Häfen nnd Handels Verhältnisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman.
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Im Sommer ist er heifs und trocken. Der Südostwind herrscht während des
indischen Südwestmonsuns, das heilst vom 10. Juni etwa bis Mitte September;
auch er ist mitunter von Regen begleitet. Das Barometer ist für die Aende-
rungen des Wetters wenig empfindlich; durchschnittlich am niedrigsten steht es
von Mai bis August, durchschnittlich am höchsten im Winter.
Mitunter werden in Maskat leichte Erdbebenstöfse verspürt. In den
letzten fünfzehn Jahren haben zwei stattgefunden. Die Erschütterung kam, wie
es schien, von Norden und hielt in beiden Fällen nicht mehr als zwei Sekun
den an.
Meteorologische Beobachtungen zn Maskat (Civil-Hospital)
während des Jahres vom 1. April 1885 bis 31. März 1886. Meereahöhe des
Barometers ungefähr 10,7 m.
1
Monat
Luft
6 h a
druck
10ha
mm)
4 b p
6»a
Lufttemperatur (Centigra
1 Maximum
10ha 4h p | mittl. ! absol.
de)
Mini
mittl.
ifiufti
absol.
Regen-
liöhe
mta
April
1885
758,8
759,7
758,7
24,4
25,4
25,3
26,3
33,3
21,8
17,8
97
Mai
>?
57,2
57,7
56,9
30,2
30,8
30,8
32,1
35,6
27,9
26,1
2
Juni
51,8
52,1
52,6
32,7
33,6
34,0
35,7
38,9
30,1
26,7
2
Juli
49,8
49,8
48,8
33,0
33,8
33,8
35,3
39,2
31,1
25,6
August
50,3
50,8
50,0
30,2
30,7
31,0
31,6
36,7
28,6
25,3
j September
56,1
56,7
55,9
29,3
30,6
30,2
31,6
37,2
27,5
22,8
Oktober
59,7
60,7
60,0
28,6
30,7
29,7
31,1
36,7
26,4
22,2
November
6*2,2
63/5
62,5
24,7
27,7
27,6
28,2
29,8
23,8
17,8
Dezember
63,8
64,5
63,5
21,9
24,4
24,3
25,1
27,5
20,7
16,7
I
Januar
1886
63,3
64,5
62,8
20,1
22,3
22,2
22,8
26,1
18,9
16,7
2G
Februar
63,8
64,3
62,8
20,3
22,Ü
21,9
22,3
25,6
18,3
16,7
62 ;
: März
T>
62,3
62,2
59,7
22.4
24,1 | 24,2
25,3
36,1
20,7
16,7
n
das Jahr
5815
58,7
57,7
.
26,5
28,0
27,9
28,9
39,2
24,6
16,7
191 ;
Obschon Maskat der feste Platz des Landes, die Residenz des Sultans
und der Wohnsitz der greiseren Kanflente ist, befinden sich die gröfsere Ein
wohnerzahl und der Haupthandelsverkehr doch in der 2 Srn von Maskat ent
fernten Stadt Mattrah. Der Hafen derselben ist ebenso sicher, alle Produkte
des Inlandes werden hier durch die Karawanen zu Markte gebracht, und hier
machen auch die Beduinen aus dem Innern ihre Einkäufe. Sie ist von Dörfern
und Weilern umgeben; die kleinen Städte Kalbu, Riam und Sedeb liegen in
ihrer Nähe. Die sefshafte Volksmenge dieser Ortschaften kann man auf 4ÖQ00
schätzen, neben einer unbeständigen Bevölkerung von Pilgern aus Indien und
Beduinen aus dem Innern.
Unter der angegebenen Zahl befinden sich ungefähr 10 OÖÖ aus Afrika
stammende Neger. Dieselben sind kräftig und muntern, leichtlebigen Tempe
raments. Ihre Beschäftigung ist bei schworen Arbeiten und beim Ackerbau.
Sie vertragen dieselbe aber nur bis zum vierzigsten Lebensjahre; nach dieser
Zeit nehme» ihre physischen wie intellektuellen Fähigkeiten sehr rasch ab. Da
sie stets allen Unbilden der Witterung ausgesetzt sind, ist es ihr gewöhnliches
Loos, sehliefslich vom Rheumatismus gelähmt zu werden, wie denn alle die
jenigen, welche ich Morgens vor dem Hospital auf die Ankunft des Arztes der
Indobritischen Regierung habe warten sehen, nur an dieser Krankheit litten.
Die Frauen haben gewöhnlich ein besseres Leben als die Männer.
Die Abyssinier, die ebenfalls stark vertreten sind, weichen in ihrem Aus
sehen von der eingeborenen Bevölkerung nur wonig ab; sie sind semitischer
Abstammung wie die Araber und unterscheiden sich von diesen nur durch ihren
zarteren Körperbau und ihre sanfteren Gesichtsziigo. Die eingeführten abyssi-
nischen Sklaven sind in der Hauptzahl weiblichen Geschlechts und werden ge
wöhnlich für den Harem genommen. Durch die Kreuzung, welche dieser Art
stattfindet, ist das Aussehen der Masse der Bevölkerung der Städte und des
Küstengebiets bedeutend beeinflufst worden. Infolge ihrer schwachen Kon
stitution fallen die Abyssinier, und besonders die Frauen bei schlechter Be
handlung sehr leicht Lungeuleiden zum Opfer. Die Anzahl der aus der Ter-