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Die Gezeiten längs der niederländische» Küste.
Die Uebereiustimmung zwischen Wahrnehmung (W.) und Rechnung (R.) ist
weniger günstig, als für die Zeiten gefunden wurde, was nicht auffällt, weil die
Höhen mehr störenden Einflüssen unterworfen sind, als die Zeiten. Trotzdem
ist der mittlere Fehler genügend genau.
Es wurde bereits auf den ansehnlichen Unterschied zwischen dem Ver-
liältnifs , h für Soun- und Mond flu th hingewiose», wie solcher aus den Zeiten
hi
und Höhen erhalten wurde. Es ist dies auf Rechnung der Thatsache zu setzen,
dafs die Ylissinger Gezeiten in erster Linie nur indirekt durch den Mond zum
Vorschein gerufen werden.
Die Fluthwelle ist nämlich daselbst, wie an den meisten Küsten, haupt
sächlich eine indirokto. Im Allgemeinen ist nun die Höhe einer Fluthwelle eiue
noch unbekannte Funktion der Wassertiefe. Die Veränderung der Höhe der
Fluthwelle auf einem flachen, wenig tiefen, auflaufenden Seeboden wird für
^ -ll
Fluthen von verschiedenen Höhen verschieden sein. Das Verbältnifs ist
hi
deshalb in See anders, als au der Küste.
Aus der zweiten Tabelle lernen wir noch Folgendes:
Mittlere Dauer für fallendes Wasser .
„ * * steigendes „
Mittleres It-W,.........
„ N-W
Mittlerer Unterschied H-W. und N-W.
Mittlerer Wasserstand
6 h 29,8 m
r,r. o»
165.3 cm + A. P.
209.3 cm — A. P.
374,6 cm
22 cm — A. P.
r,h ft«“»
174 cm-{- A.P.
188 cm — A, P.
362 cm
In der zweiten Spalte stehen die Wcrthe, wie solche in dem Taschen
buch des Königlichen Instituts der Ingenieure angegeben sind. In der längeren
Dauer des fallenden Wassers ist vielleicht die Einwirkung der Schelde-Mündung
zu entdecken.
Die vorangegangene Entwickelung setzt uns nun in deu Stand, zu einer
vorläufigen Berechnung der Hoch- und Niedrigwasser-Zeiten und -Höhen über
zugehen. Vorerst kann von einer Berechnung der Höhen ganz abgesehen
werden, weil diese erst dann einigen Werth erhält, wenn auch die meteoro
logischen Einflüsse in Rechnung gebracht werden. Dazu ist eine viel gröfsere
Anzahl Wahrnehmungen erforderlich, als womit gerechnet ist.
Es ist:
I n .W i I 9h 3fi 7'" 1
^ ^ j — wahre Zeit Mondkulmination -)- 2 T. j g h j
-f- halbmonatliche Ungleichheit — Zeitgleichung,
womit für Juni 1887 und Mai 1888 die folgenden H-W.-Zeiten berechnet sind
(Tabelle III). In dieser Tabelle sind die Stunden nach der astronomischen
Schriftweise angegeben. Die letzte Spalte W.—R. J, giebt den Unterschied
zwischen den beobachteten H-W.-Zeiten und den in dem erwähnten Jahrbuch
abgedruckten, welche durch Verminderung der Zeiten für London Bridge um
56“ gefunden sind.
Das Ergebnifs der Rechnung ist in jeder Hinsicht gut zu nennen. Der
mittlere Fehler ist gleich oder kleiner als der, welcher aus W.—R.J. sich ergiebt.
Wenn wir ferner berücksichtigen, dafs nur die Wahrnehmungen während eines
Jahres der Rechnung zur Grundlage dienen, dafs die Zeiten auf 5 m abgerundet
sind, so sind die mittleren Fehler von + 8,7 und + 6,2“ sehr befriedigend.
Der Fehler vertheilt sich gleichmäßig über die positiven und negativen Werthe,
und es ist auffallend, wie oft: grofs, kleiu, grofs, klein etc. in den Fehlern ab
wechseln. Aus letzterer Thatsache erhellt, dafs die noch nicht in Rechnung
gebrachte tägliche Ungleichheit ihren Einflufs ausübt. Die Ableitung einer
Korrektion für tägliche Ungleichheit ist nun unser Zweck, welche letztere ihre
Entstehung der Interferenz einer Fluthwelle von 1 H-W. und 1 N-W. pro Tag
mit der Fluthwelle verdankt, welche 2 H-W. und 2 N-W. im Etmal zählt.