Die Ke- (Kei-) Insein.
209
strömenden Regenwassers kleine Backe. Sobald der Regen jedoch mit Anfang
April aufhört, trocknen dieselben in der brennenden Sonne bald auf. Um diese
Zeit wechselt der Monsun, das Wetter wird schöner, die Temperatur steigt,
und durch leichte veränderliche Winde unterbrochene Stillen verkünden das Ein
setzen des Nordost-Monsuns; gegen Ende April weht dieser schon ganz hübseh
und macht, wenn er auch nicht sehr kräftig ist, gelegentlich begleitet von er
frischenden Regenschauern, die Hitze weniger drückend,
Diese Regenschauer und der starke während der Nacht, besonders Im
Juni, Juli und August, fallende Thau erhalten den Boden feucht und fördern
die Vegetation. Gegen Ende Oktober läfst der Nordost-Monsun nach, infolge
dessen Oktober und November die heifsesten Monate des Jahres sind, während
welcher die Vegetation durch Trockenheit sehr leidet.
Mit Anfang November flaut der Nordost-Monsun sehr ab, leichte und
veränderliche Winde setzen ein, bis gegen Mitte Dezember der Südwest-Monsun
wieder seine Ankunft durch heftige Regenböen und westliche Winde mit schweren
Gewittern anzeigt.
Die durchschnittliche monatliche Regenmenge in englischen Zollen, sowie
die Zahl der trockenen Tage ist in folgender Zusammenstellung gegeben.
Januar . . . .
Februar....
März. . . . .
April. . . , .
Mai
Juni
Juli . ... .
August . . . .
September . . .
Oktober. . . .
November . - .
Dezember . . .
Regenfall in
engl, Zoll
12.4
14.4
18,9
11.5
m
2.7
2,6
2,5
3,9
5.7
10.6
14,1
Anzahl der
trockenen Tage
7
2
12
11
10
8
9
5
5
11
10
4
Die felsige Natur des Bodens macht die Versorgung mit frischem Wasser
schwierig; in vielen Ortschaften giebt es überhaupt kein frisches Wasser, und
die Einwohner müssen weit gehen, um solches zu erhalten. Die Frisch-Wasser-
Quellen sind meistens dicht bei der See und nur in tnäfsiger Höhe gelegen.
Hier braucht man auch keine grofsen Brunnen zu bohren, hat vielmehr in Bassins,
welche sich in gleicher Höhe mit dem Meeresniveau befinden, überall reichlichen
Zuflufs von Wasser. In solchen Bassins steht das Wasser während der Fluth-
zeit bedeutend höher, als während der Ebbe; 200 bis SOOm vom Strande ist
das Wasser jedoch noch salzig, während die Reservoirs in gröfserer Entfernung
ein gutes geniefshares Trinkwasser liefern; dasselbe ist jedoch sehr kalkhaltig,
weshalb die Eingeborenen viel Säuren, wie Limonen und Apfelsinen, dazusetzen.
Der Korallenboden dient hiernach augenscheinlich als Filter für das
Seewasser, welches, denselben durchdringend, gereinigt wird und auf dem Wege
nach den Brunnen seinen Salzgehalt verliert. An den Stellen der Inseln, wo
kein Wasser zu erhalten ist, besteht der Boden aus Kiesel oder Quarz.
An der Westseite von Nuhuroa, ungefähr in ihrer Mitte, zieht sieh bei
dem Orte Totoat eine laDge schmale Bucht in das Land hinein, welche, sieh
südwärts wendend, beinahe bis an das Südende der Insel reicht und sich hier
in drei Arme theilt, welche hei Niedrigwasser vollkommen trocken fallen.
Wenn man die Bucht hinabfährt, so findet man zunächst an beiden Seiten
niedriges Land, am Strande mit Mangroven-Gebüsch bedeckt, dann wird die
Küste höher, und über die Felsen sieht man einen Strom mit kühlem und er
frischendem Wasser in die Bai sich ergiefsen, der einzigste permanent fliefsende
Strom der Inselgruppe.
Im Jahre 1645 wurde zwischen den Häuptlingen der Eingeborenen und
der Niederländisch Indien-Kompagnie ein Vertrag über die Abtretung der Inseln
abgeschlossen; seit 1882’ hat die Regierung von Niederländisch Indien in Dula
Beamte eingesetzt.
Ata, d. Hydr. et«., 18S9, Heft V. “