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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Die Ke- (Kei-) Inseln, 
Der Name Mm oder Ke bedeutet nach Kapt. Langen in der Sprache 
der Eingeborenen „Was sagen Sie?“ und schreibt er seine Entstehung der ersten 
von den Eingeborenen fremden Eindringlingen, Händlern aus Makm&ar, auf ihre 
Fragen nach dem Namen der Insei gegebenen Antwort zu. Sie antworteten 
mit „Ke“ in der angeführten Bedeutung, und wurde dies Wort von den Händ 
lern irrthümlieher Weise für den Namen gehalten. 
Die Gruppe besteht aus zwei gröfserai und einer Anzahl sie umgebender 
kleinerer Inseln; von ersteren heilst die westliche Nulmroa (Klein-Ke) und die 
östliche Jutid (Groß-Ke). Groß-Ke ist geologisch die älteste Insel; sie besitzt 
Erhebungen von 600 bis 900 m und besteht hauptsächlich aus felsigen und 
vulkanischen Gebilden, während Klein-Ke und die übrigen Inseln nur sehr 
niedrig sind und aus Korallen, mit Kiesel- und Quarzadern durchzogen, zusammen 
gesetzt sind. Auf den höchsten Erhebungen von Klein-Ke (6öm) findet man 
verschiedene Arten von Muscheln, welche durch Wind und Wetter grofsentheils 
zerstört sind. Nach glaubwürdigen Aussagen von Häuptlingen hat sich Klein-Ke 
vor ungefähr 35 Jahren während eines von einer Fluthwelle begleiteten heftigen 
Erdbebens aus dem Meere erhoben. Erdbeben haben sich seit der Zeit nur 
ein Mal, im April 1884, wiederholt. 
Alle Inseln sind bis zum Strande mit dichtem tropischem Gebüsch be 
deckt, in welchem sich riesige Schlingpflanzen von einem Baumo zum anderen 
winden und so für das Eindringen ein schweres Hiridernifs bilden. 
Wenn man sich der Inselgruppe von Westen nähert, darf man die Inseln 
Blair und Mfäs nicht zu dicht passiren, weil sich von denselben nach Osten 
Riffe gegen 5 Sin weit erstrecken, welche bei Niedrigwasser bedeckt sind und 
steil in tiefes Wasser abfallcn. Nach ümsehiffnog der Riffe thut man gut, den 
Flaggenstock von Dula (Dulan) etwas an Backbord zu halten; man hat so eine 
freie sichere Passage. Quer ab von Dula steuere man auf die Mitte der Insel 
Obur zu, wo eine weifse Leitmarke für die nach Tual bestimmten Schiffe auf- 
gestellt ist; diesen Kurs behalte man bei, bis die Sagemühle der europäischen 
Niederlassung an Backbord heraustritt, drehe allmählich nach derselben auf und 
steuere recht auf das Gebäude zu, lasse aber dabei die schwarze Tonne an 
Backbord, die rothe an Steuerbord; man geht dadurch frei von zwei Riffen, 
welche einander gegenüber am Südende von Obur liegen. Die Tonnen sind an 
den Aufsenrändern der beiden Riffe in 22 m (12 Fad.) Wasser verankert. In 
der Mitte dieser Passage sind bei Niedrigwasser Tiefen von 14 bis 23 m (8 bis 
12Ta Fad.). Nachdem inan die Riffe hinter sich hat, halte man sieb dicht an 
der linken Küste bis beinahe querab der zur europäischen Niederlassung ge 
hörenden Brücke, wo man einen sicheren Ankerplatz auf 18m (10 Fad.) Wasser 
findet. Wenn man dicht an der linken Küste der Tual-Bai ankert, ist man 
nicht dem starken, um T««/-Spitze von Süden her setzenden Strome ausgesefzt, 
welcher der Haltbarkeit des Ankers bei mehr in der Mitte der Bai liegenden 
Schiffen gefährlich werden kann. Tml bietet während des Südwest-Monsuns 
einen viel sichereren Ankerplatz als Dula, wo während dieser Zeit, besonders 
von Dezember bis Ende März, hoher Seegang steht, während Tml von allen 
Seiten durch Land eingeschlossen ist, bo dafs hier eine den verankerten Schiffen 
gefährliche See oder Dünung nicht aufkommen kann. Tual hat mit Ausnahme 
der Hügel eine grofse Aelmliehkcit mit dem Aufsenhafen von Sydney. 
Anfser Dula und Tual bietet die Südostküste von Dulan Laut einen 
guten und sicheren Ankerplatz während des Nord ost-Monsuns. 
Bei Qroß-Ke gewähren Eli und Haar nur während des Südwest-Monsuns, 
Vur während des Ost-Monsuns gesicherte Ankerplätze, 
Die Gezeiten erreichen eine Eluthhöhe bis zu 3 m. Während in der 
Mitte der Bai FJuthatrom läuft, setzt an beiden Seiten längs der Küste noch 
Ebbe. Bei Voll- und Neumond tritt eine starke Ebbe, dagegen eine mäföige 
Fluth auf; während der Zwischenzeit dagegen ist das Verhältnifs ein um 
gekehrtes. Die Fluth ist Nachts stärker als am Tage, stärker während des 
Südwest- als während des Ost-Monsuns. Wenngleich weder auf Groß- noch 
auf Klein-Ke viele Flüsse existiren, so ist doch kein Mangel an Wasser. 
Während des Südwest-Monsuns, welcher gewöhnlich gegen Mitte Dezember 
mit stürmischem Wetter und starken anhaltenden Regengüssen, die bis Ende 
März dauern, einsetzt, bilden sich durch Ansammlung des von den Höhen
	        
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