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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Mayuomba-Bucht,: + + 6. 
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licherem Kurse davon abgehalten wurde. Lothungen ergaben 24 bis 18 m Wasser über harten, 
felsigem Grunde; bei 16 m wurde der Grund weicher; auf 15 bis 13 m bestand er aus Schlick, 
Nachdem wir eine Stunde auf 13 m Wasser vor.Anker lagen, wurde das Land mit den Häusern 
sichtbar. . Am anderen Tage segelıen nach unserem .Ankerplatze, 
Lootsen und Schleppdampfer sind. nicht vorhanden. ..- N 
Leuchtfeuer. Etwa 2 Sm: nördlich von Matuti-Huk wurde: an einem 
Maste in 9,4 m Höhe über Hochwasser ein weilses festes‘ Laternenfeuer von 
8 Sm Sichtweite gezeigt (nach der engl. Segelanweisung gelegentlich, wenn ein 
Schiff erwartet wird), Nachdem im ‘April 1901 der Mast‘ von der See weg- 
geschlagen ist, soll ein neues Feuer nahe bei der Matuti-Huk errichtet werden, 
| Quarantäne. Der Zollbeamte (ein Neger) versieht den Gesundheitsdienst. 
Gesundheitspafs wird verlangt.‘ Der Gesundheitszustand auf der „Niagara“ war 
schlecht; obgleich meist frische Brise wehte und die Tewperatur nicht zu warm, 
nachts sogar kühl war, so waren doch ständig Leute an‘ Fieber erkrankt. 
Zollbehandlung ist, wie in allen französischen Häfen, sehr genau. Ein 
Zollbeamter soll während des Aufenthalts ständig an Bord sein, was jedoch 
nicht streng durchgeführt wird. Bei der Abfahrt der „Niagara“ wurde noch- 
mals eine Proviantliste verlangt. - 
Ankerplatz, Grofse Schiffe ankern auf 11 m Wasser über Schlickgrund 
NOzO, !/2 Sın von den .Klippen bei Matuti und in */: Sın Abstand vom’ Lande, 
Kleinere Schiffe ankern näher am Lande. Der Ankergrund gerade ‘vor. der 
Niederlassung besteht aus Schlick und soll besser halten, als weiter südlich, 
wo der Grund .felsig sein soll. Man’ findet in der Bucht guten Schutz gezen 
8. und SSO-Winde, ist. aber gegen SW-Winde ungeschützt, durch die Riffe wird 
jedoch die in die Bucht‘ hineinstehende Dünung abgeschwächt, . 
„Niagara“ peilte vom Ankerplatze auf 7,8:m Wasser über festem, weilsem, 
guthaltendem Sandzrunde das zweistöckige Wohnhaus mit Mattiendach der 
französischen Faktorei 3 bis 4 Kblg. in SOzS und die Klippen vor Matuti SW'/aW. 
Das Schiff lag vor 2 Ankern mit 60 und 75 Faden Kette vertäut. Die Anker 
blieben ‘klar, da das Schiff infolge der südwestlichen Dünung stets mit dem 
Kopfe nach Süden lag. Während der Zeit von Februar bis Mai ist der Anker- 
platz in solcher Nähe der Küste für einen längeren Aufenthalt nicht geeignet, 
. Ein besser geschützter Ankerplatz liegt auf etwa. 7m Wasser zwischen 
Matuti-Huk und dem nordöstlichen Inselchen, Man sollte jedoch an dieser 
Küste Ankerplätze in fßachein Wasser der hohen Dünung halber meiden,“ 
„. Landung mit Schiffsbooten ist zeitweise möglich, Die Boote landen bei 
der französischen Faktorei. Brandungsboote sind stets zu haben.‘ a 
I Gezeiten, Die Hafenzeit in Mayumba-Bucht ist 4®* 35“; die Fluthhöhe 
bei Springtide beträgt 2,1 m. nn 
Hafeneinrichtungen sind nicht vorhanden. Es wird hauptsächlich Holz 
verladen, das. theils mit Booten von 1 bis 1'/a t längsseit gebracht wird, oder 
wenn möglich mit Leinen durch die Brandung geholt werden mufs. „Niagara“ 
nahm, da das. meiste Holz nicht schwimmfählg war, im den ersten Tagen etwa 
je 20 t über, Die schwimmenden Balken wurden von: einem Boote; das vor der 
Brandung verankert war, paarweise mit Leinen durch ‘die Brandung geholt; 
dann wurden Boot und Balken mitielst Leine längsseit geholt. Auf diese Weise 
konnten, wenn der Vorrath ausreichte, 30 bis 4U Balken in einer Stunde über- 
genommen werden. An drei Tagen wurde das Laden durch Seegangr unterbrochen. 
_ Hafenunkosten. „Niagara“ zahlte: Ankergeld 106,79 Fr., Leuchtfeuer- 
geld 71,19 Fr., Gesundheitsabgaben 15 Fr., Pais 3 Fr., zusammen 195,98 Fr. 
Schiffsausrüstung. Frisches Gemüse kann man täglich aus der !/a Stunde 
Aufsaufwärts auf einem Hügel liegenden französischen Mission haben; ein‘ Kopf 
güter weilser Kohl 0,50 Fr. Zeitweise ist auch frisches Rindfleisch zu haben, aller- 
dings zu.3 Fr. per kg. Fische sind reichlich vorhanden, besonders’ Schellfisch; 
ih der Lagune findet man zahlreiche Austern, Trinkwasser ist schlecht und 
auch schwer zu erbalten. Man sollte sich in anderen Häfen mit‘ Trinkwasser 
reichlich versehen. . Kesselkohlen sind nicht zu haben. ‘ a 
„.... Telegraphische Verbindung besteht über Land mit Gabun. Vier Faktoreien 
sind Forhanden, zwei englische im Norden und eine deutsche im Süden, die aus 
je zwei Häusern bestehen, zwischen denen ein Flaggenmast errichtet ist. Die 
französisch& Faktorei liegt zwischen den. anderen; ©‘ Em gr
	        
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