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Vierteljahrs-WeUcr-Rundictiân der Deutschen Seewarte, Sommer 1885.
gelangte jenes Schiff iu 10,5° N-Br und 23,9° W-Lg am 6. September, der
Mitsegler in 10,6° N-Br und 26,1° W-Lg am 7. September. Nachdem sie süd
lich von derselben mehrere Tage durch Mallung aufgehalten worden waren,
fanden sie den nur wenig beständig webenden Südwestmonsun, der später fast
ohne Unterbrechung durch Stille in den Südostpassat überging.
Von den drei Schiffen der Inste, welche von nordamerikanischen Häfen
aus zur Linie segelten, hatten „ Wilhelm? und „Kaie“ New-York als Abgangs
hafen. Die Reise des ersteren Schiffes nahm anfänglich einen ganz befriedigenden
Verlauf. Die theils stürmisch auftretenden Westwinde, die an der Südseite des
vom 6. bis zum Ö. Juni unweit Neufundland sich bewegenden Niederdruck
gebietes wehten, ermöglichten ein rasches Fortsehreiten nach Osten. (Siehe
Karte I.) Nachdem man aber bis nach 36.5° N-Br in 55° W-Lg gelangt war
und sieh dort der Wind durch Nord nach Ost und Südost verändert hatte und
ganz schwach geworden war, folgte eine recht lange Zeit, in welcher das sich
nun inmitten des grofsen Hochdruckgebietes befindliche Schiff nur sehr geringen
Fortgang erzielen konnte. (Siehe Karte II und III.) Unweit von 34,8° N-Br
in 39° W-Lg stellte sich am 24. Juni der zunächst auch nur noch schwache
Passat ein. Der übrige Theü des Weges zur Linie verlief unter ähnlichen Ver
hältnissen, wie dieselben bei den Reisen von „Niagara“ und „Johanna“ schon
beschrieben worden sind.
„Kaie“, der in der letzten Woche des Juni in See ging, fand dort gün
stigere Verhältnisse als „Wilhelm“. Wie aus Karte 111 zu ersehen, war die
Lage des grofsen Hochdruckgebietes damals dem Herrschen westlicher Winde
für die von New-York ausgehenden Schiffe günstig. Das Schiff erreichte des
wegen auch 3Ö° N-Br in 6 Tage kürzerer Zeit als „ Wilhelm“. Der am 12. Juli
in der Nähe von 29° N-Br und 35,5° W-Lg ohne lang vorhergehende Mallung
einsetzende Passat wehte ebenfalls in befriedigender Stärke. Er endete, als
„Kaie“ sich am 20. Juli bei 10,4° N-Br und 29,2° W-Lg befand. Ein frischer
Südwesttn onsun setzte 2 Tage später in der Nähe von 9,3° N-Br und 28,8° W-Lg
ein. Als östlichster Punkt wurde am 28. Juli 3,3° N-Br in 16° W-Lg berührt.
„Alpina's* Reise nahm, entsprechend dem zu machenden weiten Umwege,
einen sehr langsamen Verlauf. Sie würde indessen wahrscheinlich günstiger
ansgefallen sein, wenn auf dem ersten Reiseabschnitt gleich ein nördlicherer
Kurs gesteuert worden wäre. Für diese Jahreszeit erscheint es gcratkener,
dafs ostwärts bestimmte Schiffe in jenem Meerestheile, besonders wenn sie nicht
von durchstehenden Westwinden begünstigt werden, sich möglichst lange im
Golfstrome halten, um rasch nach Norden vorzurücken. Am Ostrande des
Golfstromes treten besonders im Spätsommer oft anhaltende Stillen auf, und
dazu setzt dort häufig eine starke Strömung nach Süd westen. Auch „Alpina“
beobachtete dieses; wenigstens deutet die 21 Sm grofse Versetzung nach Westen,
welche am 23. Juli festgestellt wurde, darauf hin. Das Schiff' gebrauchte nicht
weniger als 31 Tage, um 30° N-Br in 38° W-Lg zu erreichen. Der spätere
Verlauf der Reise bietet zu Bemerkungen keinen Anlafs.
Auch über die Reisen der beiden von Gibraltar kommenden Schiffe
braucht wenig gesagt zu werden. Die Fahrt des „Bernhard, Carl“ verlief unter
ähnlichen Verhältnissen, wie die der „Amanda <§■ Elisabeth“, die des „J. II. Ramien“,
wie die der „Charlotte“. Beide Schiffe passirten die Kap Verden an ihrer
Westseite.
4. Reisen von Süd nach Nord.
Während des Sommers 1885 legten nicht weniger als 44 Schiffe, welche
für die Seewarte beobachteten, den Weg von der Linie nach Norden zurück.
Vierzig derselben waren nach Nordeuropa bestimmt, drei vollendeten Reisen
nach nordamerikanischen Häfen und eins segelte nach Lissabon. Die Durch
schnittsreisedauer der ersteren Gruppe betrug 41 Tage, die nach Nordamerika
bestimmten Schiffe gebrauchten im Mittel 38 Tage, und die Fahrt nach Lissabon
wurde in 44 Tagen vollendet. Die längste Reise war die des eisernen Schiffes
„ Wega“, welches auf der Strecke Linie — Queenstown 51 Tage zubrachte,
während die kürzeste, die von „Kriemhildebenfalls nach Queenstown bestimmt,
28 Tage in Anspruch nahm. Fast alle Schiffe gebrauchten eine unverhältmifg-
mäfaig lange Zeit, um den nördlich von 30° N-Br liegenden Reiseabschnitt zu-