268
Die Gezeiten längs dev niederländischen Küste.
Beobachtung selbst möglicherweise enthaltenen Fehlers in der Zeit sehion es
unnöthig, die Zeiten der Mondkulmination für den Längenunterschied zu ver
bessern, und vorläuGg ebensowenig geratheu, zwischen dem oberen und unteren
Durchgang des Mondes einen Unterschied zu machen.
Alle Mondknlminationen zwischen O 0“, 0 1 ' 59“, l h 0“ und l h 59™ etc.
sind in einer Spalte vereinigt und hinter jeder Mondkulminationszeit die
unmittelbar darauf folgenden H-W.- und N-W.-Zeiten und -Höhen. Der Unter
schied zwischen den Kulminationszeiten und den Zeiten von H-W. und N-W.
ist für jede Beobachtung aufgemacht und ist Mondfluthintervall (lunitidal
interval) genannt.
Nimmt man in jedor Spalte das Mittel der Kulminationszeiten, der Mond-
fluthintervalle und der H-W.- und N-W.-Höhen, so erhält man die zu jeder
Vollhalbenstunde der Moudkulinination gehörenden Wertho. Das Ergebnifs ist
in folgender Tabelle zusammengestellt.
Tabelle I. Viimngen 1887.
H-W.
N-W.
S.-.
O 4>
5.3 S
I Sfi-S
3 *
,
Ä —!
0 ü
ja i
« Ä
O C
2%
=s|!
- c ’ § 7j3
8 g
as-
o
; ja ^
z<
O -f
a
J§|
• ° 'S
o
g *
P
%
ü
m
q
<
Js
0 '«3
rx2 ■>
I i
O *3
m
Halb
monatliche
Ungleichheit !
8
O
CU
c .
«d
"O I
m
S-S
i o *2
~ ^ .s
*3 « s
Ìli S •—>
®lf
öp
'1
1
<1
h m
h m
m
m
lt Hl
m
nj
0 28,1
1 8,4
4-12,4
192
4- 26
59
7 41,5
+16,9
231
+ 22
59
1 28,2
0 51,9
— 4,1
193
+ 27
53
7 28,3
+ 3,7
238
+ 27
58
2 30,9
0 38,1
— 17,9
197
+ 31
59
7 10,7
— 13,9
227
+ 18
59
3 29,2
0 2G,8
— 29,2
191
+ 25
53
6 53,0
— 31,6
219
+ 10
53
4 27,9
0 17,4
— 38,6
175
“b 9
59
6 46,3
— 38,3
214
5
59
5 29,8
0 16,7
-39,3
153
— 13
63
6 42,4
— 42,2
198
— ii
64 !
6 31,0
0 26,1
— 29,9
144
— 22
59
6 55,B
— 28,8
187
— 22
59 1
7 29,1
0 53,7
— 2,3
120
— 46
58
7 21.9
— 2,7
174
— 35
58
8 28,4
1 26,8
4- 30.8
129
-37
61
7 45,6
+ 21,0
186
— 23
61
9 27,0
1 43,4
4-47,4
148
— 18
61
8 8,6
44,0
198
— 11
61
10 29,8
1 39,1
4-43,1
169
+ 3
58
8 7,2
+ 42,6
215
-$- 6
58
11 28,5
1 23,6
-b t i /6
186
+ 20
56
7 53,7
+ 29,1
223
+ 14
56 !
Im Mittel
0 56,0
Im Mittel 166
Stimme 701
Im Mittel 7 24,6
Im Mittel 209
Summe 705
*) A. P. *=■ >
: ullpunkt des Amsterdamer Pc
_;els.
Das Mittel aus allen Mondflutbintervallen № 56“ ist nach Whewell die
mittlere Hafenzeit (mean establishment). Die Hafenzeit in der gewöhn
lichen Bedeutung (vulgar establishment), d. h. das Mondfluthintervall bei den
Syzygien, somit die Zeit, welche angiebt, um wie viel die Fluth spätor eiutritt,
als der Monddurchgang bei Voll- oder Neumond, beträgt l h 16“. Die hier
gefundene Zeit weicht bedeutend ab von der gewöhnlich aufgegebenen von 59™.
In Verbindung mit den hier erhaltenen Resultaten sind nun die Zeiten
von H-W. und N-W. nach der folgenden Gleichung zu berechnen:
n .. /H-W.\ wahre Zeit Mondkuimination -§- mittlere Hafenzeit
¿eit von 4. halbmonatliche Ungleichheit — Zeitgleichung.
Gleichwohl schien es nicht wünschenswert!^ diese Rechnung weiter fort
zusetzen. Es ist bekannt, dafs für die englischen und deutschen Nordseehäfen
eine bessere Uebereinstimmung zwischen Berechnung und Beobachtung erzielt
ist, wenn jede H-W.- und darauf folgende N -W.-Zeit nicht mit der unmittelbar
vorhergehenden, sondern mit der fünften vorhergehenden Mondkulmination
zusammengestellt wird.
Das Resultat dieser Zusammenstellung ist in der folgenden Tabelle II
enthalten.