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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Sommer 1885. 
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des Oceans nach Osten bewegten. (Siehe Karte I.) In der Nähe der euro 
päischen Küste wurden beide Schiffe später auch noch wieder von nordöstlichen 
Winden zurückgehalten. „ Ido.' 1 und „ Doris“, welche in der letzten Woche des 
Mai in See gingen, wurden von den angetroffenen Winden weit mehr be 
günstigt. Sie beobachteten zwar auch zu Anfang ihrer Reisen an mehreren 
Tagen leichte östliche Winde, doch konnten sie den gröfsten Theil des Weges 
mit Westwinden zurücklegen. Diese wurden meist verursacht durch das grofse, 
sieh über den ganzen Ocean ausbreitende Gebiet hohen Luftdrucks der Karte II. 
Die stürmischen Westwinde, welche vom 6. bis zum 8. Juni herrschten, waren 
jedoch eine Wirkung jenes Niederdruckgebiets derselben Karte, welches sieh 
damals in der Nähe der Neufundlandbank nach Osten und Norden bewegte. 
Der Luftdruck erreichte während dieser Tage an Bord von „Dom“ mit 743 mm 
seinen niedrigsten Stand. Nach einigen Tagen machten die Westwinde einem 
mäfsigen, beständigen Nordostwinde Platz, der an der südöstlichen Seite jenes 
in auffallender Form nach Nordost ausgedehnten Hochdruckgebietes wehte 
(:S, Karte II). Nachdem diese Ausbuchtung am 16. Juni verschwunden war, 
stellten sich jedoch wieder Westwinde ein, welche die Schiffe zum Kanal 
führten. „Dons* erreichte denselben nach 23tägiger Fahrt, der raschesten von 
allen nördlichen Reisen, welche die Tabelle enthält. 
In der ersten Woche des Juni verliefsen „ Palme“, „Savannah“, „Ariadne“ 
und „ Victoria“ die Küste Nordamerikas. Von diesen Schiffen vollendeten 
„ Palme“, welche nach der Strafse von Gibraltar, und „Ariadne*, welche Nord 
um Schottland ging, ihre Reisen in je 26 Tagen, während „Savannah“ 25 und 
„ Victoria* 32 Tage gebrauchte. Die Reisen aller verliefen zum grofsen Theil 
unter dem Einflüsse derselbe» Verhältnisse, welche schon bei den im Mai be 
gonnenen Fahrten kurz erwähnt worden sind. Sie wurden auf dem westlichen 
Tbeile von jenen durch das Niederdruckgebiet der Karte II verursachten 
stürmischen Westwinden begünstigt, dagegen später von mäfsigen Ost winden 
zurückgehalten. 
Die nächste Gruppe umfafst die Schiffe „Hermann Friedrich„Port 
Royal*, „Marie Louise„Magdalene“ und „J. W. Wenit“, welche zwischen 
dem 10. und dem 20, Juni den offenen Ocean erreichten. Von ihnen legte 
„ Magdalene“ mit 24 Tagen den Weg zum Kanal am rasehesten zurück, während 
der freilich nach dem Mittelmeer bestimmte „Port Royal“ mit 31 Tagen die 
längste Zeit für seine Reise in Anspruch nahm. Im Uebrigen verliefen die 
Reisen ziemlich gloichmäfsig; alle Schiffe trafen zu Aufang der Fahrt ziemlich 
günstige Verhältnisse an, als Folge der auf Karte II verzeiehneteu Lage und 
Form des grofsen Hochdruckgebietes. Als die Schiffe sich aber gegen das 
Ende des Monats der Mitte des Oceans genähert hatten, wurden sie durch süd 
östliche und östliche Winde aufgehalten. Es wurden diese verursacht durch 
jene uach Nordwest gerichtete Ausbuchtung des jetzt aufsergewöhnlich grofsen 
Hochdruckgebietes, welches Ende Juni fast den ganzen Ocean bedeckte. (Siehe 
Karte IV.) Bei dem östlicher stehenden „Port Royal“ traten sie nur schwach 
auf, während bei den sich weiter westlich befindenden Mitseglern an einigen 
Tagen frischer Ostwind wehte. Nachdem er geendet hatte, stellten sich bei 
fast allen Schiffen südwestliche Winde ein, die hervorgerufen wui den durch jenes 
flache Niederdruckgebiet, welches sich vom 3. bis zum 6. Juli inmitten des 
Oceans nach Osten und Nordosten bewegte. (Siehe Karte IV.) „Marie Louise“ 
und „Magdalene“ wurden von diesen Winden besonders begünstigt, und war 
dieser Umstand ausschlaggebend für ihre raschen Reisen. Der wegen der Lage 
seines Bestimmungsplatzes einen südlicheren Kurs verfolgende „Port Royal“ traf 
auf dem letzten Reiseabschnitt noch wieder nordöstliche Winde an, die an der 
südöstlichen Seite des Hochdruckgebietes, der Karte V wehten. 
Viel ungünstigere Verhältnisse, als die Schiffe der vorhergehenden Gruppe 
sie fanden, wurden vom „Matthias“, welcher als letztes Schiff im JuDi seine 
Reise begann, augetroffen. Dasselbe wurde kanm an einigen Tagen von einiger- 
mafsen frischen Westwinden begünstigt, mufste dagegen sich aber sehr oft und 
lange mit leichten Gegenwinden und Stillen plagen. Die Winde waren der 
artig schwach, dafs kaum auf einigen Wachen während dor ganzen Reise die 
Stärke 7 beobachtet wurde. Die Fahrt möchte indessen vielleicht in kürzerer
	        
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