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PlBtzlicher BMotueieriaU über Mitteleuropa.
als auch an dem später von dem Phänomen berührten Wien die Aufzeichnungen
der ersten, alsdann zu Pola wiederum der zweiten Modifikation angehören.
Uüberhaupt läfst sich aus dem vorliegenden Material eine Beziehung der ver
schiedenen Charaktere der Störung zur geographischen Lage nicht erkennen.
Bin weniger hervortretender, aber fast, allen den Abfall zeigenden Kurven
gemeinsamer Zug ist eine dem Abfall kurz vorangehende Ausbuchtung in der
Richtung des steigenden Luftdruckes. Theils stellt sich dieselbe geradezu als
eine Erhebung über eine frühere Strecke der Aufzeichnung dar, wie besonders
zu Magdeburg, Leipzig, Chemnitz, Wien und Polo, theils äußert sich dieselbe
nur in einer Abschwächung bezw. gänzlichen Aufhebung der durch die all
gemeinen atmosphärischen Vorgänge bedingten Luftdruckabnaiune. Die Anfangs
zeiten für jene Ausbuchtung liegen etwas verschieden entfernt von der Endzeit
des Abfalls. Die Differenzen dieser beiden Zeiten schwankten zwischen 1 Stunde
40 Minuten zu Magdeburg und etwa 50 Minuten zu Wien-, es Scheinen dieselben
um so kleiner auezufallen, je weiter östlich der Ort gelegen ist. Dafs aber
gerade diese relative Erhebung des Luftdruckes einen wesentlichen, wenn nicht
den hauptsächlichsten Theii der ganzen Erscheinung enthält, darauf könnte
vielleicht das Barögramm von Aachen hindeuten, welches bei sonst sehr gleich
mäßigem Luftdruck nur jene Ausbuchtung nach dem höheren Barometerstände
hin aufweist. Freilich fehlen in dem vorliegenden Material Barogramme von
Zwischenstationen, die etwa durch ihre Uebergangsformen den Zusammenhang
mit dem östlicher aufti elenden Phänomen zweifellos feststellen; doch wird durch
Zcitverglejch an gen diese Verbindung nicht unwahrscheinlich gemacht, während
andererseits das Fehlen einer analogen Störung in dem Barogramm von Kaisers
lautern, wie sieh später zeigen wird, dagegen spricht.
Neben dieser intensiven Erscheinung — der so zu sagen relativen Zu
nahme des Luftdruckes mit folgendem starkem Abfall — macht sich in den
Barogrephenkurven neben den großen allgemeinen Luftdruck Veränderungen ein
etwas periodisches Auf- und Niedergeben des Barometers bemerkbar, und zwar
sowohl vor als nach der großen Störung. Nach derselben traten diese
Schwankungen mehr hervor, wie besonders die Barogramme von Leipzig,
Chemnitz, Wendelstein, Wien und Po!a zeigen. Die Form dieser kleinereu Uu-
regelmäfsigkeiten schliefst sich dabei in gewisser Beziehung der der großen an,
indem ebenfalls der konvexe Theii der Kurve die Neigung zur Spuzenbildung
zeigt; die Dauer der Periode liegt ebenfalls in den Grenzen, welche oben für
die Zeit vom Beginn der Erhebung bis zum Ende des Abfalls angegeben wurden.
Was nun die räumliche Ausdehnung der Erscheinung betrifft, so zeigen
die vorliegenden Barogramme, dafs dieselbe sich im Norden mindestens bis
Keitum auf Sylt, im Süden mindestens bis Pola erstreckte. Iin Westen ergiebt
sich die Grenze daraus, dafs in den Aufzeichnungen zu Borkum, Utrecht und
Zürich sich nichts erkennen läfst, was mit dem Phänomen im Zusammenhang'
stehen düsfte. In Frankfurt а, M. fand allerdings am 1. Februar 0 h lb m a, m.
Berliner Zeit eine ganz geringe Störung im Sinne des abnehmenden Luftdruckes
statt, aber es dürfte sehr gewagt sein, diese sowie die Vertiefung im Bai ogiamin
zu Kai&erdoutern am gleichen Tage atn 0 b 37 m a. in. Berliner Zeit mit jenem,
großen Phänomen ohno weitere Zwischenstationen in Verbindung bringeu zu
wollen, wie es auch eben jetzt noch fraglich bleiben muß, ob Aachen in den
Bereich der Erscheinung gekommen ist. Ebenso ergeben gütige Mittheilungen
vom Metoorological Office in London, von Herrn Prof. Förster zu Bern, vom
Observatorio Centrale zu Moncalieri und vom Ufficio Centrale di Meteorologin
zu Rom, dafs eine entsprechende Störung im Luftdruck sich daselbst nicht
bemerkbar gemacht hat. Im Osten lassen die Barogramme von Kopenhagen,
Swinemünde, Budapest und auch Bukarest nichts Besonderes erkennen. Es ist
nach dem Verlauf der Erscheinung in Verbindung mit der letzteren Thatsaehe
auch kaum wahrscheinlich, daß dieselbe etwa eiue Ausdehnung über die Oder
hinaus gehabt habe. Im Ganzen erscheint somit das Gebiet des Phänomens
nach Westen und Osten ein engbegrenzteres gegenüber der Erstreckung von
Nord nach Süd. Die westliche und östliche Begrenzung giefot aber die Front
ausdehnung, während Keitum und Pola die Anfangs- und Endstationen bilden,
an denen im Fortsehreiten mit der Zeit das Phänomen konstatirt werden konnte.