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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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■Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Sommer. 1;885. 
sich während der nächsten Woche ein befriedigender Fortgang erzielen liefe. 
Den letzten Reiseabschnitfc mufsteo beido Schiffe bei schwachen veränderlichen 
Winden zurücklegen. „Felix Mendelssohn“ wurde auf demselben auch noch 
wiederholt durch Stillen zuriiekgehalten. Dieses Schiff gelangte nach Sandy 
Hook am 13. Juli, während der Mitsegler „Castine“ die. Mündung des Delaware 
am 19. Juli erreichte. 
In der ersten Hälfte des Juni traten neun der verzeichneten Schiffe ihre 
Reise von Europa nach Amerika an, von denen vier Nord um Schottland, die 
übrigen fünf durch den Kanal gegangen waren. Wie schon erwähnt, hatten 
jene Schiffe fast alle eine längere Reise als diese. Nur „Helene“ war, als ein 
ziges von allen die hochnördliehe Route nehmenden Schiffen dieser Gruppe, 
im Stande, mit 41 tägiger Fahrt die Reise über den Ocean in befriedigend 
kurzer Zeit zu vollenden. Dieses Schiff hatte während der ersten Tage, nach 
dem es Fair Island passirt hatte, bei umlaufenden Winden einen ziemlich 
günstigen Fortgang erzielen können. Es gewann iu Folge dessen gegen die 
beiden Mitsegler „Felix Mendelssohn“ und „CastÄne“ und war bis zum 10. Juni 
soweit nach Westen vorgerückt, dafs es an diesem und dem nächsten Tage an 
demselben Sturme theil nahm, der bei den Reisen jener Schiffe schon besprochen 
worden ist. „Helene“ hielt sich später nördlicher, als selbst „Felis; Mendelssohn“ 
und konnte dort bei anscheinend günstigeren Verhältnissen rascher nach Westen 
hin verrücken. Am 25. Juni befand sich das erster© Schiff in 45° N-Br und 
50° W-Lg, „Castine“ in 30° N-Br und 37° W-Lg und „Helene“ in 47° N-Br 
und 46° W-Lg. Da dieses Schiff auch später noch eineu verhältnifsmäfsig sehr 
nördlichen Kurs einhielt, war es, ebenso wie „Felix Mendelssohnnachher für 
längere Zeit von Treibois umgeben. So wurden am 28. Juni unweit 45,5° N-Br 
in 47,5° W-Lg gleichzeitig 16 Eisberge gesehen. Der letzte Reiseabschnitt der 
„Helene“ wurde durch leichte Winde und Stille verhältnifsmäfsig länger ver 
zögert, als durch Gegenwinde. 
Weit ungünstiger als die eben erwähnte Reise waren die von „Maryland“ 
und „Olhersbesonders wenn man sie mit der fast gleichzeitig von Lizard 
begonnenen Reise des „Diamant“ vergleicht. Während der zweiten Woche des 
Juni, in Welcher diese Schiffe den offenen Ocean erreichten, erstreckte sieh das 
greise. die ganze Breite des Oceans bedeckende Hochdruckgebiet in nordöst 
licher Richtung bis zur Nord spitze von Schottland. (Siehe Karte II,) Die 
nördlicher stehenden Schiffe trafen daher anhaltende Westwinde an, die zwar 
nicht stürmisch waren, bei denen sich aber doch ein nonnenswerther Fortschritt 
nach Westen nicht erzielen liefs, während „Diamant“ an der Ostseite des 
Hochdruckgebietes von roäfsigen Nord- und Ostwinden begünstigt wurde, die 
das Schiff bis zum 15. Juni nach 45,3° N-Br in 23° W-Lg führten. An diesem 
Tage war der Schiffsort von „Maryland“ 54,3° N-Br und 12,2° W-Lg, der von 
„Olbers“ 58,1° N-Br und 12,7° W-Lg. Nach. Mitte Juni herrschten auch bei 
„Diamant“ für längere Zeit leichte Gegenwinde; denn da sich inzwischen das 
Hochdruckgebiet nach Süden zurückgezogen hatte, war auch dieses Schiff, wie 
Karte III es zeigt, nun an die Nordseite desselben gekommen. Der Führer 
von „Muryland“, welcher sich entschlossen hatte, niedrigere Breiten aufzusuchen, 
steuerte dementsprechend bei westlichein Winde einen hoch südliche« Kurs. 
Auch „Diamant“ wurde durch die angetroffenen Winde nach Süden hin ab 
gedrängt, während „Olbers“ sich nördlich hielt. Da das Hochdruckgebiet sich 
indessen bis zur Mitte des Juli wieder weit nach Norden ausdehnte (siehe 
Karte IV und V), blieben die Winde für letzteres Schiff' anhaltend ungünstig. 
„Maryland“ fand zwar häufiger Ost winde, doch waren dieselben nur von kurzer 
Dauer, und vom 2, bis zum 12. Juli wurde dieses Schiff', obgleich es sich nach 
28° N-Br hinunter begeben hatte, von ununterbrochen wehenden Westwinden 
zurüekgehalten. Am meisten begünstigt vom Winde wurde „Diamant“, der der 
direkten Route treu blieb, sieh indessen auf derselben aus Rücksicht auf unzu 
treffendes Eis verhältnifsmäfsig südlich hielt. So konnte dieses Schilf, welches 
sich am 30. Juni in der Nähe von 38,2° N-Br und 44,2° W-Lg befand, an 
diesem und dem vorhergehenden Tage 370 Seemeilen zurücklegen, während 
gleichzeitig „Maryland“ nur 198 und „Olbers“ gar nur 36 Seemeilen gut machte. 
Der fernere Theil der Reisen verlief, ohne dafs darüber etwas Besonderes zu 
erwähnen wäre. „Maryland“ legte, vom Passat begünstigt, den gröfsten Theil
	        
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