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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Häfen nnd Handels Verhältnisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. 
197 
Im Sommer ist er heifs und trocken. Der Südostwind herrscht während des 
indischen Südwestmonsuns, das heilst vom 10. Juni etwa bis Mitte September; 
auch er ist mitunter von Regen begleitet. Das Barometer ist für die Aende- 
rungen des Wetters wenig empfindlich; durchschnittlich am niedrigsten steht es 
von Mai bis August, durchschnittlich am höchsten im Winter. 
Mitunter werden in Maskat leichte Erdbebenstöfse verspürt. In den 
letzten fünfzehn Jahren haben zwei stattgefunden. Die Erschütterung kam, wie 
es schien, von Norden und hielt in beiden Fällen nicht mehr als zwei Sekun 
den an. 
Meteorologische Beobachtungen zn Maskat (Civil-Hospital) 
während des Jahres vom 1. April 1885 bis 31. März 1886. Meereahöhe des 
Barometers ungefähr 10,7 m. 
1 
Monat 
Luft 
6 h a 
druck 
10ha 
mm) 
4 b p 
6»a 
Lufttemperatur (Centigra 
1 Maximum 
10ha 4h p | mittl. ! absol. 
de) 
Mini 
mittl. 
ifiufti 
absol. 
Regen- 
liöhe 
mta 
April 
1885 
758,8 
759,7 
758,7 
24,4 
25,4 
25,3 
26,3 
33,3 
21,8 
17,8 
97 
Mai 
>? 
57,2 
57,7 
56,9 
30,2 
30,8 
30,8 
32,1 
35,6 
27,9 
26,1 
2 
Juni 
51,8 
52,1 
52,6 
32,7 
33,6 
34,0 
35,7 
38,9 
30,1 
26,7 
2 
Juli 
49,8 
49,8 
48,8 
33,0 
33,8 
33,8 
35,3 
39,2 
31,1 
25,6 
August 
50,3 
50,8 
50,0 
30,2 
30,7 
31,0 
31,6 
36,7 
28,6 
25,3 
j September 
56,1 
56,7 
55,9 
29,3 
30,6 
30,2 
31,6 
37,2 
27,5 
22,8 
Oktober 
59,7 
60,7 
60,0 
28,6 
30,7 
29,7 
31,1 
36,7 
26,4 
22,2 
November 
6*2,2 
63/5 
62,5 
24,7 
27,7 
27,6 
28,2 
29,8 
23,8 
17,8 
Dezember 
63,8 
64,5 
63,5 
21,9 
24,4 
24,3 
25,1 
27,5 
20,7 
16,7 
I 
Januar 
1886 
63,3 
64,5 
62,8 
20,1 
22,3 
22,2 
22,8 
26,1 
18,9 
16,7 
2G 
Februar 
63,8 
64,3 
62,8 
20,3 
22,Ü 
21,9 
22,3 
25,6 
18,3 
16,7 
62 ; 
: März 
T> 
62,3 
62,2 
59,7 
22.4 
24,1 | 24,2 
25,3 
36,1 
20,7 
16,7 
n 
das Jahr 
5815 
58,7 
57,7 
. 
26,5 
28,0 
27,9 
28,9 
39,2 
24,6 
16,7 
191 ; 
Obschon Maskat der feste Platz des Landes, die Residenz des Sultans 
und der Wohnsitz der greiseren Kanflente ist, befinden sich die gröfsere Ein 
wohnerzahl und der Haupthandelsverkehr doch in der 2 Srn von Maskat ent 
fernten Stadt Mattrah. Der Hafen derselben ist ebenso sicher, alle Produkte 
des Inlandes werden hier durch die Karawanen zu Markte gebracht, und hier 
machen auch die Beduinen aus dem Innern ihre Einkäufe. Sie ist von Dörfern 
und Weilern umgeben; die kleinen Städte Kalbu, Riam und Sedeb liegen in 
ihrer Nähe. Die sefshafte Volksmenge dieser Ortschaften kann man auf 4ÖQ00 
schätzen, neben einer unbeständigen Bevölkerung von Pilgern aus Indien und 
Beduinen aus dem Innern. 
Unter der angegebenen Zahl befinden sich ungefähr 10 OÖÖ aus Afrika 
stammende Neger. Dieselben sind kräftig und muntern, leichtlebigen Tempe 
raments. Ihre Beschäftigung ist bei schworen Arbeiten und beim Ackerbau. 
Sie vertragen dieselbe aber nur bis zum vierzigsten Lebensjahre; nach dieser 
Zeit nehme» ihre physischen wie intellektuellen Fähigkeiten sehr rasch ab. Da 
sie stets allen Unbilden der Witterung ausgesetzt sind, ist es ihr gewöhnliches 
Loos, sehliefslich vom Rheumatismus gelähmt zu werden, wie denn alle die 
jenigen, welche ich Morgens vor dem Hospital auf die Ankunft des Arztes der 
Indobritischen Regierung habe warten sehen, nur an dieser Krankheit litten. 
Die Frauen haben gewöhnlich ein besseres Leben als die Männer. 
Die Abyssinier, die ebenfalls stark vertreten sind, weichen in ihrem Aus 
sehen von der eingeborenen Bevölkerung nur wonig ab; sie sind semitischer 
Abstammung wie die Araber und unterscheiden sich von diesen nur durch ihren 
zarteren Körperbau und ihre sanfteren Gesichtsziigo. Die eingeführten abyssi- 
nischen Sklaven sind in der Hauptzahl weiblichen Geschlechts und werden ge 
wöhnlich für den Harem genommen. Durch die Kreuzung, welche dieser Art 
stattfindet, ist das Aussehen der Masse der Bevölkerung der Städte und des 
Küstengebiets bedeutend beeinflufst worden. Infolge ihrer schwachen Kon 
stitution fallen die Abyssinier, und besonders die Frauen bei schlechter Be 
handlung sehr leicht Lungeuleiden zum Opfer. Die Anzahl der aus der Ter-
	        
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