Vierteljahrs-Weiter-Rimdscha« der Deutschen Seewarte, Sommer 1885.
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von 9 1 p. m. angeführt sein; die Windrichtung ist beim Anemometer nach der
Telegrammenskala, in Strichen, 8 = E, 16 = S, 24 = W, 32 = N angegeben:
Datum 1 2 3 4 6 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
Anemom. 27 28 4 4 23 22 31 32 32 16 7 7 4 10 28 15
Be ob. ЩЁ Ш NE NE Ш NNW SE ESÉ E S S S SSE NW WNW NW
Der fast entgegengesetzte Verlauf der Bahn des Hauptwirbels vor und
nach dem 15. hing einerseits direkt mit der Ausbildung des Maximums auf den
Britischen Inseln und dem Verschwinden desjenigen über Bussland zusammen,
andererseits mit der Temperaturvertheilung, welche selbst ihrerseits von diesen
Druckverhältnissen beeinfiufst wurde. Um 8 a resp. 1 a zeigte das Thermometer:
am 13. zu Aberdeen 8°, zu Riga 19°,
1 7 11 * QO
55 A l * 59 95 3 *
Also fanden sieh am 13. der höhere Luftdruck und die höhere Temperatur
im Osten, am 17, beide ins Westen von der Cyklone; dem Gesetze entsprechend,
wonach die Cyklone diese, zur Rechten zu lassen bestrebt ist, bewegte sie sich
am 13. nordwärts, am 17. südwärts. Die Aenderuug der Witterung am 14.
war auch in Deutschland eine empfindliche; die Temperatur sank hier mit dem
Eintritt der nordwestlichen Luftströmung um 4° bis 6° gegen den Vortag.
Nach dem 18. änderte sich die Wetterlage wiederum erheblich, indem
das Hochdruckgebiet von den Britischen Inseln nordwärts nach Ostgrönland
wanderte, ein neues aber vom Eismeere nach Centralrussland fortschritt, und
die Depression zunächst an der deutschen Küste stationär wurde, dann aber ein
Theilminimum am Ostrande entwickelte und in diesem Abkömmling bis zum
Schlafs des Vierteljahres in Rufsland forfcexistirte. Dafs dieses Minimum in
Rufsland durch eine Randbildung und nicht durch ein direktes Hinüberwandern
des Centrums aus Norddeutsebtand erzeugt wurde (wie letzteres in der monat
lichen Uebersicht angenommen ist), wird besonders durch die Abendkarten
vom 22. und 23. sehr wahrscheinlich.
Auf der Mitte des Oeeans wurden, wie schon erwähnt, am Ende dos
vorigen Zeitabschnitts die Reste der grofsen Depression vom 12. August bei
dem plötzlichen Heranwaehsen einer neuen von Cañada kommenden am 18. re-
sorbirt. Auch diese behielt ihre Intensität jedoch nur kurze Zeit; nach dem
19. nahm sie rasch ab und nach dem 25. ging sie im Andrang neuer Bildungen
aus dem Westen unter.
Wie auf vielen der Karten dieser Rundschau finden wir auch auf
Karte IX in der Gegend der Davisstrafse eine schleifenförmige Depressionsbahn,
die jedoch in diesem Zeitraum etwa um 10 Breitengrade südlicher lag, als jene
der Karten VII und VIII. Durch dieso südlichere Lage der Bahn werden die
Verhältnisse an ihrer Nordseite erkennbar, und tritt der wahrscheinliche Zu
sammenhang der Bahnschleifen mit der Existenz von Hochdruckgebieten im
Norden hervor, zuerst eines solchen über Baffinsland, später eines in der
Grönland-See. An der Süd- und Ostseite dieser Depression bewegten sich eine
Reihe von Theilminima dahin, dex'en zwei erste nach Europa hinübergelangten,
während das dritte den Charakter eines kleinen Westindischen Orkans hatte,
am 25. an der Küste von Georgia nach NE umbog und am 27. mit der De
pression bei Neufundland verschmolz. So wenig diese Cyklone auf den syn
optischen Karten hervortritt, so hat doch auf dem Raume in nächster Nähe ihres
Centrums der Sturm grofse Verwüstungen angerichtet. Bei dem Mangel tele
graphischer Nachrichten aus Westindien konnte ihre Annäherung erst sehr spät
bemerkt werden, so dafs die Warnung für die südlichen Häfen, wie Jackson-
ville, Fla, verspätete, für die nördlicheren, wie Smithville, kam sie rechtzeitig.
In der „Montbly Weather Review“ des Signal Office, wo man genauere Nach
richten über diesen Orkan findet, wird die Nothwendigkeit telegraphischer
Nachrichten von 4 Stationen in Westindien und 4 Stationen in Mexiko bei
dieser Gelegenheit nachdrücklich betont. Aus dem Stadium der Auflösung der
Cyklone in der langen Rinne niederen Druckes, welche sich von Texas nach
den Neufundland-Banken hinzog, mögen einige Notizen aus den Schiffsjournalen
Platz finden:
Ans, ä, Hydr. eie., Ш, Heft V.
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