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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Ans dem Reiseberichte <fci deutschen Bark „Frieda Grainpp 4 '. 
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Umgekehrt geht er mit dem Winde aus E durch SE bis SSW bis in die un 
mittelbare Nähe des Landes und tritt dann hier mit einem furchtbaren Getöse 
auf. Beim Kap Kawatm fanden wir bei südöstlichem Winde hart am Lande 
einen solch heftigen, nördlich setzenden Gegenstrom, dafs wir uns gezwungen 
sahen, vom Lande abzustehen, um eine bessere Gelegenheit zu suchen. 
Von Hakodate nach Kobe. Für eine Reise von Hakodate nach Kobe 
und westlicher gelegenen Häfen schlägt Kapt. Lindenberg für die Sommer 
monate, bis Mitte oder Ende September, die Route durch die JapmtjSm und 
iforea-Strafse vor. Er ist der Ansicht, dafs, trotzdem der Weg länger sei, die 
Reise hier doch rascher als auf der äufseren Route gemacht werden könne, zumal 
auch die Ansegelung in dieser Jahreszeit sich leichter von Westen, als von 
Osten ausführen lasse. In den Wiotermonaten, wenn die nördlichen Stürme 
herrschen, dürfte indessen die äufsere Route vorzuziehen sein. 
Vancouver. Um 4 Uhr Nachmittags am 9. Januar 1887 erhielt „Frieda 
Grampp a , nach 48tägiger Fahrt von Yokohama, vor der Juan de i'wca-Strafse 
einen Schleppdampfer, der gerade zufällig ein Schiff nach See gebracht hatte. 
Es wehte ein leichter Ostwind bei kaltem Regen, und der Strom lief mit einer 
Geschwindigkeit von 1Le bis 2 Kn entgegen. Am folgenden Nachmittage 
gogon 4 Uhr erreichte das Schiff Port Mooäy. Das regnerische Wetter hielt 
mit Beständigkeit bis Ende Januar an; dann setzte trockenes Frostwetter bei 
östlichem Winde ein. Um nicht einzufrieren, sahen wir ans gezwungen, nach 
Vancouver hinunter zu legen. Der Schlepplohn ist hier ungemein hoch. Der 
selbe belief sich für „Frieda Grampp“, Alles in Allem, auf 590 Doll. Außer 
dem erhält noch der Lootse eines geschleppten Schiffes 4 Doll, für jeden Fufs 
Tiefgang. Port Moody ist ein sehr schöner Hafen, wird aber in Zukunft, wenn 
erst die Eisenbahn bis Vancouver, welches ebenfalls einen ausgezeichneten Hafen 
besitzt, fertig gestellt ist, wohl sehr an Bedeutung verlieren. Leider ist in 
Vancouver kein Trinkwasser vorhanden; dieses mufs vielmehr von Moodyville 
dahin geschafft werden. Frieda Grampp 1, ■ nahm eine Ladung Holz für Sydney 
ein, was eine recht lange Zeit in Anspruch nahm, weil die Holzpforte des 
Schiffes sehr klein war und nach Sydney besonders grofses Holz verladen wird. 
Das kleinere Holz geht mehr nach Melbourne. 
Der Frost hielt fast während des ganzen Monats Februar mit Kälten bis 
zu —lb° C., hohem Luftdruck von etwa 770 mm (uured.) und östlichem Winde 
an. Fraser River war während dieser Zeit ununterbrochen mit einer Eisdecke 
belegt. Ende Februar setzte bei fallendem Barometer SB-Wind ein, der zuerst 
Schnee und dann anhaltenden strömenden Regen brachte. Unter solchen Ver 
hältnissen wurde die Rückreise angetreten. Vor dem östlichen Eingänge zur 
Juan de FwM-Sträfse wurde der SE-Wind stürmisch; es lief eine hohe See, 
und hätte es leicht zu einer Strandung auf der Südostküste von Vancouver 
Island kommen können, wenn nicht der Wind noch zur rechten Zeit nach W 
umgelaufen wäre. Das stürmische Wetter veranlafste uns, in Bsquimault Schutz 
zu suchen. Letzteren Hafen verliefsen wir am Abend des 27. Februar 1887 
im Tau eines Schleppdampfers, der uns bis Kap Flaüery brachte, von wo aus 
am Vormittage des 28. bei hartem SE-Sturm mit Regen die Reise fortgesetzt 
wurde. 
Berichte über einige neuseeländische Häfen. 
Von Kapt. H. Dreyer vom deutschen Dreimastschoner „Neptun“. 
(MittheUviiig von dei Deutsche» Seewärts.) 
Dunedin. Nach einer Reise, deren Dauer von Hamburg 142 Tage be 
trug, erreichten wir am 15, August 1886 den Hafen von Dunedin. Das Fahr 
wasser hierselbst ist seit einem Jahr so tief gebaggert, dafs Schiffe mit einem 
Tiefgange von 5,7 m (19 Fufs) bei Hochwasser die Werft erreichen können. 
Bluff Harbour. Das Schiff wurde in Dunedin befrachtet, in Ballast nach 
Bluff Harbour zu segeln, um von dort eine Ladung Holz nach Port Lyttelton
	        
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