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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Die Gefeiten längs der idedertäTtiUgcIien Käste, 
Indem nun mit einem der II-W.-Stände der halbtägigen Fluthwelle ein H-W. 
der anderen Fluthwelle zusammenfällt, so trifft mit dem N-W. dieser letzten 
das zweite H-W. der halbtägigen Fluthwelle zusammen. Das eine H-W. im 
Etmal wird somit erhöht, das andere erniedrigt.’) 
Die Gröfse der eintägigen Fluthwelle hängt ab von der Deklination des 
Mondes. Sie ist ein Maximum, wenn die Monddeklination im Maximum ist; sie 
ist Null, wenn der Mond im Aequator steht. Bei dem Uebergange von N- 
nach S-Deklination wechselt die Korrektion des Zeichens derart, dafs, wenn 
z. B. bei N-Deklination Hochwasser mit der oberen Kulmination (Ü) und 
Niedrigwaaser mit dem unteren Durchgang (L) des Mondes zusammenfällt, bei 
S-Deklination das Entgegengesetzte stattfindet. Wenn die halbtägige Flutli- 
wellenliöhe vergröfsert wird, tritt zugleich H-W. früher ein und umgekehrt. 
Ist nun I das H-W., gehörend zu der oberen Kulmination, II das un 
mittelbar darauf folgende H-W., gehörend zu der linieren Kulmination des 
Mondes, so ist: 
Obere Kulm. I (Zeit) = X -J» Ti -f- ©i -J- J © -|- tägl. Ungleichheit, 
Untere Kulm. II (Zeit) =. X Ts J & — tägl. Ungleichheit, 
Es bedeutet: 
Ti und Ts die Zeiten der Mondkulminationen, 
X das mittlere MondIIuthinterva 11, 
©i und ©a die übereinstimmenden halbmonatlichen Ungleichheiten 
in Zeit, 
A (-) ~ die Korrektion wegen Parallaxe und Deklination des Mondes. 
Derartige Ausdrücke sind ebenso für die Höhen aufzustellen. Nun ist; 
( I — Ti) — ©i X -\-JQ-\- tägl. Ungleichheit, 
(II — Ts) — Qt : = X + J © — tägl. Ungleichheit, 
woraus durch Subtraktion folgt: 
2 tägl. Ungleichheit = (I-Ti) — [(II—T*) — ©s] fe U — L. 
Die Ausdrücke I — Ti und II — T2 sind die bereits bestimmten Mond- 
fiuthintervalle; werden diese nun verringert um die dazu gehörenden halbmonat 
lichen Ungleichheiten, so giebt die Differenz der so gefundenen, korrigirten 
aufeinander folgenden Mondfiutliiuterväilo die Summe der zwrni aufeinander 
folgenden Korrektionen wegen täglicher Ungleichheit, welche wir sicher einander 
gleich setzen können. 
Die Deklination des Mondes verändert oft sehr rasch, so dafs die De 
klinationen, zu zwei aufeinander folgenden Kulminationen gehörend, 3° differiren 
können; darum ist das Mittel der zwei Deklinationen als zu J (U—L) gehörig 
genommen. 
Wie schon gesagt, mufs die tägliche Ungleichheit = Null sein, wenn 
der Mond im Aequator steht. Lubboek (Elemeutäry Treatise on Tidcs) schlofs 
hieraus, dafs die Deklination der zwölften, dem H-W. voraufgehenden Kulmi 
nation zur Ableitung der täglichen Ungleichheit benutzt werden mufs. 
Die nach diesen Betrachtungen berechnete tägliche Ungleichheit = |-(U—L) 
ist in Gruppen von 6° zu 0° der dazu gehörenden Deklination geordnet und 
die verschiedenen Worthe ermittelt. Das Ergebnifs dieser Berechnung giebt 
die folgende Tabelle. 
1) Bei Beurtheilnng der Uebereitistimttumg von Rechnung and Beobachtung ist auch za 
berücksichtigen, dafs die kleineren Korrektionen für Deklination und Parallaxe nicht angebracht 
sind. Die systematische Anordnung der +- und —-Zeichen, namentlich Juni 1887, scheint darauf 
zu deuten, dafs diese Korrektionen die Hauptursachen der Abweichungen sind. Hier möge noch 
bemerkt werden, dafs die Methode der Berechnung der Gezeitentafel durch Anbringung einer 
konstanten Differenz an die Berechnung für einen anderen Ort durchweg zn verwerfen ist, sobald 
die beiden Orte etwas weit auseinander liegen. Vergleiche hierüber diese Annalen 1889, Seite 43 
und 44, specieil Formel (26). Bel so nahe liegenden Orten, wie Piÿwoutà und Cherbourg, steigt 
d Cf- g) auf über 20 m und dkm auf 20 m. Red.
	        
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