Verhalten von Marine-Chronometern auf bewegter Unterlage.
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Die der obigen tabellarischen Uebersicht am Schlüsse beigefiigto Differenz
der Kolumnen l und 3 giebt demnach die Beträge der Gangänderungen, welche
durch die Wirkung des Apparates hervorgebracht worden sind. — Vereinigt
man schließlich noch die in verschiedenen Abschnitten des Beobachtungs-Zeit
raumes bei gleicher Bewegungsart des Apparates erhaltenen Resultate, so ergiebt
sich als mittlerer Werth der Gangänderung:
S
beim einfachen Rotiren S-W-N-O. ..... — Ö,13
beim einfachen Rotiren S-O-N-W —0,19
beim Rollen S-W-N O —0,25
beim Stampfen S-W-N-0 —0,02
beim Rollen und Stampfen S-W-N-0 .... — 1,26
beim Rollen und Stampfen mit Stöfsen S-W-N-Ö — 1,52.
Diese Unterschiede zwischen Ruhe und Bewegung gehen in einzelnen
Fällen hinunter unter die Grenze der Genauigkeit, welche man bei der ganzen
Untersuchung erwarten darf, und ist deshalb der absoluten Gröfse der erhaltenen
Beträge keinesfalls eine bedeutende Sicherheit beizumessen; nichtsdestoweniger
kann bei der ausnahmslosen Uebereinstimmung der Vorzeichen kein Zweifel
über den Sinn obwalten, in welchem die Bewegungen des Combe’schen Apparates
den Gang der Chronometer beeinflufst haben. Alle Bewegungsarten des
Apparates erzeugen also übereinstimmend eine Aceelevation; dieselbe
ist relativ gering beim einfachen Rotiren, beim Rollen sowie beim Stampfen,
erreicht aber bei der kombiuirten Bewegung (Rollen und Stampfen)
einen ganz erheblichen Betrag. Der Grund für letztere Erscheinung ist
jedenfalls darin zu suchen, dafs eine bedeutende Komponente der kombinirton
Bewegungen in der Ebene der Unruhe des Chronometers liegt; Bewegungen
dieser Art aber beeinflussen bekanntlich den Gaug sehr beträchtlich, sind nicht
allein häufig die Ursache von Gangsprüngen gewesen, sondern laben auch in
einzelnen Fällen den Ruin des gauzen Instruments herbeigeführt. Die accele-
rireude Wirkung wird im Allgemeinen noch verstärkt, wenn in der oben be
schriebenen Weise noch senkrechte Stöfso hinzutreten.
Der Versuch, durch Bildung der Differenzen Kol. 2 — Kol. 3 zu einem
Schlüsse über die Art der unmittelbaren Nachwirkungen der Bewegungsarten
des Combe’schen Apparates zu gelangen, hat zu keinem sicheren Resultate
geführt. Meistens liegen diese Differenzen innerhalb der Unsicherheitsgrenzen,
in einzelnen Fällen scheint sieh auch eine Reaktion gegen die Wirkungen der
voran gegangenen Bewegungsart auszusprechen.
Ein weiteres Resultat der Versuche mit dem Combe’schen Apparat ist,
dafs wir ein Urtlieil über die relative Seetüchtigkeit der geprüften Chronometer
erlangen können. — Es giebt die obige Tabelle für diejenigen beiden Bewegungs
arten, welche die gröfsten Gangänderungen erzeugt haben:
Kol. 1 — Kol. 3 — (Bewegung) — (Rübe).
Gerl in Bröeking Uetersen Ehrlich
Rollen und Stampfen (Mittelwerth) —0,79 —1,27 —1,77 -—1,22
Rollen und Stampfen mit Stöfsen —1,68 —0,51 —2,41 —1,47
Diese Zahlen zeigen, dafs das Chronometer Bröeking durch die Bewegungen
relativ am wenigsten beeinflufst worden ist; es folgen dann in nahezu gleicher
Güte mit Bezug auf Seetüchtigkeit Gerlin und Ehrlich. Hingegen hat sieh das
Chronometer Petersen bei Weitem nicht so widerstaudsfähig gegen die Ein
wirkungen der Schaukelbewegungen, wie die übrigen drei Chronometer er
wiesen. Zu einem ähnlichen Schlüsse führto oben bereits die Betrachtung der
an den zwischenliegenden Ruhetagen beobachteten Gänge.
Da bei der Einrichtung des Combe’schen Apparates der Zweck mafs-
gebeud war, die Einwirkung der einzelnen Elemente der Schiffsbewegung auf
den Gang der Chronometer zu studiren, so liegt die Frage nahe, wie sich die
hier erhaltenen Resultate verhalten zu den an Bord gemachten Beobachtungen.
Ana, 4. Kydr. etc., S8S9, Heft VI. 2