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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Die Ke- (Kei-) Insein. 
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strömenden Regenwassers kleine Backe. Sobald der Regen jedoch mit Anfang 
April aufhört, trocknen dieselben in der brennenden Sonne bald auf. Um diese 
Zeit wechselt der Monsun, das Wetter wird schöner, die Temperatur steigt, 
und durch leichte veränderliche Winde unterbrochene Stillen verkünden das Ein 
setzen des Nordost-Monsuns; gegen Ende April weht dieser schon ganz hübseh 
und macht, wenn er auch nicht sehr kräftig ist, gelegentlich begleitet von er 
frischenden Regenschauern, die Hitze weniger drückend, 
Diese Regenschauer und der starke während der Nacht, besonders Im 
Juni, Juli und August, fallende Thau erhalten den Boden feucht und fördern 
die Vegetation. Gegen Ende Oktober läfst der Nordost-Monsun nach, infolge 
dessen Oktober und November die heifsesten Monate des Jahres sind, während 
welcher die Vegetation durch Trockenheit sehr leidet. 
Mit Anfang November flaut der Nordost-Monsun sehr ab, leichte und 
veränderliche Winde setzen ein, bis gegen Mitte Dezember der Südwest-Monsun 
wieder seine Ankunft durch heftige Regenböen und westliche Winde mit schweren 
Gewittern anzeigt. 
Die durchschnittliche monatliche Regenmenge in englischen Zollen, sowie 
die Zahl der trockenen Tage ist in folgender Zusammenstellung gegeben. 
Januar . . . . 
Februar.... 
März. . . . . 
April. . . , . 
Mai 
Juni 
Juli . ... . 
August . . . . 
September . . . 
Oktober. . . . 
November . - . 
Dezember . . . 
Regenfall in 
engl, Zoll 
12.4 
14.4 
18,9 
11.5 
m 
2.7 
2,6 
2,5 
3,9 
5.7 
10.6 
14,1 
Anzahl der 
trockenen Tage 
7 
2 
12 
11 
10 
8 
9 
5 
5 
11 
10 
4 
Die felsige Natur des Bodens macht die Versorgung mit frischem Wasser 
schwierig; in vielen Ortschaften giebt es überhaupt kein frisches Wasser, und 
die Einwohner müssen weit gehen, um solches zu erhalten. Die Frisch-Wasser- 
Quellen sind meistens dicht bei der See und nur in tnäfsiger Höhe gelegen. 
Hier braucht man auch keine grofsen Brunnen zu bohren, hat vielmehr in Bassins, 
welche sich in gleicher Höhe mit dem Meeresniveau befinden, überall reichlichen 
Zuflufs von Wasser. In solchen Bassins steht das Wasser während der Fluth- 
zeit bedeutend höher, als während der Ebbe; 200 bis SOOm vom Strande ist 
das Wasser jedoch noch salzig, während die Reservoirs in gröfserer Entfernung 
ein gutes geniefshares Trinkwasser liefern; dasselbe ist jedoch sehr kalkhaltig, 
weshalb die Eingeborenen viel Säuren, wie Limonen und Apfelsinen, dazusetzen. 
Der Korallenboden dient hiernach augenscheinlich als Filter für das 
Seewasser, welches, denselben durchdringend, gereinigt wird und auf dem Wege 
nach den Brunnen seinen Salzgehalt verliert. An den Stellen der Inseln, wo 
kein Wasser zu erhalten ist, besteht der Boden aus Kiesel oder Quarz. 
An der Westseite von Nuhuroa, ungefähr in ihrer Mitte, zieht sieh bei 
dem Orte Totoat eine laDge schmale Bucht in das Land hinein, welche, sieh 
südwärts wendend, beinahe bis an das Südende der Insel reicht und sich hier 
in drei Arme theilt, welche hei Niedrigwasser vollkommen trocken fallen. 
Wenn man die Bucht hinabfährt, so findet man zunächst an beiden Seiten 
niedriges Land, am Strande mit Mangroven-Gebüsch bedeckt, dann wird die 
Küste höher, und über die Felsen sieht man einen Strom mit kühlem und er 
frischendem Wasser in die Bai sich ergiefsen, der einzigste permanent fliefsende 
Strom der Inselgruppe. 
Im Jahre 1645 wurde zwischen den Häuptlingen der Eingeborenen und 
der Niederländisch Indien-Kompagnie ein Vertrag über die Abtretung der Inseln 
abgeschlossen; seit 1882’ hat die Regierung von Niederländisch Indien in Dula 
Beamte eingesetzt. 
Ata, d. Hydr. et«., 18S9, Heft V. “
	        
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