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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Häfen und Handelsverliältnisise des Persischen Golfs and des Golfs von Oman. 201 
erbauen. Die Schwierigkeit ist mir, das Geschlecht zu erkcimon. In dieser 
Beziehung glaube ich nun nach mehreren Jahren der Beobachtung die Bemer 
kung machen zu dürfen, dafs die Fiederblättchen des weiblichen Baumes bieg 
samer und weniger steif als die des männlichen sind. Wenigstens ist dies in 
Iloüandabad der Fall, wo ich eine Anzahl Palmen angepflanzt habe, die zur 
Zeit schon Früchte tragen. 
In Oman kennt man ungefähr vierzig verschiedene Dattelnarten. Die 
geschätzteste und auch die höchste im Preise ist die sogenannte Ford, welche 
den Transport auf einer langen Segelschiffsreise am besten verträgt und die 
einzige ist, die in grofsen Quantitäten Dach Amerika verschickt wird. Mr, 
Mackirdv, der einzige in Maskat etablirte europäische Kaufmann, beladet 
jährlich 5 oder 6 amerikanische Schiffe mit diesen Datteln, die vorher sorg 
fältig ausgclesen und verpackt, werden. Zwei andere gute Arten sind die 
Halas und die Maseibilis. Die übrigen bezeichnet man mit dem Gesammtnamen 
Kach. Der Preis einer Dattelpalme im Boden schwankt in Oman zwischen 25 
und 75 Gulden, 60 Gulden etwa ist das Mittel, ln einzelnen Distrikten, wo 
fruchtbarer Boden selten ist, erhebt er sich selbst bis 200 Gulden und darüber; 
eine Folge davon, dafs der Araber sehr liebt, sein Geld in Immobilien anzu 
legen, die ihm ein sicheres Einkommen gewähren. 
Die Früchte werden in verschiedenen Zuständen der Reife genossen, 
welch letztere erst vollständig ist, nachdem trockene und heifse Winde geweht 
haben, bei denen das Thermometer auf 30° C. und darüber steigt. Man ifst 
sie roh mit Brot oder macht I-Ialwa daraus, indem man sie mit Mehl, Butter 
und Gewürzen kocht. Ferner zieht man aus ihnen einen lionigähalichen Sirup 
und verwendet sie zur Fabrikation von Arrak und Essig. Aus den Blättern 
der Dattelpalme werden Stricke gemacht und Körbe geflochten; auch benutzt 
man sie zum Decken der Häuser und Hütten, zur Herstellung von Betten 
u. s. w. Der Stamm des Baumes, in zwei oder vier Theilo gespalten, dient zu 
Dachsparren und Aehnlichem, und schliefslich geben die Körner, mit Fischköpfen 
und trocknen Blättern zusammen gekocht, ein ausgezeichnetes Futter für die 
Zugochsen ab. 
Dem grofsen Nutzen entsprechend, den die Dattelpalme gewährt, ist 
jedes anbaufähige Stück Boden mit diesen Bäumen bepflanzt. Zwischen den 
selben wird oft Weizen gesät, was in Persien nicht der Fall ist, weil man 
hier glaubt, dafs das Getreide ihnen schadet, indem es dem Boden alle Feuch 
tigkeit entzieht. Getreide wird verhältnifsmäfsig am meisten in Djebel Ahdar 
und El Dahireh gebaut, nirgends aber in grofsen Mengen und genügend für 
den Bedarf. Das Eingeführte kommt vornehmlich von Basrah und Buschehr. 
Man behauptet, dafs in Oman die Aussaat nur einen zwanzigfältigen Ertrag 
liefert, was nicht genug ist. Aufser Weizen baut man auch Gerste und andere 
Körnerfrucht in geringen Quantitäten. 
An Früchten bringt Oman aufser Datteln Granatäpfel und kleine, sehr 
sauere Citronen hervor, die nach Indien, letztere in getrockneten Zustand auch 
nach Persien und Basrah ausgeführt werden, ferner BananeD, Mangos, Guavas, 
süfse Citronen, Orangen, Jujuben, Zjmmtäpfe!, Baummelonen und Tamarinden. 
Aprikosen, Pfirsiche, Trauben, Maulbeeren, Mandeln, Nüsse, Feigen und Quitten 
gedeihen auch, sind hier aber kleiner und weniger saftig wie in der ge- 
mäfsigten Zone. 
Die Kaffeepflanzungen, welche früher vorhanden waren, sind aufgegeben 
worden, weil dieser Artikel aus Indien billiger zu beziehen ist. Baumwolle 
wird nur in geringen Mengen produeirt und mufs, um den Bedarf der Indu 
strie zu decken, eingeführt werden, desgleichen Reis, dessen Gedeihen durch 
die Dürre des Landes verhindert wird. Zuckerrohr baut man jetzt etwas mehr 
wie früher und zwar in der Gegend von Nezzira und Zikki-, der gewonnene 
Rohzucker wird im Lande verbraucht. 
Der Araber ist kein Liebhaber von Gemüsen, und werden letztere des 
halb nur für den Bedarf der Indier und sonstigen Fremden in der Nähe der 
Städte Maskat und Mattrah gezogen. Die Arten, welche am besten Fortkommen, 
sind: Kürbisse, Gombo (Hibiseus esculentus), Eieräpfel (Solanum melongcna), 
Linsen, süfse Bataten, Rettige, Zwiebeln, Gurken und Spinat. Dem englischen 
Ana, d, Bydr. etc,, 1889, Heft V 4
	        
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