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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Aus dem Reiseberichte der deutschen Bark „Ha“. 
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Die TTafenunkosteii eines Schiffes Belaufen sieh in Callao, Alles in Allem, 
auf nur 37*/4 Cents pro Reg.-T. Die früher zu entrichtende Abgabe von 
25 Cents für die gelöschte spanische Tonne Güter hat seit dem 1. Mai vorigen 
Jahres allein der Ladungsempfänger zu tragen. Um in das Dock zu gelangen, 
erhält das Schiff einen Schlepper und einen Lootsen. Die Trossen zum Fest 
machen und die Fender liefert die Dockgesellschaft, welche für jeden Schaden, 
den das Schiff im Dock erleiden sollte, einsteht, ohne dem Schiffe dafür irgend 
welche Extrakosten zu berechnen. Die Entlöschung der Ladung gellt im Dock 
vermittelst der Dampfkräbne, für deren Benutzung auch nichts zu zahlen ist, 
rasch von statten. Die Verhältnisse in Callao sind somit für die Schiffe im 
Allgemeinen als sehr günstige zu bezeichnen. 
Das Wetter war fast alle Tage mehr oder weniger nebelig, oftmals so 
dick, dafs man nur mit Zuhülfenabme eines Kompasses von der Rhede nach 
der Stadt und zurück gelangen konnte. Dieser Nebel kühlte die Luft merklich 
ab; die Nächte waren mitunter reichlich kalt. 
Guayaquil. Am Sonnabend den 26. Februar 1887 traten wir um 
27** p. m. die Reise von Callao nach Guayaquil an. Am Nachmittage des 
4. März, also nach sechs Tagen, gelangten wir mit leichter Seebriese in die Bai 
von Guayaquil und hatten um 8 h p. m. Punta Arena in WzS, 3 Sm entfernt. 
Darauf trieben oder segelten wir noch bei sehr flauer westlicher Briese, bis um 
12 h 30® Nachts die Ebbe entgegen kam und uns zwang, auf einer Tiefe von 
12,6 m (7 Fad.) über Schlickgrund, Española-Feuer in SWzW und Centinela- 
Point in NNO, zu ankern. Am nächsten Mittage erhielten wir bei der Insel 
Puna einen Lootsen. Die in der Karte angegebenen Tonnen der MaZa-Bank 
waren nicht auf ihrem Platz, ebenso wenig wie auf meiner Reise im Jahre 1884. 
In meiner Karte ist der Leuchtthurm von Punta Arena 10' östlicher nieder- 
gelegt, als in dem Verzeichnis von Findlay angegeben wird. (Man vergleiche 
auch die Bemerkung von Kapt Inhülsen, Schiff ,,,/. H. Lübken“ über diesen 
Gegenstand.) 
Es scheint mix-, als ob sich die Verhältnisse in Guayaquil, namentlich hin 
sichtlich der Ansprüche der Empfänger bei Stückgutladungen, noch verschlechtert 
haben. Wie mir mein Konsignatär mittheilte, machen einige Ladungsempfänger 
es sich förmlich zur Aufgabe, auf Kosten des Schiffes einen Gewinn zu erzielen. 
Die gelöschte Ladung wird nur von einem Zollbeamten in Empfang genommen, 
der sich aber nicht die Mühe macht, mit dem Steuermann zu vergleichen, und 
kann es dann Vorkommen, dafs jener später weniger empfangen zu haben be 
hauptet, als der Steuermann als gelöscht ungeschrieben hat. Will man in einem 
solchen Falle das Wegholen der Güter am Nachmittage von der Brücke ver 
hindern, so heilst es: „Gut, aber es unterbleibt auf Ihre Verantwortung u, s. w.“ 
Auch in der Annahme, dafs man die Güter in einem unbeschädigten Zustande 
abgeliefert hat, findet man sich gewöhnlich getäuscht; denn das abgeklatschte 
Reskript, das kaum zu lesen ist und einem am folgenden Tage eingehändigt 
wird, enthält stets eine Reihe tadelnder Bemerkungen als: „In leckendem Zu 
stande“, „tönend“, „wieder vernagelt“ u, s. w„ und man muís des Spanischen 
schon sehr mächtig sein, um alles dieses verstehen zu können. Eine Besich 
tigung der beschädigten Stücke, wenn die Ladung schon in das Zollhaus ge 
langt ist, hat keinen Zweck, denn die Beamten sind immer dreist genug zu 
behaupten, dafs alle Schäden schon an Bord entstanden seien. Trotzdem ich 
den an Box-d befindlichen Zollbeamten, bat, jedes Mal, wenn er irgend weleho 
Beschädigung an der gelöschten Ladung entdecke, dieses gleich dem Steuer 
mann anzeigen zu wollen, fanden sich doch regelmäfsig in dem Empfangs 
schein am nächsten Tage Angaben über Beschädigungen, von denen wix- 
bisher keine Kenntnifs gehabt hatten. Mehrmals konnten wir den Beamten 
überfüln-en, dafs er weniger Güter ungeschrieben hatte, als gelöscht worden 
waren. Da man aufser dem Werthe eines fehlenden Stückes auch den Zoll für 
dasselbe zu entrichten hat, so erlangen die Anspx-üehe auf Schadenersatz nicht 
selten eine bedeutende Höhe. Nach einer von mir gemachten Zusammenstellung 
hatte von einer Reihe von Schiffen jedes durchschnittlich 60 Doll. Schadenersatz 
zu leisten, wovon mindestens die Hälfte nicht zu Recht bestand. Das Beste ist 
natürlich, alles Beschädigte bis zuletzt an Bord zu behalten und dann unter 
Hinzuziehung des Konsignatärs die Gebinde öffnen und den Inhalt derselben
	        
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