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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Häfen und Handelsverhältnisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. 
nennen, vorgeschrieben ist. Man nimmt dazu die besseren Sorten und bereitet 
sie, indem man man die schon vor der vollständigen Reife gepflückten Früchte 
eine halbe Stunde in Wasser kocht, wodurch ein Theil des Saftes ausgezogen 
wird. Dann breitet man sie auf Matten aus und trocknet sie zwei oder drei 
Tage lang an der Sonne, bis sie ganz hart geworden sind und zur Versendung 
in Körben verpackt werden. Auch das in Maskat aus Datteln bereitete Kon 
fekt — Hnlwä —, welches durch Einkochon der Früchte mit Stärkemehl, Zucker 
und Butter, unter Zusatz von etwas Roseuwasser und einigen Kardamomen als 
Gewürz, hergestellt wird, findet im Lande, wie auch in Indien, am Persischen 
Golf und in Bagdad großen Absatz. Insbesondere benutzt man diesen Artikel 
viel zu Geschenken, die bei Besuchen oder an Festtagen gegeben werden. 
Die Küstengewässer Omans sind sehr reich an Fischen, deren eifrig be 
triebener Fang den Bewohnern des Küstengebiets wie deä inneren Landes ein 
wichtiges Nahrungsmittel liefert; auch werden dieselben gesalzen und getrock 
net in erheblichen Mengen nach Indien, Yemen und Mauritius ausgeführt. Die 
Fischer sind eine gemischte Gesellschaft, die sich aus Arabern, Persern und 
Beludschis, denen sieb im Winter noch Leute aus Socotra und Makros, Be 
wohner der Küste von Hadramaut, zngcscllen. zusammensetzt. Sie sind wahre 
Nomaden des Meeres, leben anf dem Wasser und wechseln ihren Aufenthalt, 
wie es die Gelegenheit und Jahreszeit mit sich bringt. Ungefähr drei Monate 
lang halten sie sich an der gegenüberliegenden Küste von Beludschis tan auf, 
salzen und trocknen ihren Fang an Ort und Stelle und kehren dann mit ihren 
Ladungen zurück. Gegen die Zeit des Eintreffens der Pilgerzüge begeben sie 
sich nach Dscheddah und an die Küste des Iledschas, wo das Zusammenströmen 
der Wallfahrer ihnen einen vortheilhaften Markt sichert und woher sie stets 
mit guten Erspai’nissen zurückkehren. Man schätzt diese schwimmende Bevöl 
kerung auf ungefähr 25 000 Köpfe und die Anzahl der Fischerfahrzeuge auf 
2500. Letztere haben eine Tragfähigkeit von 5 bis 10 Tonnen, sind leicht ge 
baut und führen ein grofses Lateinsegel. Bei günstiger Gelegenheit erreichen 
dieselben eine Fahrt von 8 bis 10 Knoten. 
Die zum Fischen benutzten Geräthe sind hier, ebenso wie im Persischen 
Golf, das Schleppnetz, Angelleinen und Reusen aus Rotang (Stuhlrohr.} An 
der Küste von Betineh vereinigen sich alle Bewohner eines Dorfes oder auch 
mehrere einzelne Personen zur Anschaffung grofser Netze, die mitunter 160D 
Meter Länge haben und mit denen zu Zeiten aufserordentlich gröfse Fänge ge 
macht werden. Die vorkommenden und zumeist gefangenen Fische sind See 
barben, Meeräschen, eine Arte Thunfische, Sardinen, Schwert- und Sägefische, 
Rochen u. a. m. Der häutige Theil der Rücken- und Brustflossen and der 
Schwanzflosse des Haifisches wird von den Hindus gekauft und nach China 
verschifft, wo man denselben für einen Leckerbissen erachtet. Er kostet 40 
Cents und in ausgesuchten Stücken 60 Cents das Kilogramm. 
Die Verbindungen Maskats mit dem Auslande sind regelmäfsig, aber 
nicht häufig. Die Postdampfer der „British Zndfö-Gesellscbaft“ laufen nur alle 
vierzehn Tage hier an, einmal auf der Aus-, einmal auf der Rückreise. Da 
eine Telegraphenstation nicht vorhanden ist, müssen Dopeschen zunächst mit 
der anglo-indischen Post nach Dschask, Gwadur oder Karatschi geschickt und 
dann von hier weiterbefördert werden. 
Oman hat keine eignen Münzen. Am meisten im Umlauf ist der Maria- 
Theresion-Thaler (Tallari), der 2,05 Holländische Gulden oder 2 1 /» Rupien werth 
ist. Die Indische Rupie ist auch viel im Verkehr, und die Bruchtheile der 
selben bilden auch das Wechselgeld, bestehend in Pices oder einer Viertel-Anna, 
welch letztere den sechzehnten Theil einer Rupie ausmacht. Um dem Bedarf 
zu genügen, rnufs jedes Jahr eine Masse Kupfergeld von Indien eingeführt werden. 
Maskat ist durch seine Lage ein sehr bequemer Zwischenhandelsplatz 
zwischen Arabien, Indien, dem Persischen Golf und der Küste von Beludschistan. 
Durch die herrschenden unsicheren Zustände, welche die Kaufleute an der Er 
richtung grofser Waarenniederlagen verhindern, besonders aber infolge der 
Einrichtung der Dampfschiffslinien, welche es. allen Häfen dieser Gegenden 
möglich machen, ihre Bedarfsartikel direkt zu beziehen, ist der Stadt dieser 
Vortheil ihrer Lage zum Theil verlöre» gegangen. Gegenwärtig ist Maskat 
noch der Stapelplatz für 'Oman und einen Theil Arabiens und für' einige Pro
	        
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