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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

276 
Die Gezeiten längs der niederländischen Küste, 
Hafenzeiten, 
\ 
Nach dem 
1 
Berechnet 
Tasebenb, 
d. Köiiigl, 
Instit. der 
Ingenieure 
Unter-1 
schied i 
h m 
Wielingen . ... . 
0 öS 
h nt 
m 
Westkapclle . . , . 
0 53 
0 41 
12 
Vliäsingen ..... 
1 IG 
0 59 
17 
Hetvoet 
3 6 
2 51 
15 
Hock van Holland . . 
2 11 
Katwyk ...... 
2 51 
2 15 
36 
Ymuiden 
3 8 
Den Helder 1. H-W. . 
„ , 2. H-W. . 
4 6 
7 31 
] 5 50 
VJieland 
8 53 
8 19 
34 
Knkhuizen ..... 
11 9 
Durgerdaa« ..... 
13 49 
0 49 
60 
Nvkcrk ...... 
13 59 
0 48 
71 | 
Eiburg ...... 
13 26 
1 2 
24 
1 Krawreitbun- .... 
13 15 
0 47 
28 
Shoekland ..... 
13 11 
Vrk . 
12 49 
Stavoren 
9 34 
9 20 
14 
Harlingen .... . 
9 44 
8 47 
57 
} Zoutkamp 
10 30 
10 17 
13 |i 
Delfejjl 
11 38 
11 31 
7 !:! 
N. Statenzijl .... 
13 1 
12 17 
44 ! 
Durch Subtraktion der Vlissingcr Hafenzeit von jener eines anderen 
Platzes erhält man die Zeit, welche angiebt, wie viel später die Fluth bei Voll 
oder Neumond auf diesem Platze eiotritt, als in Vlimnyen. Es ist jedoch 
verkehrt, daraus zu schliefsen, dafs die Fluthwelle stets ein und dieselbe Zeit 
für diesen Abstand nöthig hat. Wie wir aus Tabelle I gesehen haben, ist 
bei der befolgten Zusammenstellung die Fluth während der Syzygieu nicht die 
höchste, liegt vielmehr zwischen Spring- und tauber Tide. Es ist somit mög 
lich, dafs der Unterschied der Hafenzeiten mit der mittleren Zeit übereinkommt, 
welche die Fluthwelle zum Durchlaufen dieser Abstände nöthig hat. Es ist aber 
nicht aus dem Äuge zu lassen, dafs in dem untiefen Wasser längs der nieder 
ländischen Küste die Höhe der Gezeiten von grofsem Einflufs auf die Fort 
pflanzungsgeschwindigkeit der Fluthwelle sein mufs. Solches ergab sieh denn 
auch aus einer vorläufigen Zusammenstellung aller in 1887 beobachteten H-W.- 
und N - W.-Zeiten und -Höhen am Hoch van Holland und den bereits für Vlissingen 
gefundenen. Ebensowenig wie der Unterschied in den H-W,-Höhen für beide 
Plätze von gleichartigen Gezeiten konstant ist (der Unterschied betrug für 
Spring- und taube Tide 45 cm), so ist auch der Unterschied der Mondfluth- 
intervallo veränderlich (ungefähr 15 Minuten für Spring» und taube Tide). 
Mit Hülfe der so gefundenen Hafenzeiten ist es möglich, eine Karte der 
cotidal-lines zu entwerfen. Dabei ergab die Rechnung Linien, welche zwischen 
den von Whowell und der modernen Reduktion (Gezeitentafeln der Deutschen 
Admiralität) liegen, dabei sich mehr den ersteren als den letzteren ansehliefsend. 
Die cotidal-üne für l h (Greenwich-Zeit) schneidet die Küste von Walckerm ein 
wenig nördlich von Westkapette, die für 2 h trifft 7 km nördlich vom Netten 
Wasserweg die holländische Küste, die für 3 h endlich ungefähr 13 km nördlich 
von Ymuiden. 
Durch beziehungsweise von Zoutkamp und Delfziß den Weg nach aufsen 
abzulegen, finden wir für 4 m und 5 m Tiefe Hafenzeiten von 9 r ‘ 16“ und 9 h 53® 
für das Friesische Gatt und die Wester-Ems, woraus dann wieder die cotidal- 
lines für 9 11 und IO* 1 zu bestimmen sind. 
Es ist möglich, die gefundenen Hafenzeiten auch noch auf andere Weise 
sprechen zu lassen.
	        
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