dafs dieser auf der Rhede liegen bleibt, wodurch die Fahrten der 
Leichter bedeutend verlängert werden. 
Zur Zeit des Nordwest-Monsans, der nassen Jahreszeit, steht das niedrige, 
den Flufs begrenzende Land unter Wasser, und auch die Stadt Normanton ist 
fast ganz von demselben eingeschjossen. Der Verkehr mit dem Bannenlande, be 
sonders mit Craydon, in dessen Nähe sich die Goldfelder befinden, ist dann 
der unpassirbaren Wege halber gänzlich gestört, und kommen deshalb in dieser 
Zeit auch die Dampfer nicht nach Norntanton. Für die Segelschiffe würde nun 
die beste Gelegenheit für eine rasche Beförderung vorhanden sein. 
Der gröfste Uebelstnnd für Segelschiffe, welche Normanton besuchen, 
sind der hohe Preis und die langsame Lieferung des Ballastes. Die Firma 
Bums, Philip & Go. berechnet, wenn sie den Ballast mit ihren Leichtern 
längsseits des Schiffes bringt und mittelst ihrer Dampfwinden au Deck sehafft, 
die Tonne mit 8 sh. Holt man das Schiff an den Strand und beschäftigt die 
Leichter nur insofern, als man ihre Dampfwinden benutzt, so stellt sich die 
Tonne Sandballast auf 4 sh., was auch noch viel zu theuer ist. Dazu mufs 
man oft längere Zeit warten, bis ein Leichter zur Verfügung steht. Auch mir 
war es nicht möglich, einen solchen zu erhalten, und ich war genöthigt, das 
Schiff zum Ballasten an den Uferstrand zu logen. Das Schiff war dabei mit 
dem Kopfe gegen die Fluth, hinter einem Buganker mit 215 m (120 Faden)- 
Iiette und mit einem schweren Wurfanker und 108 m (60 Faden)-Kette vom 
Heck aus vertäut, Aufserdem wurde dasselbe vermittelst guter Leinen an den 
Bäumen auf dem Ufer befestigt. Man hat in dieser Lage sehr darauf zu 
achten, dafs das Schiff stets flott bleibt, denn der Strand fällt steil ab und ein 
Festgerathen des Schiffes kann daher leicht ein Kentern desselben zur Folge 
haben. Solches soll nach der Aussage des Lootsen hier in der Thai 
schon passirt sein. Ist man im Besitz guter starker Boote, so möchte ich 
.empfehlen, den Sand in diesen längsseits zu holen, weil man auf diese Weise 
die erwähnte Gefahr und den durch das Abholen des Schiffes entstehenden 
Zeitverlust vermeidet, auch das Aufheifsen des Ballastes aus den Booten nicht 
soviel Zoit beansprucht, als das Uebernehiuen direkt vom Strande ab. Ich 
hatte leider nur leicht gebaute englische Klinkerboote an Bord, die den Trans 
port von etwa 280 1 Tonnen Saudballast wohl nicht gut hätten vertragen können, 
abgesehen davon, dafs die Sitzbänke nicht zu entfernen waren, weshalb wir 
darauf angewiesen waren, denselben in Körben direkt vom Strande überzunehmen. 
Diese Arbeit, zu deren Ausführung wir eingeborene Arbeiter mit herangezogen, 
ging nur sehr langsam von Statten, besonders auch aus dem Grunde, dafs das 
Schiff so häufig mit dem wechselnden Wasserstande von und nach dem Ufer 
geholt werden mufsto. Wir konnten auf diese Weise täglich nur 15 bis 20 
Tonnen Ballast übernehmen, verloren indessen, im Ganzen genommen, nicht 
sehr viel Zeit damit, weil wir stets die Zwischenpausen, in denen keine Leichter 
zum Löschen da waren, zum Ballasten benutzten. Bei einer prompten Ent 
löschung der Ladung würde dieses Verfahren nicht zweckmäfsig gewesen sein. 
Wir benötWgtOD, wie schon erwähnt, zum Löschen der Ladung und zur Ueber- 
nahme des Ballastes im Ganzen etwas mehr als zwei Monate. Als wir fertig 
waren, gingen uns noch weitere drei Tage dadurch verloren, dafs wir infolge
	        
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