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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vierteljahrs-Wettei-Randschaa der Deutschen Seewime, Sommer 1885. 259 
Wahl seiner Route gewesen zu sein seheint. „Anna Thormann“ und „Louise“ 
überstanden * am 30. Juli in ungefähr 14° N-Br und 26,5° W-Lg einen kurzen, 
aber heftigen Sturm, in welchem der Wind von NNE nach ESE umlief, und 
der Luftdruck bis auf 754,0 mm sank. Durch denselben wurde der Passat 
gänzlich gestört, und nachher wurden die Schiffe längere Zeit durch leichte 
umlaufende Winde zurückgehalten. Der Sturm wurde hervorgerufen durch das 
Niederdruckgebiet der Karte VII, dessen Bahn sich ungewöhnlich weit nach 
Westen hin verfolgen läfst und dessen Wirkungen später auch noch andere 
mit der Seewarte in Verbindung stehende Schiffe spürten. Bei „Anna Thor 
mann“ vergingen 5 Tage, bevor der südwestliche Monsun einsetzte. „C. R. Bishop“ 
erhielt dagegen, nachdem der Passat am 4. August bei 12,7° N-Br in 23,3° W-Lg 
geendet hatte, schon nach etwa 24 Stunden den Monsun. Aufserdem handelte 
„Anna Thormann“ später auch darin wenig empfehlenswert!!, dafs zu oft ge 
wendet und nicht beharrlich genug der am meisten Süd bringende Bug ein- 
f ehalten wurde. „C. R. Rishop“ segelte bis zum 9. August nach 6,8° N-Br in 
7,8 3 W-Lg, wendete dort und legte daun in einem Schlage die Strecke zu der 
in 21° W-Lg überschrittenen Linie zurück. „Anna Thormann“ wendete zum 
letzten Male am 17 August in der Nähe von 1,4° N-Br und 15,4° W-Lg. 
„Louise“ erreichte als östlichsten Punkt 4,9° N-Br in 18,8° W-Lg am 10, August 
und „Gustav Adolph“ 2,6° N-Br in 18,2° W-Lg am 18. August. 
Während der letzten 10 Tage des Juli erreichten „Albert Reimann“, 
„Frieda Grampp“ und „Charlotte“ den offenen Ocean. Von diesen Schiffen 
verfolgte „Frieda Grampp“ die östliche Route, während die beiden anderen 
Mitsegler die westliche omhielten. Am 8. August Mittags befand sieh „Frieda 
Grampp“ in 31° N-Br und 19,1° W-Lg, gleichzeitig „Charlotte“ io 30,8° N-Br 
und 21,8° W-Lg. Nach dieser Zeit fand jenes Schiff auf östlicher Route 
anfänglich etwas günstigere Verhältnisse als der Mitsegler. Es konnte bis zum 
13. August nach 19,8° N-Br in 21° W-Lg vorrücken, während „Charlotte“ nach 
20,3 Ö N-Br in 25,2° W-Lg gelangte. Später wurde aber „Charlotte“ mehr be 
günstigt; als bei derselben am 17. August der Passat unweit von 12,6° N-Br 
in 26° W-Lg endete, befand sich „Frieda Grampp“ noch in 13,1° N-Br und 
22,3° W-Lg. Beide Schiffe verloren dann mehrere Tage bevor es gelang, west 
lichen Monsun zu finden. Nachdem derselbe durchgekommen war, wehte er bei 
„Charlotte“ anscheinend viel frischer und beständiger als bei dem Mitseglor. 
„Frieda Grampp“ segelte damit bis zum 30. August nach 2,6° N-Br in 16° W-Lg, 
in weichem Punkte gewendet wurde, während „Charlotte“ am 26. August den 
östlichsten Punkt von 2,8° N-Br und 18° W-Lg erreichte. Das erstere Schiff 
gebrauchte, um von 30° N-Br aus die Linie zu erreichen, 24 Tage, das letztere 
dagegen nur 21. Der Mitsegler „Albert Reimann“, dessen Segelfähigkeit an 
scheinend keine grofse war, legte die Reise Lizard—Linie auf westlicher Route 
in 36 Tagen zurück. Die verhnltnifsmäfsig recht lange Reise des „Oberbürger 
meister von Winter“ ist sehr wahrscheinlich ebenfalls durch die sehr geringe 
Schnelligkeit dos Schiffes verschuldet worden. Von den beiden letzten Schiffen 
dieser Liste, dem „Triton“ und der „Ellen Rickniers“, wählte das erstere auch 
die östlich der Kap Verden gelegene Route, während das letztere Schiff sich 
westlich hielt. Beide erreichten den Aequator von 3Q Q N-Br ab in gleich 
langer Zeit, und wurde die längere Dauer der Reise des „Triton“ nur durch 
die gleich zu Anfang angetroffenen ungünstigen Verhältnisse verursacht. Mitte 
August hatte nämlich, wie Karte VIII zeigt, eine gänzliche Veränderung der so 
lange ungestört dauernden Form und Lage des atlantischen Hochdruckgebietes 
stattgefunden. Dasselbo hatte sieh bedeutend verkleinert und nach Süden und 
Westen zurückgezogen, und ein TbeSI desselben lagerte über dem westlichen 
Europa und ragte nur zum kleineren Tbeil in den Ocean hinaus. Als Folge 
davon trafen diese beiden Schiffe auf dem ersten Reiseabschnitte ungünstige 
Verhältnisse an. Besonders hatte „Triton“ während der ersten Tage gegen 
stürmische Westwinde zu kämpfen. Da das Hochdruckgebiet sich während der 
letzten 10 Tage des August noch weiter verlor, mufsten die Schiffe verhältnifs- 
mäfsig weit nach Süden verrücken, bevor es gelang, den. Nordostpassat zu er 
reichen. (Siehe Karte IX.) „Triton“ überschritt die in 27,8° N-Br und 20° W-Lg 
liegende polare Passatgrenze am 29. August, „Ellen Rickmers“ that dasselbe 
in 31,3° N-Br und 18° W-Lg am 28. August. Zur äquatorialen Passatgrenze 
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