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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Aas dem Reiseberichte der deutschen Bark ,14a“. 
Deck ■und im Wassergange gröfstentheils gesprungen waren und das Deck fast 
stets unter Wasser lag, so warfen wir, um das Schiff zu erleichtern, von der 
Ladung noch etwa 9000 Mauersteine über Bord. Später hatten wir noch einen 
schweren Sturm aus WSW bis WNW, dem ein leichter Nordwind vor&ngirig 
und bei dem das Barometer bis 724 mm (unred.) sank, zu bestehen. 
Am 23. Oktober erreichten wir Port Williams und am 25. Port Stanley. 
Drei Tage nach uns kam die von Coquimbo nach Europa mit Manganerz be 
stimmte englische Bark „S. P. Smith“ und noch einige Tage später die ame 
rikanische Bark Charles Fobes“, welche auf der Boise von Neu:- York nach Gallao 
begriffen und bereits 170 Tage in See war, beide im lecken Zustande, in den 
Hafen. ErsterC3 Schiff jnufste kondemnirt werden, letzteres wurde reparirt, 
konnte aber erst drei Wochen nach „lda“ Port Stanley verlassen. Beide 
Schiffe hatten wahrscheinlich denselben Sturm mit „/da“ durchgemachl; 
„J. P. Smith“ stand etwas östlich von uns, „Charles Fobes* aber bedeutend 
westlicher, auf 78“ W-Lg in 54" S-Br. 
Alle Reparaturen an Schiffen sind in Port Stanley kostspielig, denn die Mate 
rialien sind sehr theuer und der Arbeitslohn ist hoch. Mein Klüverbaum kostete 
beispielsweise 18 Lstrl. Es sind in Port Stanley nur zwei Weiften, die sich mit 
der Reparatur von beschädigten Schiffen befassen, nämlich die der „Falkland 
lsland-Company“, welche unsere Arbeiten übernahm und deren Leiter, Herr 
F. Cobb, deutscher Konsul ist, und die der Firma Dean & Sons. So sehr jede 
dieser beiden Firmen auch bemüht ist, die Arbeiten eines einkommenden 
Schiffes für sieh zu erlangen, so haben sie doch ganz dieselben Preise, von 
denen sie nicht ab weichen. Der Taglohn für einen Zimmermann beträgt bei 
einer nur mäfsigen Leistung 16 sh. 8 d. Die Bodmerei-Prämie beträgt 35 %; hat 
man aber einen Kreditbrief seines Rheders an Bord, so kann man die Bodmerei- 
Anleihe ganz vermeiden und seine Rechnung durch einen Wechsel auf London 
mit 7*/» °/o Zuschlag begleichen. Für Baarvorschufs hat man aber stets 5% 
nnd aufserdem an Kommission 25 Lstrl. zu zahlen. 
Die Postverbindung Port Stanleys ist noch eine mangelhafte; die Dampfer 
der Kosmos-Linie laufen Mer monatlich ein Mal an. Der Preis von Kohlen ist 
3 Lstrl. die Tonne. Trinkwasser kostet, frei an Bord, 10 sh. für 250 Gallonen, 
und wenn man es selbst holt, die Hälfte. Kartoffeln sind nur selten zu haben 
nnd meistens von nur geringer Güte, zum Preise von l 1 /* d. das Pfund. 
Während unseres Aufenthaltes in Port Stanley wehte es fast alle Tage 
mehr oder weniger heftig, und führte der Wind dabei im Ganzen nur drei 
rechtläufige Drehungen aus. In einem Fall wehte es derartig stark ans WNW, 
dafs die Barkasse eines englischen Kriegsschiffes, mit 12 Mann auf den Riemen, 
nicht gegen den Wind an rudern konnte. Bei den starken westlichen Winden 
steht eine bedeutende See, die den Verkehr zwischen den Schiffen nnd dem 
Lande sehr erschwert, besonders wenn man etwas weit abliegt. Sobald der 
Wind nachläfst, lögt sich natürlich auch sogleich die See. Ein gutes Segel 
boot mit genügendem Ballast thut hier die besten Dienste. 
Am Sonnabend den 18. Dezember 1886 verliefsen wir Port Stanley und 
setzten die Reise nach Callao weiter fort. Um 12 Uhr Mittags peilte Kap 
Pembroke NW und Wolf Rock SW. Am Nachmittage herrschten umlaufende 
Winde zwischen SW und SE, auch trat ein ziemlich heftiges Gewitter mit 
Regen auf. Da eine hohe südliche Dünung sich einstellte, in der das Schiff 
wegen des leichten südöstlichen Windes nicht zu Steuern war und weil es mit 
dem Fluthstrom dem Lande zu trieb, ankerten wir um 6*/s Uhr Abends mit 
Wurfäuker nnd Leine auf einer Tiefe von 54 m (30 Fad.), Wolf Rock in NO 
und Fast Island in WSW. Der Strom setzte mit einer Geschwindigkeit von 
8 /i Ku nach NNO. Der Wurfanker hielt in dem zähen Muddboden sehr gut. 
Uta 9 Uhr gingen wir bei durchkommender flauer nördlicher Briese wieder 
unter Segel. 
Callao. Am 30. Januar 1887 erblickten wir um l h 45“ p. m. die Insel 
Palominos. Am Nachmittage trieben wir bei nebeliger Luft in Windstille nord 
westlich der Insel Lorenzo, bis um 4 h 30“, 5 Sm in NNW von der genannten 
Insel wieder Briese durchkam, mit der wir unter Land aufkreuzten und um 
8Vü h p. m. auf der Rhede von Callao in 10,8 m (6 Fad.) Tiefe zu Anker kamen.
	        
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