Bemerkungen aus dem Journal des deutschen Dampfers „Timrbgia“.
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hellgrün und zeigte sich bald darauf, so weit das Auge reichte, in südlicher,
östlicher und nördlicher Richtung von schmutzigem Schaum bedeckt. Vielleicht
wurde dies durch die ZLVLs-Btmk verursacht; eine Brandung auf der Bank
wurde indessen trotz der vorhandenen Dünung aus NO und NW nicht wahr
genommen. Erst 20 Sm weiter ostwärts nahm das Meer seine gewöhnliche
dunkle Färbung wieder an. An der Küste zeigte sieh auf der ganzen Strecke
von Kap La Vela bis 7Woa-Spitze eine schwere Brandung.
Monks-Inseln. An demselben Tage (22. Dezember 1888) passirton wir
Nachmittags die Insel Ost-Mmk in einem Abstande von % Sm. Wie ich schon
auf einer früheren Reise mit dem Dampfer „Bavaria“ bemerkte, hat die Ober
fläche dieser Insel einen tiefen Einschnitt, so dafs sie, von Norden aus gesehen,
als zwei Inseln von ganz ähnlicher Gestalt und fast gleicher Gröfse erscheint.
Die Süd-Monks bestehen dagegen aus zwei Inseln, einer grofsen hohen und
einer kleinen niedrigen, welche nahe bei einander liegen.
Segelanweisung für den Kongo von der Mündung bis Boma.
Westküste von Afrika,
(„Hydrographische Nachricht* No. 5/36. Pola 1889.)
Einem Berichte des Kommandanten des österreichisch-ungarischen Schiffes
„Albatros“, Korv.-Kapt. Gustav von Pott ist Nachstehendes überden Kongo, 1 )
von dessen Mündung bis Boma entnommen.
Zur Aufnahme eines Lootsen mufs man bei der in der Da ego-Bucht
stationirten Tonue beidrehen und die Lootsenflagge aufheifsen. In der portu
giesischen Niederlassung St. Antonio am Raphael Creek sind sieben Lootsen,
und zwar zwei Portugiesen und fünf Eingeborene, von denen die letzteren zu
empfehlen sind.
Die zweite Lootsenstation ist Banana; dieselbe besitzt zwei Regierungs-
lootsen. welche in erster Linie zu empfehlen sind. Die Annahme eines Lootsen
zum Anlaufen des Banana Creek ist seit der Betonnung desselben nieht mehr
unbedingt erforderlich (vgl. No. 33 und 207 d. „Nachr. f. Seef.“ 1888).
Am westlichen Ende der Halbinsel Banana soll ein rothos festes Feuer,
14m über der Meeresfläche, errichtet werden; die Sichtweite desselben wird
7 Sm betragen. Ferner ist je ein we.ifses festes Feuer von 9 Sm Sichtweite
auf den Spitzen Shark und Padron beabsichtigt (vgl. „Nach]-, f. Seef.“ 1888
No. 1825 und 1889 No. 329).
Im Banana Creek überwindet die Fluthströmung die Flufsströmung und
erreicht eine Stärke bis zu 1,5 Sm; die Ebbe hat daselbst eine Stärke bis zu
2,5 Sm; in der Mitte der Mündung zwischen den Spitzen French und Shark
ist nach starken Regenfällen eine Strömung bis zn 7 Sm Stärke beobachtet
worden.
Für die Fahrt nach Ponta da Lenha umd Embomma ist die Annahme
eines Lootsen unentbehrlich.
Bis Ponta da Lenha können die Br. Adm.-Karten 625 und 638 (VIII: 7
und 8) verwendet werden, von da bis Embomma sind die nach verschiedenen
Skizzen zusammengestellten Karten so unzuverlässig, dafs eine Orientirung nicht
möglich ist.
Die Br. Adm.-Karte 625 (VIII: 7) giebt auf der Strecke Ponta da Lenha
und Embomma zwei Schiffahrtskanäle, den Maxwell oder Noangwa und den
Nshibul oder Mamballa, an. Nach Angabe der Lootsen besteht jedoch nur ein
schiffbarer Kanal, und zwar meistens in der Nähe des linken Ufers.
Die Insel Johnston und Farquhar sind auf den Karten unrichtig an
gegeben, ebenso die verschiedenen Untiefen.
J ) Vgl. „Africa Pilot“ Part 2, 1834 pag. 100.