Verhalten von Marine-Chronometern auf bewegter Unterlage.
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1885 Okt. 6—IG
1886 Febr. 23 — März 5
ïemp.
15,1° C.
15,7° C.
Öerlin
— 0*08
— 0,28
Bröeking
— 0*80
—1,27
Petersen
- 0,32
- 0,97
Ehrlich
+ 2?05
H- 3,34
also war die Acceleration innerhalb des Zeitraumes:
von 1885 Okt. 11—1886 Febr, 28 (140 Tage) —0,20 — 0*47 — 0/71
oder anf 120 Tage redueirt —0,17 —0,40 —0,61
Aus den obigen Beobachtungen ergiebt sich aber als Gangänderung:
in 120 Tagen
—1,82 —1,42
— 0,38
Es läfst sich demnach annehmen, dafs die bei den Chronometern Gerlin
und Bröeking hervortretende Acceleration zum gröfsten Theile durch die Ein
wirkung der Versuche mit dem Corobo’schen Apparate erzeugt worden ist. Hin
gegen läfst sich bei Ehrlich kein wesentlicher, über die Zeit der Bewegung
hinausreichender Einflufs erkennen. — Was endlich das Chronometer Petersen
anbetrifl't, so scheinen zwar die einzelnen Bewegungsarten in verschiedenem
Sinne Gangunterschiede auch während der zwischen gelegten Ruhetage erzeugt
zu haben, wenigstens sind die auftretenden Unterschiede bedeutender, als man
nach den vorzüglichen Resultaten während der Konkurrenz-Prüfung bei voll
ständiger Ruhe dos Instruments hätte erwarten dürfen. Aus den Beobachtungen
nach Beendigung der Versuche läfst sich indessen nicht mit Sicherheit konstatiren,
dafs durch die Gesammtwirkung der Bewegung eine bleibende Gangverändorung
hervorgebracht worden sei.
Um endlich zu zeigen, welche Wirkung jede einzelne Bewegungsart auf
die Chronometer ausgeübt hat, erschien die folgende Zusammenstellung am
geeignetsten:
Kol. 1 giebt den täglichen (24stündigen) Gang, welcher als Mittelwerth
aus den fünfmal fünfstündigen Gängen während der Einwirkung jeder Bewegungs
art gefunden wurde.
Kol. 2 enthält den täglichen Gang, welcher sich in derselben Weise aus
den Inständigen Pausen ergab.
Kol. 3 enthält das Mittel der täglichen Gänge an den einschliefsenden
Ruhetagen.
Es möge noch bemerkt werden, dafs auch hier sämmtliehe täglichen
Gänge mit Hülfe der oben angegebenen Temperatur-Koöfficieiiten auf 15° C.
redueirt worden sind.
Die Wertbe der Kolumne 3 (die Mittel der täglichen Gänge an den ein-
schliefsenden Ruhetagen) stellen am zuverlässigsten denjenigen Gang dar,
welchen man bei vorausgesetzter vollständiger Ruhelage des Instrumentes
während der Untersuchungstago hätte erwarten dürfen. Diese Behauptung ist
vielleicht nicht unantastbar, weil (wie bei dem Chronometer Petersen deutlich
erkennbar und oben bereits erwähnt) die Nachwirkungen der vorherigen Be
wegungsart des Combe’schen Apparates ihren Einflufs auch noch zum Theil
während der Ruhetage geltend gemacht haben. Wenngleich also durch diesen
Umstand die Gänge an den nachfolgenden Ruhetagen kleine Verfälschungen
erfahren haben sollten, Ungenauigkeiten, deren Beträge zur Hälfte in die Werthe
der Kolumne 3 eintreten, so wird dieser geringe Nachtheil jedenfalls durch den
Vortheil aufgewogen, dafs hier einschliefsende, also von Acceleration freie
Werthe haben verwendet werden können.