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Beschreibung der Insel Sipora oder Sikabou.
Im Süden der Semeiaaz-Bucht, ungefähr in Ost der Türkischen Mütze,
liegt. 500 m von der Küste entfernt die kleine niedrige, mit Strauchwerk und
einem Baume bestandene Insel Djatca, welche einen weifsen Sandstrand hat.
In rw. NNW von dieser Insel liegen einige Riffe, von denen das südlichste bei
Niedrigwasser durch eine trockenfallende Sandbank zu erkennen ist. Diese
Untiefen Hegen südlich der Linie „Türkische Mütze in rw. SWzW“, und mufs
man hier ungefähr 1 Sm wenigstens von der Küste abbleiben, um die Untiefen
zu vermeiden. Der Grund besteht hier aus weifsom Sand.
Längs der Nö-Küste der Insel Sip.ora, welche niedrig ist und einige
kleine Einbuchtungen hat, liegen aufser einem Riffe ca 800 m rw. NW'/aN
von der NO-Spitze und den Riffen, die längs der Ufer sich hinziehen, weiter
keine Untiefen. Westlich der Linie „Ostspitze der Insel Seton in rw, NW l /aW“
befindet sich entfärbtes Wasser und einige Riffe. Längs der Küste erstreckt
sich ein Bergrücken, welcher 28 bis 30 Sm weit zu sehen ist. Die hügeligen
Siboeroehoeroe-Insein sind 20 bis 22 Sm weit sichtbar.
An der Ostküste der Insel Sipora liegen von Süd nach Nord nach
stehende kleine Flüsse: Sikitji, ca 2 Sm in Nord von der Insel Semebaai,
Sabaran 3 Sm in Süd der Sioeban-Bucht, Sioeban in der gleichnamigen Bucht
und Sjoreino 2 Sm in Nord der SfoeJtm-Bueht. An jedem dieser Flüsse liegt
eine Ortschaft, die denselben Namen wie der Flufs führt. Die Semebaai-Bucht
ist unbewohnt. An der NO-Küste der Insel mündet der kleine Flufs Siodjoönan
in einer kleinen Bucht, welche ostwärts der i/«rIöd'-Bttcht liegt.
Die Fiuth setzt längs der Küste nach Süd und die Ebbe nach Nord; die
gröfste beobachtete Stromgesehwindigkeit betrug 2 Sm in 4 Stunden.
In den Monaten Juli und August war die Witterung sehr abwechselnd.
Der Wind war gröfstentheils Süd und südöstlich, wurde jedoch auch von nörd
lichen Winden, welche mit schweren nordwestlichen Böen auftraten, unter
brochen. Die letzteren hielten gewöhnlich nur einige Stunden an. Im Monat
August hat es sehr viel geregnet.
Der plötzliche Barometerfall über Mitteleuropa
am 31. Januar—1. Februar 1889.
Von Dr. E. Негппашц Assistent bei der Seewsrte.
(Mittliei)rmg топ der Deutschen Seewarte,)
Hierzu Tafel 10.
Am Abend des Bl. Januar d. J. gegen 9 Uhr machte der Sprung’sche
Barograph an der Seewarte zu Hamburg eine eigenartige Aufzeichnung; inner
halb eines Zeitraumes von etwa 20 Minuten bewegte sich der Schreibstift mit
der durch die Konstruktion des Apparates begrenzten größtmöglichsten Ge
schwindigkeit über die einer Luftdruckänderung von 1 mm entsprechende Strecke
zuerst im Sinne des abnehmenden Luftdruckes und alsdann mit gleicher Schnellig
keit auf den vorher eingenommenen Stand zurück. Aufser dieser aus der Kurve
hervorspringenden Spitze zeigten die Registrirungen wohl eine gewisse Unruhe
in der Atmosphäre, wie sie bei Witterungsverhältnissen, ähnlich der zu der Zeit
herrschenden, gewöhnlich statthat, sonst aber nichts besonders Auffallendes. Die
Möglichkeit, dafs es sich nur um eine Störung im Funktionären des Apparates
handelte, mufsto alsbald als ausgeschlossen betrachtet werden, da die gleiche
Erscheinung sich auch an einem zweiten Barographen von wesentlich anderer
Konstruktion markirte. Die am 2. Februar bei der Seewarte eingehende baro
metrische Registrirung zu Keitum deutete eine gleiche Störung des atmosphäri
schen Gleichgewichtes an. Es wurden demzufolge von Seiten des Bericht
erstatters, von der Direktion der Seewarte in wirksamer Weise unterstützt,
sofort Sehritte gethan, um die Ausdehnung und den zeitlichen Verlauf der
Erscheinung feststellen zu können. Der Bitte um Zusendung der bezüglichen
Barographenaufzeichnungen resp. um Auskunft wurde in bereitwilligster Weise