Vierteljahrs-Wflter-Rundschaa der Deutschen Seewai'te, Sommer 1885. 253
der Länge in der Nähe von 26° N-Br zurück. Die anderen beiden Mitsegler
fanden später vorherrschend leichte Westwinde.
Von den noch übrigen Schiffen, welche in der erstes Hälfte des Juni
ihre Reisen antraten, verfolgte nur „Mozart“ die hoch' nördliche Route, während
„Niagara“, „Bertha“, „George Washington“ und „Marie“ den Kanal durch
segelten. Auch unter diesen Mitseglern erzielten „Marie“ und „Niagara“ auf
direkter Route die günstigsten Erfolge. „Mozart“ befand sieh an demselben
Tage bei Fair Island, an welchem „Niagara“ bei Lizard stand. Beide Schiffe
traten ähnliche Verhältnisse an, wie sie bei den Mitseglern „Olbers“ und
„Diamant“ schon erwähnt worden sind. „Mosart’s“ Reise nahm deswegen auch
einen annähernd gleichen Verlauf, wie die des „Olbers“, während „Niagara“
ähnlich fahr wie „Diamant“. Auch über die Reisen von „Bertha“, „George
Washington.“ und „Marie“ läfst sich aus diesem Grunde wenig Neues sagen.
Die beiden letzteren Schiffe, die sich an demselben Tage bei Lizard befunden
hatten, wurden zunächst auch von den au der Ostscito des Hochdruckgebietes
der Karte II herrschenden Nordostwinden begünstigt. „George Washington“
steuerte bei denselben gleich eine» südlicheren Kurs als „Marie“ und rückte
auf demselben anfänglich in recht befriedigender Weise vor. Am 1. Juli war
er nach 34,1° N-Br in 48,2° W-Lg gelangt, während „Marie“ erst 42,6° N-Br
in 43,3° W- Lg erreicht hatte. Westlich von diesen ScMfLorton herrschten
Westwinde vor und zwar am ausgeprägtesten bei dem südlicher stehenden Schiffe.
In Folge dessen blieb dieses: auf dem letzten Reiseabschnitt bedeutend zurück.
Die Reisen der letzten drei, den Kanal im Juni verlassenden Schiffe
geben ebenfalls und zwar zum Theil deshalb, weil ihre Bestimmungshäfen gar
zu verschiedene waren, zu besonderen Bemerkungen kaum Veranlassung. Als
,,Bnigiu“ und „Paulina“ sich am 20. Juni vor dem Kanal befanden, wurden sie
dort zunächst mehrere Togo durch die, an der Nordseite der nordöstlichen
Ausbuchtung des grofsen Hochdruckgebietes wehenden, Westwinde zurück-
gehalten. (Siebe Karte III.) Nachdem sich dies Gebiet aber weiter nach
Norden hin ausgedehnt hatte, stellten sich östliche Winde ein, und die Reisen
der einen südwestlichen Kurs verfolgenden Schiffe nahmen zunächst einen
günstigeren Verlauf. Bis zum 3. Juli Mittags segelte Bylgia“ nach 26,5® N-Br
in 26° W-Lg und „Pauiina“ nach 30° N-Br in 29,8° W-Lg. An diesem Tage
endete der bis dahin wollende Ostwind bei dem letzteren Musegier, und es folgte
eine längere Zeit, während welcher ganz leicht© westliche Winde vorherrschend
waren. Bei der südlicher stehenden „Bylgia“ hingegen fand keine Unter
brechung des damals schon wehenden Passats stutt. Die wahrscheinliche
Ursache dieser Verschiedenheit war, dafs dieses Schiff sich mehr am südlichen
Rande des grofsen Hochdruckgebietes, jenes mehr in der Mitte desselben befand.
(Siehe Karte« IV und V.) Erst am 12. Juli, als „Bylgia“ schon in 14,7° N-Br
und 47,7° W-Lg stand, stellte sich hei „Paulina“ in 27,.4° N-Br und 41,4° 7V-Lg
wieder Ostwiud ein. Bei demselben wurde, was vort liedhafter schon früher
geschehen wäre, ein südlicherer Kurs gesteuert. „Jupiters“ Reise wurde an
fänglich, infolge der schon wiederholt erwähnten Gestalt des Hochdruck
gebietes, von nordöstlichen Winden begünstigt. Der gröfste Theil der Reise
mufste indessen bei vorherrschend westlichen Winden zurüekgolegt werden.
Von den beiden Schiffen der Liste, welche zuerst im Juli ihre Fahrten
begannen, trat „Anna“ ah Fair Island und „FideHo“ vom Kanals aus die Reise
an. ln diesem Falle erreichte das die nördlichste Route verfolgende Schiff
seinen Be« ti m № u ngsbafc n New-York zuerst- Doch war dies allein eine Folge
davon, dafs „FideHo“, welches Schiff 1 anfänglich der direkten Route folgte, sich
schliefslich noch zum Aufsuehen des südlich vom Golfstrome gelegenen Weges
entschied. Beide Schiffe trafen zu Anfang ihrer Reise, infolge der auf
Karten IV und V verzeichneten ungünstigen Lage des Hochdruckgebietes, fast
nur Westwinde an. „Anna“ suchte bei denselben auf ungewöhnlich hoch nörd
licher Route nach Westen hin vorzurücken, während „Fidelio“ nach Süden
abhog und dort auch anfangs besseren Erfolg erzielte. Am 1. August Mittags
befand sich „Anna“ in 56,4° N-Br und 43,1° W-Lg, also nicht weit von der
Südspitze Grönlands entfernt, während „Fidelio“ in 40,4° N-Br und 48,5° W-Lg
stand. An diesem Tage geschah das zum ersten Male, was in Anbetracht der
hohen Breite, in der sich jenes Schiff bisher gehalten hatte, schon längst, aber