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Die Gezeiten längs der niederländischen Küste,
Hafenzeiten,
\
Nach dem
1
Berechnet
Tasebenb,
d. Köiiigl,
Instit. der
Ingenieure
Unter-1
schied i
h m
Wielingen . ... .
0 öS
h nt
m
Westkapclle . . , .
0 53
0 41
12
Vliäsingen .....
1 IG
0 59
17
Hetvoet
3 6
2 51
15
Hock van Holland . .
2 11
Katwyk ......
2 51
2 15
36
Ymuiden
3 8
Den Helder 1. H-W. .
„ , 2. H-W. .
4 6
7 31
] 5 50
VJieland
8 53
8 19
34
Knkhuizen .....
11 9
Durgerdaa« .....
13 49
0 49
60
Nvkcrk ......
13 59
0 48
71 |
Eiburg ......
13 26
1 2
24
1 Krawreitbun- ....
13 15
0 47
28
Shoekland .....
13 11
Vrk .
12 49
Stavoren
9 34
9 20
14
Harlingen .... .
9 44
8 47
57
} Zoutkamp
10 30
10 17
13 |i
Delfejjl
11 38
11 31
7 !:!
N. Statenzijl ....
13 1
12 17
44 !
Durch Subtraktion der Vlissingcr Hafenzeit von jener eines anderen
Platzes erhält man die Zeit, welche angiebt, wie viel später die Fluth bei Voll
oder Neumond auf diesem Platze eiotritt, als in Vlimnyen. Es ist jedoch
verkehrt, daraus zu schliefsen, dafs die Fluthwelle stets ein und dieselbe Zeit
für diesen Abstand nöthig hat. Wie wir aus Tabelle I gesehen haben, ist
bei der befolgten Zusammenstellung die Fluth während der Syzygieu nicht die
höchste, liegt vielmehr zwischen Spring- und tauber Tide. Es ist somit mög
lich, dafs der Unterschied der Hafenzeiten mit der mittleren Zeit übereinkommt,
welche die Fluthwelle zum Durchlaufen dieser Abstände nöthig hat. Es ist aber
nicht aus dem Äuge zu lassen, dafs in dem untiefen Wasser längs der nieder
ländischen Küste die Höhe der Gezeiten von grofsem Einflufs auf die Fort
pflanzungsgeschwindigkeit der Fluthwelle sein mufs. Solches ergab sieh denn
auch aus einer vorläufigen Zusammenstellung aller in 1887 beobachteten H-W.-
und N - W.-Zeiten und -Höhen am Hoch van Holland und den bereits für Vlissingen
gefundenen. Ebensowenig wie der Unterschied in den H-W,-Höhen für beide
Plätze von gleichartigen Gezeiten konstant ist (der Unterschied betrug für
Spring- und taube Tide 45 cm), so ist auch der Unterschied der Mondfluth-
intervallo veränderlich (ungefähr 15 Minuten für Spring» und taube Tide).
Mit Hülfe der so gefundenen Hafenzeiten ist es möglich, eine Karte der
cotidal-lines zu entwerfen. Dabei ergab die Rechnung Linien, welche zwischen
den von Whowell und der modernen Reduktion (Gezeitentafeln der Deutschen
Admiralität) liegen, dabei sich mehr den ersteren als den letzteren ansehliefsend.
Die cotidal-üne für l h (Greenwich-Zeit) schneidet die Küste von Walckerm ein
wenig nördlich von Westkapette, die für 2 h trifft 7 km nördlich vom Netten
Wasserweg die holländische Küste, die für 3 h endlich ungefähr 13 km nördlich
von Ymuiden.
Durch beziehungsweise von Zoutkamp und Delfziß den Weg nach aufsen
abzulegen, finden wir für 4 m und 5 m Tiefe Hafenzeiten von 9 r ‘ 16“ und 9 h 53®
für das Friesische Gatt und die Wester-Ems, woraus dann wieder die cotidal-
lines für 9 11 und IO* 1 zu bestimmen sind.
Es ist möglich, die gefundenen Hafenzeiten auch noch auf andere Weise
sprechen zu lassen.