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Häfen und Handelsverhältnisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman.
nennen, vorgeschrieben ist. Man nimmt dazu die besseren Sorten und bereitet
sie, indem man man die schon vor der vollständigen Reife gepflückten Früchte
eine halbe Stunde in Wasser kocht, wodurch ein Theil des Saftes ausgezogen
wird. Dann breitet man sie auf Matten aus und trocknet sie zwei oder drei
Tage lang an der Sonne, bis sie ganz hart geworden sind und zur Versendung
in Körben verpackt werden. Auch das in Maskat aus Datteln bereitete Kon
fekt — Hnlwä —, welches durch Einkochon der Früchte mit Stärkemehl, Zucker
und Butter, unter Zusatz von etwas Roseuwasser und einigen Kardamomen als
Gewürz, hergestellt wird, findet im Lande, wie auch in Indien, am Persischen
Golf und in Bagdad großen Absatz. Insbesondere benutzt man diesen Artikel
viel zu Geschenken, die bei Besuchen oder an Festtagen gegeben werden.
Die Küstengewässer Omans sind sehr reich an Fischen, deren eifrig be
triebener Fang den Bewohnern des Küstengebiets wie deä inneren Landes ein
wichtiges Nahrungsmittel liefert; auch werden dieselben gesalzen und getrock
net in erheblichen Mengen nach Indien, Yemen und Mauritius ausgeführt. Die
Fischer sind eine gemischte Gesellschaft, die sich aus Arabern, Persern und
Beludschis, denen sieb im Winter noch Leute aus Socotra und Makros, Be
wohner der Küste von Hadramaut, zngcscllen. zusammensetzt. Sie sind wahre
Nomaden des Meeres, leben anf dem Wasser und wechseln ihren Aufenthalt,
wie es die Gelegenheit und Jahreszeit mit sich bringt. Ungefähr drei Monate
lang halten sie sich an der gegenüberliegenden Küste von Beludschis tan auf,
salzen und trocknen ihren Fang an Ort und Stelle und kehren dann mit ihren
Ladungen zurück. Gegen die Zeit des Eintreffens der Pilgerzüge begeben sie
sich nach Dscheddah und an die Küste des Iledschas, wo das Zusammenströmen
der Wallfahrer ihnen einen vortheilhaften Markt sichert und woher sie stets
mit guten Erspai’nissen zurückkehren. Man schätzt diese schwimmende Bevöl
kerung auf ungefähr 25 000 Köpfe und die Anzahl der Fischerfahrzeuge auf
2500. Letztere haben eine Tragfähigkeit von 5 bis 10 Tonnen, sind leicht ge
baut und führen ein grofses Lateinsegel. Bei günstiger Gelegenheit erreichen
dieselben eine Fahrt von 8 bis 10 Knoten.
Die zum Fischen benutzten Geräthe sind hier, ebenso wie im Persischen
Golf, das Schleppnetz, Angelleinen und Reusen aus Rotang (Stuhlrohr.} An
der Küste von Betineh vereinigen sich alle Bewohner eines Dorfes oder auch
mehrere einzelne Personen zur Anschaffung grofser Netze, die mitunter 160D
Meter Länge haben und mit denen zu Zeiten aufserordentlich gröfse Fänge ge
macht werden. Die vorkommenden und zumeist gefangenen Fische sind See
barben, Meeräschen, eine Arte Thunfische, Sardinen, Schwert- und Sägefische,
Rochen u. a. m. Der häutige Theil der Rücken- und Brustflossen and der
Schwanzflosse des Haifisches wird von den Hindus gekauft und nach China
verschifft, wo man denselben für einen Leckerbissen erachtet. Er kostet 40
Cents und in ausgesuchten Stücken 60 Cents das Kilogramm.
Die Verbindungen Maskats mit dem Auslande sind regelmäfsig, aber
nicht häufig. Die Postdampfer der „British Zndfö-Gesellscbaft“ laufen nur alle
vierzehn Tage hier an, einmal auf der Aus-, einmal auf der Rückreise. Da
eine Telegraphenstation nicht vorhanden ist, müssen Dopeschen zunächst mit
der anglo-indischen Post nach Dschask, Gwadur oder Karatschi geschickt und
dann von hier weiterbefördert werden.
Oman hat keine eignen Münzen. Am meisten im Umlauf ist der Maria-
Theresion-Thaler (Tallari), der 2,05 Holländische Gulden oder 2 1 /» Rupien werth
ist. Die Indische Rupie ist auch viel im Verkehr, und die Bruchtheile der
selben bilden auch das Wechselgeld, bestehend in Pices oder einer Viertel-Anna,
welch letztere den sechzehnten Theil einer Rupie ausmacht. Um dem Bedarf
zu genügen, rnufs jedes Jahr eine Masse Kupfergeld von Indien eingeführt werden.
Maskat ist durch seine Lage ein sehr bequemer Zwischenhandelsplatz
zwischen Arabien, Indien, dem Persischen Golf und der Küste von Beludschistan.
Durch die herrschenden unsicheren Zustände, welche die Kaufleute an der Er
richtung grofser Waarenniederlagen verhindern, besonders aber infolge der
Einrichtung der Dampfschiffslinien, welche es. allen Häfen dieser Gegenden
möglich machen, ihre Bedarfsartikel direkt zu beziehen, ist der Stadt dieser
Vortheil ihrer Lage zum Theil verlöre» gegangen. Gegenwärtig ist Maskat
noch der Stapelplatz für 'Oman und einen Theil Arabiens und für' einige Pro