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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Bemerkungen über Orkane. 
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aus denselben die Form der Cyklonen, die Lage ihres gröfsten Durchmessers, 
die Form des Centrums, sowie dessen Position zum Mittelpunkt des gröfsten 
Durchmessers, die Richtung des zu der Cyklono gehörigen Windes und die 
Gestalt der Cyklon-Bahnen zu ermitteln. Br fand, dafs das zur Cyklone 
gehörige Sturmfeld in fast allen Fällen ein Oval war, dessen gröfster Durch 
messer zwar oft mit der Bahn der Cyklone zusammenfiol, abor auch in vielen 
Fällen einen Winkel mit derselben bildete. Das Mittelfeld hatte gewöhnlich 
die Form der Cyklone, befand sich aber nicht genau in der Mitte derselben, 
sondern lag nach einer der Seiten des Ovals hin. Auch war die Lage desselben 
nicht konstant, sondern veränderte sich während des Fortschreitens der Cyklone. 
Uebereinstimmend mit Knipping, Doberck, Wilson und Vinoz 
orgaben seine Untersuchungen, dafs die Einbiegung des Windes nach dem 
Centrum hin an der vorderen Seite der Cyklonen nur gering, an der hinteren 
Seite derselben jedoch beträchtlich war und in manchen Fällen der Wind fast 
direkt nach dem Oentrum hin wehte. 
Nach seinen Untersuchungen über die Orkane des südlichen Indischen 
Oceans tritt der SE-Passat in der Nähe einer Cyklone mit gröfserer Stärke auf, 
ist von Regenböen begleitet, und mit der Annäherung an dio Cyklone fällt das 
Barometer stetig. Dieser intensivere Passat an der Südseite einer Cyklone ist 
nicht als zu derselben gehörig zu betrachten, geht aber allmählich in dieselbe 
über. Es ist daher sehr schwer, bei zunehmendem SE-Sturm darüber schlüssig 
zu werden, wie man zu manövriren hat, um das Hineingerathen in eine Cyklone 
zu vermeiden, und diese Schwierigkeit und Unsicherheit wird noch dadurch 
vermehrt, dafs der gröfste Durchmesser dieser Cyklonen gewöhnlich in der 
Richtung E—W liegt und es sich nicht im Voraus ermitteln läfst, auf welcher 
Seite des Durchmessers das Centrum liegt. 
Des Weiteren hat Abercromby Untersuchungen über die Bahnen der 
Cyklonen angestellt und gefunden, dafs dieselben oft sehr unregelrnäfsige Kurven 
sind und zuweilen eine kleine Schleife beschreiben. 
Wie aus der Bewölkung und der Richtung, aus welcher die Wolken 
ziehen, auf das Herannahen eines Orkans und dio ungefähre Lage seines 
Centrums geschlossen werden kann, darüber bemerkt Abercromby Folgendes: 
Die Richtung, in welcher die Wolken ziehen, ist nahezu um 8 Strich 
verschieden von der Richtung, in welcher das Centrum vom Beobachter aus 
liegt, während der Unterschied zwischen der Richtung des Oberflächenwindes 
und der vom Centrum gewöhnlich gröfser ist. Da sich jedoch die Richtung 
des Wolkenzuges mit der Höhe der Wolken äuderfc, ist die Kenntnifs dieser 
Thatsaehe von geringem praktischen Nutzen. 
Zieht man die in vertikaler Richtung staufindende Aufeinanderfolge der 
Luftströmungen des südlichen Indischen Oceans in Betracht, so ergiebt sich, 
dafs das Centrum der Cyklone nördlich vom Beobachter passirt, wenn die 
Wolken über dem SB-Passat mehr von E kommen als der Oberflächenwind, und 
südlich von demselben, wenn sie aus südlicherer. Richtung als der Oberflächen- 
wind kommen. 
Sobald sich der Himmel mit oberen Wolken bezieht, kann man die 
ungefähre Richtung, in welcher das Centrum der Cyklone liegt, daran erkennen, 
dafs in dieser Richtung der Cirrus-Schleier am dichtesten ist. Später erscheint 
die charakteristische Wolkenbank, und die gröfste und schwerste Masse dieser 
Bank befindet sich in der Richtung, in welcher das Centrum ist.
	        
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