Häfen und HandelsverluUtnisse des Persischen Golfs und des Golfs von Oman.
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Oman and Maskat.
Maskat und dös zugehörige in Arabien gelegene Gebiet bilden den Staat
Oman, Dem Namen nach unabhängig, steht derselbe in Wirklichkeit unter dem
Schutze der Indo-Britischen Regierung, deren Einflufs sehr gewichtig und wohl-
thätig ist. Sein Herrscher ist bekannt unter dem Titel Imam von Maskat, wird
aber von den Engländern als Sultan bezeichnet.
Die Stadt Maskat ist am Grunde eines Kessels gelegen, den eine Reihe
felsiger Hügel einschliefst, und erstreckt sich mit seinen Häusern bis an das
Ufer des Meeres. Die Hügel haben eine Höhe von BO bis 150 Meter; sie sind
von runden und viereckigen Thürmehön gekrönt, was der Landschaft ein sehr
malerisches Aussehen giebt und dazu dient, die zwischen den Hügeln hindurch
führenden Pässe zu beherrschen und den Zugang zur Stadt gegen die Stämme
dos inneren Arabiens, die von Zeit zu Zeit sieh derselben zu bemächtigen ver
suchen, zu vertheidigen.
Der Hafen von Maskat ist nur klein, nur eine Seemeile lang und eine
halbe breit, aber er hat eine genügende Wassertiefe, ist sicher und auch ohne
Lootsenbeistand leicht zugänglich. Vor dem Eingänge liegt eine kleine Insel;
auf jeder Seite desselben befindet sich ein Port. Letztere wurden schon in
früherer Zeit von den Portugiesen angelegt und sind, wenn auch ohne Bedeutung
gegenüber modernen europäischen Kriegsschiffen, doch noch in einem genügenden
Zustande, um einem Angriff orientalischer Mächte von der Seeseite Trotz bieten
zu können. Das Ufer des Hafens wird fast gänzlich durch die beiden Ports
auf der Höhe, die Wohnungen des Sultans und seiner zahlreichen Familie, das
Zollhaus und das Gebäude des Indo-Britischen Konsulats eingenommen.
Aufs er dem am Ufer gelegenen kleinen Theile ist die Stadt von Felsen
eingeschlossen, die einen natürlichen Wall bilden, durch dessen Verzweigungen
das eingeschlossene Thal in drei getheilt erscheint. Das eine dieser Thäler
wird durch die bis an'das Meer von Mauern umgebene Stadt eingenommen,
durch das zweite führt der Weg nach Sedeb, im dritten, nach Südosten gelegenen
befinden sieh fruchtbare Gärten sowie die Brunnen, welche der Stadt das
Trinkwasser liefern.
Maskat ist durch seine centrale und verth eicÜgungsfähi ge Lage die natür
liche Hauptstadt des Staates Oman, der sich über das Küstengebiet des Golfs
dieses Namens von Ras Mnssmclom bis Ras el Iledd erstreckt.} Die Küste
zeigt mehrere Einschuite, welche kleinen Schiffen als Ankerplätze und Zufluchts
orte dienen können. Vierzehn Meilen von Maskat tritt die Gebirgskette, welche
sich längs der Küste hinziebt, zurück und läfst einer mit Dattelhainen
und kultivirten Geländen besetzten Ebene, Batneh genannt, Raum, deren Grün
das durch die unfruchtbare Landschaft ermüdete Auge erquickt. Auch im Thale
von Tu!an trifft man einzelne kultivirte Stellen.
Die dunkelbraune Farbe der Felsen und die Natur des Bodens iu der
Umgebung von Maskat sind sehr dazu angethan, die glühende Hitze der Sonnen
strahlen aufzunehmen und festzuhalten, so dafs das sommerliche Klima dieses
Ortes eines der heifsestön der Erde ist. Die Temperatur im Schatten steigt
auf 40° bis 41° 0., das Minimum erreicht 11,7°. Die Hitze in der Sonne, die
für Europäer fast töddich ist, scheint auf die Eingeborenen und besonders auf
die Neger fast ohne Wirkung zu sein. Letztere sahen wir iin glühenden Sonnen
schein munter rudern, während wir die Hitze kaum, im Schatten einer Veranda
ruhend, ertragen konnten. Auch im ersten Theile der Nacht, wenn Felsen und
Mauern die aufgesogene Sonnenwärme wieder ausströmen, ist die Hitze noch
unerträglich.
Während des Südwestmonsuns, besonders in den Monaten Juli und August,
herrscht grofse Feuchtigkeit, welche die Luft sehr drückend macht und verdauungs
störend und entnervend wirkt. Sie verschwindet mit dem Einsetzen des Schemal
(Nordwestwindes). Die Trockenheit wirkt auf die Menschen verschieden, je
nach deren Temperament; angenehm für die einen, verursacht sie anderen
Kongestionen, indem bei ihnen die Transpiration plötzlich aufhört, was eine
Zunahme der Körperwärme zur Folge hat.
Die vorherrschenden Winde sind die aus NW und SE. Der Nordwest-
wind weht von Oktober bis April frisch und ist begleitet von Wolken und Regen.