accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

258 
Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Sommer 1885. 
•westlicheren Stellung den Aequator östlicher schnitt, als „Patagonia“. Die 
Reisen von „./. H. Lübken“ und „Spéculant“ verliefen, nachdem östlicher Wind 
an die Stelle des in der Nähe der Kanalmündung herrschenden leichten Süd 
westwindes getreten war, unter ähnlichen Verhältnissen, wie sie die drei vor 
erwähnten Mitsegler gefunden hatten. Da die Segelfähigkeit jener Schiffe 
indessen eine verhäUnifstnäfsig geringe war, nahm die Vollendung ihrer Reisen 
auch eine längere Zeit in Anspruch. 
Etwa um die Mitte des Juni verlicfseu „Niagara* und „Johanna 1 ' 1 den 
Kanal. Das erstere, ein eisernes Schiff, that es am 16. Juni, das zweite, ein 
sehr schnell segelndes hölzernes Sehiff, am 17. Juni. Da sich damals, wie aus 
Karte III ersichtlich, der nordöstliche Ausläufer des Hochdruckgebietes nach 
Süden verschoben hatte, fanden diese beiden Schiffe im offenen Océan zunächst 
längere Zeit anhaltende Westwinde. Erst als sie weiter nach Süden vorgerückt 
waren, nahmen die Winde unter dem Einflüsse des Hochdruckgebietes, an 
dessen Ostseite die Schiffe gelangten, eine nördliche und schliefslich eine nord 
östliche Richtung an. Der Passat stellte sich bei „Niagara“ in 33,6° N-Br und 
18,3° W-Lg am 26. Juni, bei „Johanna“ in 32,6° N-Br und 20,2° W-Lg am 
28. Juni ein. Derselbe hielt an, bis er das erstere Schiff bis zum 5. Juli nach 
11,1° N-Br in 25,5° W-Lg und das letztere bis zum 6. Juli nach 12,3° N-Br 
in 25,7° W-Lg geführt hatte. Beide Schiffe fanden hierauf erst nach längerer 
Zeit der Mallung den später nur unbeständig wehenden Südwestmonsun. Als 
östlichsten Punkt erreichte „Niagara“ 6,3° N-Br in 23° W-Lg am 12. Juli, 
„Johanna“ 5,1° N-Br in 17,2° W-Lg am 14. Juli. Auf dem von hier aus noch 
vorliegenden Reiseabschnitt scheint aber „Johanna“ entweder viel günstigere 
Verhältnisse als der Mitsegler au getroffen zu haben, oder ihre gröfsere Segel 
fähigkeit machte sich hier, wo mit frischer Briese beim Winde gesegelt werden 
inufste, am meisten geltend. Sie erreichte die Linie in 23° W-Lg nur 4 Stunden 
später, als „Niagara“ es in 30,2° W-Lg gethan hatte. Letzteres Schiff konnte 
trotz seines für diese Jahreszeit unerwünscht weit westlichen Schnittpunktes, 
später die brasilianische Küste wohl auf einem Buge klaren, verlor jedoch 
dabei dermafseu, dafs, als es sich am 24. Juli Mittags in 12,4°' S-Br und 
35,4° W-Lg befand, „Johanna K schon 16,7° S-Br in 28,7° W-Lg erreicht hatte. 
Die folgende Gruppe von Schiffen, aus „Le-rnka“, „Caroline Behn„Amanda Sf 
Elisabeth“ und „Polynesia“ bestehend, trat Ende Juni und zu Anfang Juli ihre 
Reise an. Die ersteren drei verliefseo den Kanal bei nordöstlichem Winde 
und trafen auf ihrem Wege nach Süden auch zunächst fast gar keinen Gegen 
wind an. Als jedoch „Polynesia“ den Kanal verliefs, hatte sich die bis dahin 
günstige Lage des Hochdruckgebietes verändert, indem sich dasselbe nunmehr 
weit in Europa hinein erstreckte, wodurch vor dem Kanal, anstatt der früher 
herrschenden Nordostwände Westwind verursacht wurde. (Siehe Karte IV.) 
Es dauerte infolge dessen verhältnifsmäfsig lange, bevor „Polynesia“ 30° N-Br 
erreichen konnte. Alle Schiffe trafen später einen rnäfsig starken Passat an, 
wurden südlich von dessem Gebiet aber ziemlich lange durch Mallung und 
Stille aufgehalten. Südwestmonsun von geringer Stärke und Beständigkeit 
herrschte südlich von 8,5° N-Br. Als östlichsten Punkt erreichte „Levuka“ am 
24. Juli 3,8° N-Br in 17,2° W-Lg, „Caroline Behn“ am 23. Juli 4,2° N-Br in 
16,9° W-Lg, „Amanda fy Elisabeth“ am 25. Juli 3,8° N-Br in 16,8° W-Lg und 
„Polynesia“ am 4. August 4,0° N-Br in 20,8° W-Lg. 
Eine fernere Gruppe der von Nordeuropa kommenden Schiffe umfafst 
„Anna Thormann„Louise“, „G. R. Bishop“ und „Gustav Adolph“. Diese 
begännen ihre Fahrten in der Zeit zwischen dem 10. und 20. Juli, während 
welcher, infolge der Lage des Hochdruckgebietes der Karte V, vor dem Kanal 
leichte westliche Winde herrschten. Die Schiffe trafen, als sie bei denselben 
eine Strecke nach Süden hin vorgerückt waren, zwar bald den an der Südost 
seite jenes: Gebietes herrschenden Nordostwind, doch war derselbe nicht sehr 
beständig, wurde bei „Gustav Adolph“ auch noch wieder von Westwinden 
unterbrochen. Alle Schiffe wurden dagegen von ziemlich frischem Passate be 
günstigt. Bei demselben steuerte „C. R. Bishop“ einen Ost von den Kap 
Verden nach Süden führenden Kurs, während die übrigen Mitsegler die westliche 
Route einhielten. Derselbe gewann dabei gegen „Anna Thormann“ und „Louise“, 
was indessen ebenso sehr ein Erfolg seiner greiseren Segelfähigkeit als der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.