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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Häfen und HandelsverhäUnisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. 
Arzt ist es gelungen, in seinem Garten auch andere europäische Gemüse zu 
raschem Wachsthum zu bringen. 
Da man sich auf den Rogen, der nur selten nnd in ungenügenden Mengen 
fällt, nicht verlassen kann, tnufs man beim Landbau seine Zuflucht zur künst 
lichen Bewässerung nehmen. In Badineh und an anderen Orten gräbt man zu 
diesem Zwecke Brunnen, aus welchen das Wasser vermittelst einer von einem 
Ochsen in Bewegung gesetzten Sehöpfvomchtung in ein kleines Becken über- 
geführt und daun weiter in die Bewässerungsrinnen geleitet wird; in derselben 
Weise, die in der ganzen Umgebung des Persischen Golfs und in der Gegend 
von Bagdad zur Anwendung kommt. Stellenweise findet man auch die werth- 
vollen unterirdischen Wasserleitungen, die unter dem Namen Kanats auf der 
Hochebene von Iran so verbreitet und von so grofsem Nutzen sind und die 
in Oman auch durch die Perser, als diese das Land innehatten, eingeführt 
wurden. Hier nennt man sie Felidjes. Wo am Pufse eines Berges eine Quelle 
oder eine Wasserader entdeckt wird, gräbt man in gewisser Tiefe, die der 
Bodengestaltung angepafst wird, einen engen Kanal, der bedeckt, aber von 
Strecke zu Strecke mit einem za Tage liegenden Brunnen versehen wird. Die 
Kanäle führen das Wasser nach den niedrigeren, zum Anbau bestimmten Lände 
reien. Die Felidjes sind Eigenthum des Fürsten oder einer reichen Persön 
lichkeit, mitunter auch einer Gesellschaft. 
Da es an Weidegrund fehlt, ist der Viehstand in Oman nicht zahlreich. 
Die vorhandenen Rinder gehören der mit Höcker versehenen Indischen Rasse 
(Bos indicus) an. Sie dienen nur dazu, den Pflug und das Wasser aus den 
Brunnen zu ziehen. Die Kühe werden von den Hindus sehr gepflegt und in 
der Nähe ihrer Wohnungen gefüttert. Das Fleisch wird von den Arabern nicht 
gern gegessen und selbst für ungesund gehalten. Schafe sind selten; ihr Fleisch 
ist gut von Geschmack, bleibt aber infolge des Mangels an Grünfutter mager. 
Einen vortheilbal'ten Ersatz bieten die Ziegen, die überall hinklettern und das 
geringste Kräuterbüschel nicht verschmähen. Das saftige Fleisch derselben 
wird auch von Europäern genossen, obschon es denjenigen, die nicht daran 
gewöhnt sind, etwas widersteht. In der Nähe von Karijat und im Bezirk von 
El Charkijeh giebt es indessen einige Weideländereien, wo Schafe, die auch in 
Indien stets einen guten Markt finden würden, leicht gehalten werden könnten, 
doch ist Mer bei den im Innern des Landes herrschenden gesetzlosen Zustän 
den die Sicherheit des Besitzes zu sehr gefährdet. 
Die Beduinenstämme an der Grenze züchten im Grofsen Kameele, 
deren Verkauf ihre Haupteinnahmequelle bildet. Die Dromedare oder Renn- 
kameele von Oman, Hedjins oder Zeluls genannt, sind die besten Arabiens, 
und kostet ein schönes Thier 300 bis 400 Gulden. Man tödtet diese Wieder 
käuer, wenn sic ein Bein brechen oder unlenksam werden, oder auch bei fest 
lichen Gelegenheiten nnd schlachtet sie aus, da das Fleisch von den Arabern 
sehr gern gegessen wird. 
Die Pferde von Oman genossen einer Zeit eines grofsen Rufes und 
wurden viel nach Bombay verkauft, wo besonders die von ungefähr 1,40 m 
Gröfse hohe Preise erzielten, denn da i» Indien die Aufzucht von Pferden 
nicht gelingt, mnfs nach diesem Lande jährlich eine grofse Anzahl aus der Um 
gegend eingeführt werden. Die Kämpfe im Lande und die Raubzüge der Be 
duinen haben jedoch diese Quelle des Wohlstandes zerstört, und sind gegen 
wärtig in ganz Oman, oiuschliefslich der Pferde des Sultans, im Ganzen nur 
noch ungefähr vierhundert vorhanden. Ein schönes Pferd aus einer der be 
rühmten Rassen Saklavi Djedran, Koheileh ul Adjuz, Mehennek, Obejeh Scherrah, 
Schueiman oder Hamdani Semri ist für den Araber ein hochgeschätztes und 
auch einträgliches Besitzthum. 
Die gleichfalls berühmten Esel von Oman sind gewöhnlich von aschgrauer 
Farbe, mit schwarzem Kreuz auf dem Widerrist. Sie zeichnen sich vor denen 
anderer Länder durch zierlichere Formen, leichteren Lauf und einen sehr 
sicheren Gang aus; letzteres ist in einem gebirgigen Lande wie dieses, wo die 
Steige sehr abschüssig sind, eine nicht hoch genug zu schätzende Eigenschaft. 
Auf den Markt von Mattrah werden Esel an jedem Morgen zum Verkauf ge 
bracht; die besten werden jedoch für den Persischen Golf und die Insel Mau 
ritius Vorbehalten, wo sie sehr gesucht sind.
	        
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