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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Vierteljahrs-Wetter-Kimdsckau dev Bestechen Seewarte, Seiatnei' 1886. 
vergeblich erwartet worden war, dafs nämlich die Mitte eines Niederdruck- 
gebiotes südlich vom Schiff passirte und diesem Ostwind verschaffte. (Siehe 
Karte VII.) Nach dieser Zeit blieben die Verhältnisse für die, nun einen sehr 
südlichen Kurs steuernde „Anna“ günstig. Wie aus Karten VII und VIII er 
sichtlich, zeigten sich damals mehrere nicht sehr tiefe und in unregelmäfsigen 
Bahnen sich bewegende Niederdruckgebiete in der Nähe der Neufundlandbanken, 
■welche für „Anna“ erwünschte, für den an deren Südseite stehenden „Fidelio“ 
dagegen ungünstige Verhältnisse schufen. Die Folge, davon war, dafs für die 
Strecke von 30° bis 50 Q W-Lg „Anna“ nur 12, „Fidelio“ in 36° N-Br dagegen 
21 Tage benöthigte. Der letzte Reiseabschnitt mufste von beiden Schiffen bei 
umlaufenden Winden von mäfsiger Stärke zurückgelegt werden. 
Die letzten sechs Schiffe der Liste, „Dakota“, „Henry“, „Astronom“, 
„Dora“, „Johanne Marie“ und „Sinus“, die während der letzten zehn Tagen des 
Juli vom Kanal ausgingen, machten von allen die durchschnittlich kürzesten 
Reisen. Sie erreichten ihren Bestimmungshafen im Mittel in 36 Tagen, Sie 
folgten der direkten Route lind wurden auf derselben anfänglich durch Ostwinde 
begünstigt, die eine Folge des Auftretens eines grofsen Hochdruckgebietes in 
mittleren Breiten waren. Dasselbe hatte sich, wie es Karten VI und VII zeigen, 
abermals in Form einer verhälinifsmäfsig schmalen Zunge weit nach Nordosten 
ausgedehnt und verursachte dadurch vor der Kanalmünduug eben jene günstigen 
Winde. Bei denselben wurde die zwischen 10° und 20° W-Lg liegende Strecke 
in 6 i /a Tagen durchsegelt. Weiterhin waren dio angetroffenen Winde zwar 
vorherrschend aus den westlichen Quadranten, doch wehten auch sic nicht selten 
günstig, und wiederholt stellten sich auch noch wieder Ostwinde ein. So fanden 
die letzten vier Schiffe am 8. August stürmische Ostwinde, die von ciDem 
Niederdruckgebiete stammten, welches, nach Karte VIII an diesem Tage südlich 
von ihnen passirte. „Dakota“ und „Henry“ befanden sich damals zu weit süd 
westlich, um von diesem Winde erreicht werden zu können. Am 11. August 
beobachteten alle Schiffe einen sehr schweren Sturm. Derselbe wurde verursacht 
durch ein Niedordruckgebiet, dessen ostwärts gerichtete, unregelrnäfsigc Bahn 
auf Karte VIII verzeichnet ist. Obgleich alle Mitsegler damals der Mitte dieser 
Erscheinung sehr nahe standen, blieben sie doch sämmtlich in deren südlicher 
Hälfte und hatten dementsprechend auch nur westliche Winde. Am 26. August 
hatten einige der Schiffe im Bereich eines von der amerikanischen Küste kom 
menden Niederdruokgebietes einen zweiten Sturm zu überstehen. (Siebe Karte IX.) 
In diesem Falle ging das Centrum südlich von den Schiffen nach Osten, und der 
Sturm wehte daher bei ihnen aus nördlicher oder östlicher Richtung. Nur bei 
dem weiter östlich stehenden „Astronom“, dem anscheinend am wenigsten segel- 
fähigen der hier in Betracht kommenden Schiffe, hatte der sich hier erst am 
27. August einstellende Sturm eine südwestliche Richtung. 
2. Reisen von West nach Ost 
Die betreffende Liste enthält, 19 Schiffe, welche während des Sommers 
1885 Reisen von West nach Ost über den Atlantik ausführten. Von denselben 
waren 13 nach dem Norden Europas und 6 nach dem Mittelmeer bestimmt; 
eine Reise wurde vom Golf von Mexico aus begonnen. Die mittlere Reise 
dauer der ersteren Gruppe von Schiffen betrug 36, die der zweiten 29 Tage. 
Die schnellste aller Reisen war die der „Helene“, welche die Strafse von 
Gibraltar 22 Tage später, als der Delaware verlassen worden war, erreichte. 
Dagegen gebrauchte „Matthias“ für die Strecke Philadelphia—Lizard 37 Tage. 
Von Stürmen wurden alle Reisen, der Jahreszeit entsprechend, nur wenig 
beunruhigt, wohl aber verlängerten häufige Stillen die Fahrten. 
„Amelia“, „Johanne Marie“, „Ida“ und „Doris“, die vier ersten Schiffe, 
traten ihre Reisen noch im Mai an. Die nach dem Mittelmeer bestimmte 
„Amelia“, wie „Johanne Mane“, fanden im Vergleich zu den beiden anderen 
Mitseglern ungewöhnlich ungünstige Verhältnisse. Sie trafen schon wenige 
Tage, nachdem die offene See erreicht worden war, Ostwind an, und zwischen 
40° und 30° W-Lg wurde die Reise der „Johanne Marie“ sogar mehrere Tage 
durch stürmische Ostwinde unterbrochen. Es traten diese im Gefolge mehrerer 
flacher Niederdruckgebiete auf, welche sich vom 2. bis zum 7. Juni inmitten
	        
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