Verhalten von Marine-Chronometern auf bewegter Unterlage.
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der nautischen Praxis wird es möglich sein, für die hier auf rein experimen
tellem Wege gefundenen Resultate eine vollkommene Bestätigung zu erlangen.
Wenngleich nun, wie vorauszusehen war, durch diese Grste Reihe von
Versuchen mit dem Coinbe’sehen Apparate keine Resultate haben erzielt werden
können, aus welchen sieh direkte Lehren für die Chronometerfabrikation oder
zahlenmäßige Angaben für die Vorausberechnung auf See ableiten ließen, so
dürfte dennoch die dieses Mal gewonnene Brkenntnifs des Sinnes, in welchem
die Elemente der Sehiffsbewegung den Chronometergang beeinflussen, interessant
und wichtig genug sein, um eine Wiederholung der Versuche in einer durch
das Hinzu treten neuer Gesichtspunkte veränderten Anordnung und unter Be
nutzung der bisherigen Erfahrungen zu rechtfertigen und wünschenswert!!
erscheinen zu lassen.
Bemerkungen über Santos, von Kapt. Fr. Niejahr, Führer der
deutschen Bark „J. F. Pust“.
(Miitheilung von der Dndschm Seewarte,)
Die Stadt Santos ist seit derZeit, dafs Ave' Lailemcnt sie beschrieben,
reinlicher und damit gesunder geworden. Letzteres wird noch in höherem Mafse
nach Fertigstellung der beabsichtigten Quai bauten der Fall sein, indem alsdann
der Meeresboden längs der Städtfront, dem bis jetzt zur Zeit des Niedrig-
wassers ungesunde Dünste entstiegen, nicht mehr bloßgclegt wird. Pferde
bahngeleise durchziehen die ziemlich reinlichen, steingepflasterten Straßen der
inneren Stadt, während nach Süden, dom .Hafeneingange zu, neue Straßen an
gelegt sind, welche von freigelegeneu, von Gärten umgebenen Wohnhäusern
eingefafst sind. Durch Entwässerungsanlagen sucht man den Erdboden trocken
zu machen, so dafs die sanitären Verhältnisse hierselbst sieh in der Zukunft
mehr und mehr günstig gestalten werden. Freilich ist cs im inuern Theil des
Hafens und denjenigen Theilen der Stadt, die zunächst dem Hügel Montserrat
belegen sind, oft sehr schwül, denn unter den senkrechten Strahlen einer un-
umwölkten Dezembersonne entwickelt sich hier oft eine grofse Hitze. Die
Seebriese vermag selten bis hierher dnrekzndiingen, und jeder einigermafsen
heifse Tag wird einem äufserst lästig. Gerne macht man denn auch am Abend,
nach vollbrachtem Tagewerk, einen Ausflug mit der Pferdebahn nach der Barre,
wie man hier die Nordseite der Einfahrt nach Santos nennt, um an dem reinen
Sandstrand zu badon und frische, gesunde Seeluft einzuathraen. Hier wohnen
auch viele Kaufleute und andere wohlhabende Familien der Stadt.
In Betreff der Einsegeiung nach Santos ist die in „Jülfs <fe Baileer“,
I. Band, Seite 333 gegebene Anleitung auch jetzt noch richtig. Hinzugefügt
mag noch werden, dafs man jetzt viele Schleppdampfer vorfindet, die sich unter
einander scharfe Konkurrenz machen.
Die in dem obengenannten Werke gerügten Uehelstände bei der Ab
lieferung des Salzes oder der laut Charterpartie usancemäfsig zu löschenden
Stückgüter bestehen auch jetzt noch. Diese Arbeit beansprucht eine sehr lange
Zeit, wenn man es mit vielen Empfängern zu thun bat, wie dieses gewöhnlich
bei gemischten Ladungen ab Liverpool, London oder Hamburg der Fall ist.
Die Kaufleute müssen gleich bei der Einklarirung den Zoll für ihre Waaren, der
für gewisse Artikel eine grofse Höhe erreicht, entrichten. Hat nun ein Kauf
mann die für ihn angekommenen Güter noch nicht wieder verkauft, so beeilt
er sich nicht, dieselben einzuklariren, was wiederum die Entlöschung derselben
verzögert, und es hat den Anschein, als ob der Schiffsführer einem solchen
Verfahren rechtlos gegenüber stehe. Zuweilen vermag man die einzelnen Eigen
tümer einer gemischten Ladung garniclit aufzufiuden, denn die Konnossemente
lauten stets auf Ordre; sonst möchte sich vielleicht manchmal etwas durch
freundliches Zureden erreichen lassen. Ein von Hamburg hier angekommener
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