Häfen unst Handelsverti<iiisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman.
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dukte Nordamerikas, von woher, wie schon erwähnt, in jedem Jahr einige
Segelschiffe hierher kommen, beladen mit Petroleum, Mehl und ungebleichten
Baumwollenzeugen, und welche dann Datteln als Rückfracht nehmen.
Genaue Angaben über den Umsatz des Aus- and Emfuhrhandela kann
man sich hier wie in allen Ländern des Orients nicht verschaffen. Zufolge
dem, was ich erkunden konnte, betrug im Jahre 1885/86.
der Werth der Ausfuhr 2606 337 Gulden
я » „ Einfuhr ....... 3 718 243 „
Unter den Ausfuhrartikeln waren die hauptsächlichsten:
Datteln zum Werthe von 1 079 500 Gulden.
sonstige Früchte zürn Werthe von 122 662 „
Bei* und Weizen „ „ „ 531250 „
Perlen zum Werthe von, 102 500 „
Salz „ „ „ . . 81250 „
ungebleichtes Bauimvöllciizeug 2üm Werthe von . . 290 000 „
Yon dem Einfuhrhandel kam auf:
Indien 2 279 643 Gulden;
Den Persischen Golf und Basrah , , 904 225 „
Singapore, Mauritius und Nordamerika 166 000 „
Südarabien und Afrika 368375
Hauptamts!: Ileis, Zucker, Kaffee and
Baomwollenwaaren,
„ Datteln, Weizen, Salz
und Perlen,
„ Petroleum.
Der Schiffsverkehr bezifferte sich auf 107 europäische Schiffe von 121100
Tonnen und 358 einheimische Schiffe von 28 960 Tonnen Gehalt. Die Vermin
derung des Seehandels in Maskat gegen früher, welche stattgefunden hat, ist
zum Theil auf die bereits erwähnte Zunahme des Sehmuggelhandels in den klei
neren Küstenplätzen zurückzufübren.
Zum Schlosse dieses Berichts über Oman habe ich hier noch einen Handels
zweig zu berühren, von dem Maskat durch seine Verbindungen mit Zanzibar
und der Küste von Afrika früher grofse Vortheile zog und der, obgleich seit
1873 von der Regierung verboten, heimlicherweise auch jetzt noch betrieben
wird. Ich meine den Sklavenhandel.
Dem Ohr eines Europäers ist die Erwähnung dieses Handels, der eine
Verletzung der persönlichen Freiheit ist, im ersten Augenblick beleidigend, und
das Gefühl empört sieh in Erinnerung an die Grausamkeiten, welche in der
neuen Welt verübt wurden und die auch der Beweggrund waren, weshalb man
zur Unterdrückung dieses Handels schritt. Auf diejenigen, welche lange Zeit
im Orient gelebt haben, ist der Eindruck jedoch ein ganz anderer.
Es ist über das Sklaventhum sehr viel gesprochen nnd geschrieben wor
den. Indem mau sich auf den Grundsatz allgemeiner Menschenrechte stellte,
hat man sich zu Uebertreibungen hinreifsen lassen, meistens ohne den Gegen
stand gründlich untersucht und ohne sieh von allen bezüglichen Umständen
durch eigne Erforschung Kenntxufs verschafft zu haben, Politik, Ehrgeiz und
persönlicher Vortici! sind die Haupttriebfedern eines Kreuzzuges gewesen,
dessen Folgen nur den Wenigsten klar waren.
Ich habe die Gegenden Afrikas, von woher die Sklaven kommen, die in
den mohammedanischen Ländern verkauft werden, besucht und habe mit eignen
Augen angesehen, wie bei dem Handel verfahren wird. Einen Theil der Sklaveu
verschaffen sich die Händler, indem sie die Gefangenen kaufen, die in den
unter wilden Völkerschaften unvermeidlichen Kriegen von der obsiegenden Partei
gemacht werdenein zweiter wird vermittelst List oder Gewalt entführt; den
dritten bilden die von ihren eignen Eltern verkauften Kinder. Was nun diese
verschiedenen Ursprünge des Sklaventhums anbetrifft, so wird die erste Klasse
von Sklaven, die der Kriegsgefangenen, so lange existiren, als man kein Mittel
ausfindig gemacht hat, diese afrikanischen Völkerschaften, bei denen der Kriegs
zustand der gewöhnliche ist, am Kriegführen zu verhindern. So wie es steht,
würden die unglücklichen Gefangenen, wenigstens zum grofsen Theile, ohne
Gnade niedergemacht und der Rest einer Sklaverei im eignen Lande, unter