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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Die Gezeiten längs der niederländischen Küste. 
275 
.Asm» .4 TW! Vfil. 
2 
Tägliche Ungleichheit Vlminge» 1,887. 
Gruppe der 
Monddeklinatkm 
NördHelio 
Deklination 
Tägliche 
Ungleichheit 
in Zeit 
Anzahl 
SudlicIiB 
Deklination 
Tägliche 
Ungleichheit 
in Zeit 
! (U—L) 
‘ " 1 
Anzahl . 
! 
4- 2° 9' bis — 2 C 9' 
+ 1° V 
— l,2 l, > 
35 
-h 3° 0‘ bis 4- 8° !K 
4- 5° 9' 
-1- 0,4“ 
34 
— G° 7' 
—1,7“ 
38 
-+. 9° 0' bis ±14° !>' 
4-12° 0' 
4- 5 ,7 m 
4ö 
— 12° 3' 
— 3.7“ 
44 
+15° 0' bis -+-2.0° 4' 
-1-18° 2' 
4- 3,3'" 
73 
—18° 2' 
— 5,3“ 
73 
L_ .... - 
Summe 
155 
Summe 
155 
Was zu erwarten war nnd schon ans den Wertlien von -J : (Ü—-L) hervor 
ging, tritt am deutlichsten aus dieser Tabelle zum Vorschein, nämlich die 
Thatsache, dafs, wo es die Bestimmung einer Korrektion von nur wenigen 
Minuten gilt, das Abrunden der beobachteten Hochwasserzeiten anf 5 Minuten 
so überwiegend sieh fühlbar macht, dafs das Ergöhnifs aus solchen Aufgaben 
unbrauchbar wird. Sicherlich ungereimt ist der Zeichenwechsel zwischen 1° 1' 
und 5° 9' nördl. Deklination. 
Es orgiebt sich somit behufs Ableitung der täglichen Ungleichheit die 
Benutzung der Blätter des selbstregistrirenden Fluthmessers als Erfordernifs. 
Durch das Vorhorgcgangenc ist augedcutet, dafs es mit verhältnifsmäfsig 
geringer Mühe möglich ist, ohne dem genauen, doch sehr beschwerlichen Weg 
der harmonischen Analyse zu folgen, aus den Beobachtungen der Gezeiten 
selbst ihre Zeiten und Höhen vorher zu berechnen. Die Frage, ob es nicht 
wünschenswert!! ist, die genauere, von Sir William Thomson angegebene 
Methode zu befolgen, kann nicht anders als bejahend beantwortet werden. 
In derselben Weise, wie die Tabelle I für Vltmngm erhalten ist, sind 
auch die Gezeiten für einige andere niederländische Küstenplätze geordnet. 
Jedes H-W., in 1887 beobachtet, ist somit mit der wahren Zeit der unmittelbar 
vorhergehenden Mondkulmination zusaunnengcstcllt. Wie die später folgenden 
Hafenzeiten deutlich erkennen lassen, ist, genau genommen, diese Kulmination 
einmal die unmittelbar vorangehende, dann wieder die zweite vorangehende. 
Für einzelne andere Plätze im Norden sind die H-W.-Zeiten stets mit der 2. 
vorangehenden Kulmination zusammongestellt. Der Grund dafür ist klar: bei 
der befolgten Handelsweise gehören alle benutzten Beobachtungen gruppen 
weise zu eiu und derselben Tide. Vorläufig kamen nur die Mondkulminationen 
am die Syzygiea in Betracht. Die Mittel aus den Kulminationen mit denen der 
zugehörenden H-W.-Zeiten, fallend zwischen 11" Ö ö —ll h 59 m nnd 0 h 0™ — 0 h 59 m , 
nochmals gemittelt, gaben die Hafenzeit. Die nach dieser Methode berechneten 
Hafenzeiten, zu einer Tabelle vereinigt, zeigen bedeutende Unterschiede mit den 
gewöhnlich angegebenen. (In Spalte 3 stehen die Zahlen des Taschenbuches 
des Königl. Instituts der Ingenieure). Es ist wahrscheinlich, dafs die gefundenen 
Hafenzeiten durch die Benutzung von mehr Beobachtungen sich etwas ändern, 
jedoch nicht in dem Maf.se, um die hier gefundenen Unterschiede zu vernichten. 
"Letzteres wird noch durch die Thatsache befestigt, dafs die berechneten Hafen 
zeiten gut mit den aus der theoretischen Fortpflanzung der Fluthwelle sich 
ergebenden übereinstimmen, wie wir später thatsächlich sehen werden.
	        
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