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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Kleine Notizen. 
Häuser der Niederlassung und die niedrige Landzunge, welche die Westseite 
des Hafens bildet, in Sicht. Auf dieser Landzunge steht eine kleine Bake, eine 
dünne Stange mit Ball, welche weder in den Karten verzeichnet, noch in den 
Segelanweisungen angegeben ist. Auf das von S. M. Kr. „Habicht“ gebeifste 
Lootsensignal kam ein älterer Fischer an Bord, der dort die Häuser der ehe 
maligen englischen Fischerei-Gesellschaft verwaltet, und brachte den Kreuzer 
in den Hafen. Ohne Lootsen einzulaufen, ist nicht gerathon. Die Landzunge, 
welche sich beständig verändert, hat sich beträchtlich nach Osten vorgeschoben, 
so dafs die Bake jetzt schon ziemlich weit vom Ende derselben steht, und die 
Einfahrt sich bis auf 2 und 3 Kabellängen verengt hat, in derselben sind 10 m 
Wasser. Nach Aussage des Lootsen, der die Bake selbst errichtet und schon 
einmal versetzt hat, häuft sieh jetzt der Sand nach See zu an die Landzunge 
an, so dafs dieselbe nun nach dieser Richtung hin fortsehreitet und eine weitere 
Verengung der Einfahrt nicht zu befürchten ist. Im Hafen liegt man gut, und 
soll derselbe stets sicher sein. Die Wassertiefen ändern beständig; in die 
Lagune, an deren südlichstem Rande die Niederlassung der deutsch-west- 
afrikaoisefaen Gesellschaft liegt, führt nur eine ganz schmale Rinne für Boote. 
Die Niederlassung besteht aus einigen primitiven Wohnhäusern, dem Schlaeht- 
hanse, Kühlhause, dem Pökelhause und einem eisernen Thurm (zur Herstellung 
von Rauchfleisch). 
Verborgene Gefahren existiren vor dem Hafen nicht, die Wässertiefen 
nehmen langsam und gleichmäfsig ab. Der Betrieb und Export der englischen 
Fischerei ist augenblicklich ganz eingestellt. 
2. Bemerkungen über Walfisch-Bai. 1 ) Nach dem Berichte S. M. S. 
„Carola“, Kommandant Korv.-Kapt. v. Raven. Bei dor Ansegelung von Walfisch- 
Bai am Morgen «narkii te sieh der Kirchthurm des Ortes sowohl, als die auf 
der Spitze Pelican stehende Bake gut; die grofsen sich auf der Spitze aufhaltenden 
Vogelschaaren erschweren jedoch auf weitere Entfernungen das Erkennen der 
letzteren. Die Tiefen nehmen in der Bucht recht gleichmäfsig ab, der aus 
Schlick bestehende Ankergrund ist überall ein recht guter. 
Die Bai ist zu Gewehr- und Geschützschiefsübuogen von Bord geeignet, 
zum Torpedoschiefseu nur in ihrem Eingänge, im inneren Theile sind die 
Wassertiefen hierfür zu gering. Nach Aussage der dortigen Einwohner kommen 
daselbst Haifische bis dicht an den Strand vor, welche nächst dem kalten 
Wasser —-■ die Temperatur schwankte zwischen 12,6° und 17,2° C. — das 
Baden daselbst verbieten. 
Das dortige Klima ist sehr gesund; im Besonderen kömmt Malaria nicht vor 
und ist der Platz vielmehr als Heilstätte für diese Krankheit sehr zu empfehlen. 
Die Temperatur war so niedrig, dafs die Mannschaften blaues Zeug mit dickem 
Unterzeug trugen. Die niedrige Temperatur ist gröfstenthoils den vor 
herrschenden südwestlichen Winden znzüschreiben. Morgens ist es gewöhnlich 
still oder flau und nebelig; gegen Mittag und am Nachmittag frischen die 
Winde auf, wirbeln an Land viel Staub auf und erregen auf dor Rhode eine 
den Bootsverkehr erschwerende See. 
Für die Verpflegung der Besatzung ist frisches Rind- und Hammelfleisch 
jeder Zeit zu billigen Preisen von den Ansiedlern zu bekommen. Die Bucht 
ist ferner reich an verschiedenen Arten wohlschmeckender Fische. Frischo 
Gemüse sind an Land nicht zu haben, Trinkwasser nur in geringen Mengen. 
3. Die Reise von Walfisch-Bai nach Kapstadt hat S. M. Kr. 
„Habicht“ in diesem Jahre, im Februar, an dor Küste entlang dampfend zurück 
gelegt, anstatt wie in früheren Jahren unter Segel mit Benutzung des Südost 
passats auf grofsem Umwege. Die Reise unter Dampf dauerte in diesem Jahre 
5 ’A Tage gegen 19 Tage im Jahre 1888 und 15 ! /s Tage im Jahre 1887. Die 
in den Segelanweisungen enthaltenen Bemerkungen über die Windverhältnisse, 
die auftretenden Nebel, die Schwierigkeit, bestimmte Punkte am Lande auszu 
machen und die Täuschung, welcher man beim Schätzen seiner Entfernung vom 
Lande unterworfen ist, fand der Kommandant, Korv.-Kapt. Rittmeyer, völlig 
bestätigt. Nach seinem Berichte markirt sich das Land bei verhältnifsmäfsig 
1) Vergt. Annalen 1888, S. 368. 
„Africa Pilot“ Part II, 1884, S. 208.
	        
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