accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Verhalten von Marine-Chronometern auf bewegter Unterlage. 
235 
der nautischen Praxis wird es möglich sein, für die hier auf rein experimen 
tellem Wege gefundenen Resultate eine vollkommene Bestätigung zu erlangen. 
Wenngleich nun, wie vorauszusehen war, durch diese Grste Reihe von 
Versuchen mit dem Coinbe’sehen Apparate keine Resultate haben erzielt werden 
können, aus welchen sieh direkte Lehren für die Chronometerfabrikation oder 
zahlenmäßige Angaben für die Vorausberechnung auf See ableiten ließen, so 
dürfte dennoch die dieses Mal gewonnene Brkenntnifs des Sinnes, in welchem 
die Elemente der Sehiffsbewegung den Chronometergang beeinflussen, interessant 
und wichtig genug sein, um eine Wiederholung der Versuche in einer durch 
das Hinzu treten neuer Gesichtspunkte veränderten Anordnung und unter Be 
nutzung der bisherigen Erfahrungen zu rechtfertigen und wünschenswert!! 
erscheinen zu lassen. 
Bemerkungen über Santos, von Kapt. Fr. Niejahr, Führer der 
deutschen Bark „J. F. Pust“. 
(Miitheilung von der Dndschm Seewarte,) 
Die Stadt Santos ist seit derZeit, dafs Ave' Lailemcnt sie beschrieben, 
reinlicher und damit gesunder geworden. Letzteres wird noch in höherem Mafse 
nach Fertigstellung der beabsichtigten Quai bauten der Fall sein, indem alsdann 
der Meeresboden längs der Städtfront, dem bis jetzt zur Zeit des Niedrig- 
wassers ungesunde Dünste entstiegen, nicht mehr bloßgclegt wird. Pferde 
bahngeleise durchziehen die ziemlich reinlichen, steingepflasterten Straßen der 
inneren Stadt, während nach Süden, dom .Hafeneingange zu, neue Straßen an 
gelegt sind, welche von freigelegeneu, von Gärten umgebenen Wohnhäusern 
eingefafst sind. Durch Entwässerungsanlagen sucht man den Erdboden trocken 
zu machen, so dafs die sanitären Verhältnisse hierselbst sieh in der Zukunft 
mehr und mehr günstig gestalten werden. Freilich ist cs im inuern Theil des 
Hafens und denjenigen Theilen der Stadt, die zunächst dem Hügel Montserrat 
belegen sind, oft sehr schwül, denn unter den senkrechten Strahlen einer un- 
umwölkten Dezembersonne entwickelt sich hier oft eine grofse Hitze. Die 
Seebriese vermag selten bis hierher dnrekzndiingen, und jeder einigermafsen 
heifse Tag wird einem äufserst lästig. Gerne macht man denn auch am Abend, 
nach vollbrachtem Tagewerk, einen Ausflug mit der Pferdebahn nach der Barre, 
wie man hier die Nordseite der Einfahrt nach Santos nennt, um an dem reinen 
Sandstrand zu badon und frische, gesunde Seeluft einzuathraen. Hier wohnen 
auch viele Kaufleute und andere wohlhabende Familien der Stadt. 
In Betreff der Einsegeiung nach Santos ist die in „Jülfs <fe Baileer“, 
I. Band, Seite 333 gegebene Anleitung auch jetzt noch richtig. Hinzugefügt 
mag noch werden, dafs man jetzt viele Schleppdampfer vorfindet, die sich unter 
einander scharfe Konkurrenz machen. 
Die in dem obengenannten Werke gerügten Uehelstände bei der Ab 
lieferung des Salzes oder der laut Charterpartie usancemäfsig zu löschenden 
Stückgüter bestehen auch jetzt noch. Diese Arbeit beansprucht eine sehr lange 
Zeit, wenn man es mit vielen Empfängern zu thun bat, wie dieses gewöhnlich 
bei gemischten Ladungen ab Liverpool, London oder Hamburg der Fall ist. 
Die Kaufleute müssen gleich bei der Einklarirung den Zoll für ihre Waaren, der 
für gewisse Artikel eine grofse Höhe erreicht, entrichten. Hat nun ein Kauf 
mann die für ihn angekommenen Güter noch nicht wieder verkauft, so beeilt 
er sich nicht, dieselben einzuklariren, was wiederum die Entlöschung derselben 
verzögert, und es hat den Anschein, als ob der Schiffsführer einem solchen 
Verfahren rechtlos gegenüber stehe. Zuweilen vermag man die einzelnen Eigen 
tümer einer gemischten Ladung garniclit aufzufiuden, denn die Konnossemente 
lauten stets auf Ordre; sonst möchte sich vielleicht manchmal etwas durch 
freundliches Zureden erreichen lassen. Ein von Hamburg hier angekommener 
S*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.