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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Verhalten von Marine-Chronometern auf bewegter Unterlage. 
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Die Instrumente wurden am 14. Mai im Untersueliungslokale aufgestellt 
und vom 16. Mai bis zum 24. Juli täglich zweimal, Morgens ea S'/a Uhr und 
Nachmittags ca 2'/s Uhr, auf ehronogi'aphischom Wege mit der Pendeluhr 
Knoblieh 2090 verglichen. Da w r ährend der Dauer der Uutersuchungszeit der 
Combe’sche Apparat an fünf Tagen der Woche in den Stunden von 9 bis 2 Uhr 
in Tbätigkeit war, so erlaubte die obige Anordnung direkt die Veränderung itn 
Stande der Chronometer zu erkennen, welche einerseits während der Bewegung 
des Apparates und andererseits während der Ruhelage eingetreten war. Am 
Sonnabend und Sonntag jeder Woche wurden, um etwaige bedeutende Nach 
wirkungen der einzelnen ßewegungsarten erkennen zu können, die Chronometer 
in der Ruhelage gelassen. 
Die Einrichtung des itn Lichthofe der Seewarte aufgestellten Combe’schen 
Apparates gestattet nun folgende Bewegungsarten: 
1. Einfaches Rotiren, 
2. Rotiren und Rollen, 
3. Rotiren und Stampfen, 
4. Rotiren, Rollen und Stampfen. 
Das Rotiren kann sowohl in der Richtung S-W-N-O, als auch umgekehrt 
erfolgen. 
Aufserdem ist der nach den Angaben des Herrn Geheimrath Neumayer 
konstruirte Apparat noch in folgender W T eise mit einer Vorrichtung von ihm 
versehen worden, welche die Einwirkung senkrechter Stöfso erzeugt. An der 
unteren Seite der den Sckaukclkasten tragenden Stange wird ein etwa zolldicker, 
senkrecht stehender Eisenstab eingeschraubt, welcher an seinem unteren Ende 
in einer Gabel ein mit Gummi umlegtes Bad trägt. Letzteres berührt bei der 
rotirenden Bewegung des Apparates den Fufshoden des Lichthofes. Au drei 
ungefähr äquidistanten Stellen des Radweges sind ferner am Boden je eine ans 
Holz gefertigte schiefe Ebene aufgestellt; dieselben bewirken ein langsames 
Heben und darauf folgend ein zollhohes Niederfallen des Schaukelkastens. — 
Sämmtliche ßewegungsarten des Oombe’schen Apparates sind, zum Theil mehr 
fach, in der weiter unten angegebenen Reihenfolge zur Anwendung gekommen. 
— Eine eingehende Beschreibung des Apparates befindet sich im Archiv der 
Deutschen Seewarte, Jahrgang 1884, No. 2. 
Was die bei den Versuchen angewendeten Geschwindigkeiten betrifft, so 
hat die Rotationsdauer des Apparates an den verschiedenen Tagen zwischen 
22,0* und 22,6* geschwankt; im Mittel war dieselbe 22,3", entsprechend einer 
linearen Geschwindigkeit von 1,08 m pro Sekunde. An jedem einzelnen Tage 
war die Rotationsdauer nahezu konstant. Die Dauer der Bewegungsphase betrug 
beim Rollen 8* bis 9 S 
beim Stampfen ....... 9,2* bis 9,5* 
beim Rollen und Stampfen. . . 9,3* bis 9,4 S . 
Diese geringen Schwankungen zeigen, dafs der Apparat mit ausgezeich 
neter Gleichmäfsigkeit gearbeitet hat, zumal, wenn man den erschwerenden 
Umstand, dafs zeitweise auch eine Druckerpresse mit Hülfe desselben Gasmotors 
getrieben wurde, in Rechnung zieht. 
In dem Kasten, in welchem die Chronometer aufgestellt waren, waren ein 
Maximum- und ein Minimum-Thermometer in der Weise aufgehängt, dafs die 
Indiens derselben durch die schaukelnde Bewegung nicht verschoben werden 
konnten. Die Ablesungen dieser Thermometer sind hei der Reduktion der 
Beobachtungen in Rechnung gezogen worden. 
Es mögen hier nun zunächst die auf Grundlage der Zeitübertragung 
erlangten Stände der einzelnen Chronometer folgen, und zwar sind dieselben 
mit Hülfe der mittleren täglichen Gänge auf 9 h 0® und 14 h Ö“ reducirt, die 
hierbei nöihigen Korrektionen haben in nur ganz vereinzelten Fällen die Gröfse 
von 0,03 s überschritten.
	        
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